Don Juans Eroberungen

Auf der ganzen Welt ist Don Juan bekannt als der Verführer schlechthin. Der Artikel greift die "Eroberungen" aus dem Original von Tirso de Molina auf.

Im Jahr 1613 schuf der Mercedarier-Mönch Gabriel Tellez, besser bekannt als Tirso de Molina, das erste Don Juan-Werk. Seither ist dieser "literarische Schwerenöter" in ganz Europa nicht nur bekannt, sondern auch immer wieder rezitiert wurden. Vier von seinen - der Sage nach - über tausend Eroberungsversuchen, sind im Folgenden kurz skizziert.

Die erste Verführte – Isabella

Isabella ist mit Octavio vermählt und denkt Octavio würde im Halbdunkel vor ihr stehen. Als sie jedoch eine Kerze in Richtung der Gestalt richtet, erkennt sie nicht Octavio, sondern sieht sich mit Don Juan konfrontiert. Der flüchtet als Isabella nach dem König und seinen Wachen rufen lässt aus Neapel.

Die zweite Verführte – Tisbea

Tisbea ist eine jungfräuliche Fischerin mit einigen Verehrern. Don Juan wird nach der Flucht aus Neapel am Strand von Tarragona angespült und ist völlig entkräftet. Tisbea nimmt ihn auf, pflegt ihn und gewährt ihm eine Unterkunft. Er beraubt sie ihrer Jungfräulichkeit. Sie lässt sich auf ihn ein, obwohl sie an seinen warmen Worten zweifelt, sein Spiel also gewiss zu durchschauen scheint, verspricht ihr die Ehe und stiehlt sich, nachdem er sein Ziel – das erotische Abenteuer – erreicht hatte, aus der Affäre.

Eine versuchte Verführung und ein Mord – Donna Anna

Donna Anna ist nicht nur die Cousine, sondern ebenso die Geliebte des Marquis La Mota, Don Juan schleicht sich, nachdem er von La Mota den Tipp bekam, seinen Streich zu spielen indem er sich mit einem gefärbten Umhang verkleide, mit einem purpurnen Umhang in das Gemach der Donna Anna, die vorher mit La Mota als Erkennungszeichen ausgemacht hatte, dass er einen buntgefärbten Mantel tragen solle. Donna Anna bemerkt, dass Don Juan sich eingeschlichen hat und schreit um Hilfe, ihr Vater Don Gonzalo tritt ein und erwischt Don Juan bei dem Versuch, seine Tochter zu verführen. In einem Handgemenge wird Don Gonzalo von Don Juan erstochen, weshalb dieser erneut die Flucht ergreifen muss. Nach diesen neuerlichen Straftaten wird Don Juan durch den König nach Lebrija, einer Stadt in der heutigen Provinz Sevilla, verbannt.

Die dritte Verführung – Aminta

Aminta: Am Tag der Hochzeit von Batricio und Aminta, kommt Don Juan auf deren Anwesen Dos Hermanos. Er macht der Braut schöne Augen und überzeugt Batricio mit einer List davon, dass sich Aminta in ihn und verliebt hätte und die Ehe mit Batricio nicht vollziehen wolle. Batricio nimmt deprimiert Reißaus. Don Juan betreibt seiner Meinung nach Schadensbegrenzung, in dem er Gaseno (Amintas Vater) anbietet, seine Tochter zur Frau zu nehmen. Der spanische „Burlador“ Don Juan vollzieht den Beischlaf mit ihr und verschwindet.

Aufeinandertreffen in Sevilla und Tod Don Juans

In Sevilla treffen alle, deren Ehre Don Juan verletzt hat zum ersten Mal aufeinander, nämlich vor dem spanischen König Alfons XI. Alle gehörnten Männer wollen an Don Juan Rache nehmen. Tisbea und Aminta wollen die – in Tisbeas Fall – versprochene, beziehungsweise – in Amintas Fall – notwendig gewordene Ehe zu vollziehen. Was alle Versammelten, darunter auch Don Juans Vater Don Diego Tenorio, nicht wissen ist, dass der Übeltäter bereits tot ist. Das steinerne Standbild, welches das Grab des Großkomturs Don Gonzalo de Ulloa zierte, den Don Juan erstochen hatte, hat sich an dem „Verführer von Sevilla“ gerecht, ihn verbrannt und in die Unterwelt gezogen.

Der Versuch Abbitte zu leisten, seitens Don Juan kam zu spät. Das steinerne Bild Don Gonzalos rächte nicht nur Don Gonzalo selbst, sondern all diejenigen, deren Ehre Don Juan im Laufe seiner Streifzüge beschmutzt hatte.

Literatur

Molina, Tirso de: Don Juan Der Verführer von Sevilla und der steinerne Gast. Philipp Reclam jun. Stuttgart. 1976.

Ähnliche Themen