Dora Heldt über Wechseljahre, Hitzewellen und zerflossene Träume

Dora Heldt - www.dtv.de
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Dora Heldt lädt zum Schmunzeln ein, denn „Bei Hitze ist es wenigstens nicht kalt".

Doris wird fünfzig. Eigentlich kein Alter, meinen ihre Familie und Freunde. Aber für Doris sieht das ganz anders aus. Der kommende runde Geburtstag – die Halbzeit - stürzt sie in ein Wechselbad der Gefühle. Darum hat sie auch keine Lust zu feiern. Aber weil sowohl Mann als auch Eltern immer noch zu wissen glauben, was für Doris am besten ist, bleibt ihr kein anderer Ausweg als zu flüchten. Schließlich hört niemand ihre Einwände. Was sollte das Leben denn noch bringen?

Wechseljahre – das Aus oder die große Freiheit?

Doris schaudert. Die Kinder sind unabhängig, die Putzfrau kümmert sich um alles. Alle Züge sind abgefahren, der tägliche Trott wird sich noch ein paar Jahre weiter hinziehen, begleitet von Hitzewellen. Das ihr Mann eine Überraschungsparty plant, ahnt Doris nicht, als sie sich mit ihren zwei besten Freundinnen in einem Wellnesshotel an der Ostsee vergräbt.

Katja, die dynamische Schöne, hat einen jugendlichen Liebhaber, so jung, dass er ihr Sohn sein könnte. Und sie hat nicht nur ein erfülltes Sexualleben, sondern auch einen fordernden Beruf bei einem Fernsehsender. Anke dagegen ist eher das Mauerblümchen, die nie eine glückliche Hand für Männer hatte, auf einem Berg Schulden hockt und weder Glück in der Liebe oder im Beruf hat. Doris ist Hausfrau, langweilt sich und ist gut abgesichert.

Doris, Katja und Anke sind Freudinnen seit der Schulzeit, aber der Kontakt hatte nachgelassen. Doch nun soll die Freundschaft wieder aufgewärmt werden und nicht als lauer Kaffe genossen werden. Mit jedem Tag lernen sich die Frauen besser kennen, stoßen auf alte Trauma und Schatten und sehen neue Herausforderungen.

Dora Heldt hat wieder einen humoristischen Frauenroman geschrieben

Realismus und Witz – so kann der Roman überschrieben werden. Denn Dora Heldt zeichnet drei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, aber eins gemeinsam haben. Angekommen in der Mitte des Lebens erkennen sie, dass sie hinter ihren Idealen zurückgeblieben sind. Sie sind noch nicht fertig. Sie wollen mehr. Keine ist zufrieden mit ihrem Leben und jede wünscht sich jeder auf ihre Weise einen neuen Anfang.

Realistisch, witzig und überraschend – Dora Heldt spielt alle Trümpfe aus

Dtv-premium ist bekannt für gute Literatur. Auch dies ist ein unvergessliches Buch über Frauenfreundschaften zu schreiben ist nicht leicht. Dora Heldt ist diese Hürde elegant umgangen. Witzig und amüsant liest sich der Roman, die Personen sind stark und voller Leben und gut für Überraschungen bis zum Schluss. Lächelnd wird man/frau über die Höhen und Tiefen der Wechseljahre schmunzeln, und sich erinnern, wie eigene Träume von der Realität gefressen wurden, und den Frauen wünschen, dass sie die Zeit nach den 50 als eine neue Chance und Aufgabe empfangen. Dora Held macht sich stark für die Zeit nach den Wechseljahren – die Zeit der großen Freiheit. Da hat frau doch was, worauf frau sich freuen kann. Wenn es stimmt! Und daran will frau nach diesem amüsanten Schlappstrick gerne glauben.

Dora Heldt: Bei Hitze ist es wenigstens nicht kalt. 336 Seiten. Broschiert. Dtv premium 2011. 14.90 €.

Eva Maria Nielsen, Eva Maria Nielsen

Eva Maria Nielsen - Kurzvita 1994 Diplom Theologin in Münster 1996 Rezensentin für den Evangelischen Buchberater 1999 Magister in ...

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