Doll Graveyard - Mörderpuppen von Charles Band

Creepy Creature Features - Doll Graveyard - FilmConfect Home Entertainment GmbH (über Amazon)
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Dass Regisseur Charles Band Puppenspiele mag, wissen Fans spätestens seit seinen "Puppet Master"-Filmen. In "Doll Graveyard" lebt er dies wieder voll aus.

Man schreibt das Jahr 1905. Die zwölf Jahre alte Sophia spielt alleine im großen Haus ihres Vaters mit ihren Puppen (die ihre einzigen Freunde sind), als sie dabei versehentlich eine Vase umstößt. Ihr brutaler und sie misshandelnder Papa bekommt das natürlich mit. Dieser hat nun endgültig die Nase voll von den Puppen seiner Tochter und zwingt diese, sie im Garten zu vergraben. Selbstverständlich ist sie davon nicht begeistert, aber ihr Vater zwingt Sophia dennoch dazu, das Loch zu graben und ihre vier kleinen Freunde hineinzulegen. Sophia bettelt natürlich darum, ihre Puppen behalten zu dürfen, was ihren Vater noch wütender macht. In seiner Wut gibt er ihr einen Stoß, der sie in das Loch befördert. Sophia bricht sich bei dem Sturz das Genick und ist sofort tot. Da ihr Vater beschließt, ihren Tod zu vertuschen, beerdigt er seine Tochter gleich mit den Puppen im Garten seines Hauses.

Sophias Geist kommt nicht zur Ruhe

Hundert Jahre später wohnt die Familie Fillbrook in dem Haus. Guy, der halbwüchsige Sohn der Fillbrooks, ist ein begeisterter Sammler von Actionfiguren. Seine große Schwester Deedee ist von der Tatsache, dass sie - während ihr Vater sein wohl erstes Date nach dem Tod seiner Frau hat - daheim bleiben, das Haus putzen und auf ihren Bruder aufpassen soll, nicht begeistert. Dieser ist währenddessen ganz stolz auf seinen neuesten Fund: Er hat im Garten - ohne es zu wissen - eine von Sophias Puppen ausgegraben.

Deedee denkt sich, dass die Party wohl zu ihr kommen soll, wenn sie nicht auf die Party gehen kann. Also lädt sie mit Olivia, Terri, Rich und Tom einige ihrer Freunde ein, sobald ihr Vater aus dem Haus ist. Guy ist in der Zwischenzeit damit beschäftigt, Sophias Puppe (es handelt sich um einen kleinen Samurai) aufzupolieren. Um sicher zu gehen, dass Guy ihre Party nicht stört, haben Tom und Rich eine fatale Idee. Sie fesseln Guy in seinem Zimmer und trampeln - um ihn zu quälen - noch auf seinen Actionfiguren herum. Dumm nur, dass Sophias Samurai dabei zusehen kann. Dieser erwacht daraufhin zu neuem Leben. Aber nicht nur er, sondern auch Sophias Geist und ihre anderen Puppenfreunde machen bald Jagd auf die Partygäste. Dabei stellt sich die Frage, ob irgend jemand diese Nacht überleben wird, denn die Puppen machen in ihrer mörderischen Aggression keinen Unterschied zwischen Freund und Feind.

"Doll Graveyard" - Puppentheater von Regisseur Charles Band

Charles Band hat ganz offensichtlich einen Faible für Filme, in denen Puppen die Mörder sind. Der beste Beweis hierfür sind die von seiner Firma Full Moon gemachten "Puppetmaster" Filme, deren erster Teil bereits im Jahr 1989 entstanden ist. Aber auch "Doll Graveyard" lässt - zumindest was die Puppentechnik angeht - nichts anbrennen. Die kleinen Mordgesellen sind natürlich die großen kleinen Stars des Filmes. Bei ihnen hat man sich richtig Mühe gegeben, jeder eine eigene Persönlichkeit zu verleihen. Da wäre erstens der bereits erwähnte Samurai, der in voller Rüstung daherkommt. Er sieht mit seinem kleinen Schwert tatsächlich wie die Miniausgabe eines mittelalterlichen japanischen Kriegers. Dann gibt es da noch eine Babypuppe, die zwar ursprünglich einmal niedlich war, aber durch den während ihrer hundertjährigen Beerdigung eingesetzten Verfallsprozess aussieht wie ein extrem gruseliger Mini-Zombie. Der Wehrmachtssoldat aus dem ersten Weltkrieg kann mit der Spitze auf seinem Helm jeden Mann an einer Stelle treffen, wo es ihm so richtig weh tut. Zu guter Letzt gibt es dann noch die afrikanische Puppe, die mit ihrem Speer durchaus mehr als nur ein wenig pieksen kann.

"Doll Graveyard" - Großartige Puppen, weniger großartige Darsteller

Keine Frage: Die Puppen sehen in "Doll Graveyard" echt großartig aus. Die Leistungen der Darsteller können hier aber nicht ganz mithalten, obwohl man ihnen zugute halten muss, dass die Figuren, die sie spielen, allesamt aus dem Horror-Klischeebaukasten stammen könnten. So gelingt es keinem, seiner Rolle so etwas wie echtes Leben einzuhauchen. Manche der Dialoge wirken schon extrem hölzern und in der einen oder anderen Szene kommt man nicht umhin zu bemerken, dass selbst die Puppen ein ausgefeilteres Mienenspiel beherrschen als ihre menschlichen Pendants. Man merkt einfach, dass hier keine so große Sorgfalt an den Tag gelegt wurde, wie es bei Sophias mörderisch veranlagten Spielzeugpuppen geschah.

"Doll Graveyard" - Kurzweilig inszeniert

Die Inszenierung von B-Movie-Haudegen Charles Band ist recht kurzweilig geworden. Der Film hält sich nicht mit langen Einführungen, es geht relativ schnell zur Sache und ohnehin recht kurzen 71 Minuten vergehen wie im Flug. So darf man den Puppen von Anfang an dabei zusehen, wie sie ihren Opfern auf ebenso kreative wie brutale Art und Weise nachjagen.

Die DVD von "Doll Graveyard"

"Doll Graveyard" ist hierzulande in der "Creepy Creature Features"-Box gemeinsam mit "Decadent Evil" und "Gingerdead Man" auf DVD erschienen. Bild- und Tonqualität gewinnen zwar keine Auszeichnungen, sind aber in Ordnung. Als Extras gibt es auf der Bonusdisc der Box ein "Making of" und ein "Blooper Reel" zu "Doll Graveyard". Das "Making of" ist sehr interessant, da man hier die Entstehung der einzelnen Puppen und wie diese von einem Puppenspieler gesteuert werden, sehen kann. Da die Box für fünf bis sieben Euro zu haben ist, lohnt sich der Kauf für Horror- und Trashfreund auf jeden Fall.

Fazit zu "Doll Graveyard" von Charles Band

Charles Bands "Doll Graveyard" gewinnt zwar keine Originalitätspreise, unterhaltsam sind die 71 Minuten aber trotzdem. An dieser Stelle soll außerdem noch lobend erwähnt werden, dass der Film (wie alle anderen auf der Box) nicht künstlich auf 90 Minuten aufgeblasen wurde, da dies "Doll Graveyard" nur geschadet hätte.

Udo Seelhofer, Udo Seelhofer

Udo Seelhofer - Studium: Deutsche Philologie (abgeschlossen) Kombinierte Religionspädagogik (im letzten Abschnitt) Arbeit: Seit Oktober 2006 ...

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