Dorsch oder Kabeljau - Gibt es einen Unterschied?

Dorsch gibt es aufgrund von Überfischung immer weniger, Kabeljau auch. Hohe Fangquoten und ausgefeilte Fangtechniken schreiben Geschichte.

In der östlichen Ostsee und in der Nordsee gibt es ihn bald nicht mehr: den einstmals einträglichsten Fisch Deutschlands, den Dorsch. Schuld daran sind Fischstäbchenhersteller und die Schlemmerfiletindustrie, durch deren riesige Nachfrage Unmengen des Dorsches abgefischt wurden. Der Piratenfischerei versucht die EU-Kommission seit Jahren einen Riegel vorzuschieben.

Der Dorsch gehört zur Familie der Knochenfische. Er besitzt drei Rücken- und zwei Afterflossen. Sein Körper ist mit dunklen Flecken besetzt, seitlich findet sich eine helle Linie. Der Oberkiefer am kräftigen Maul steht vor, der Bartfaden dient als Sinnesorgan bei der Futtersuche. Das Futter besteht aus Krebsen, Würmern und Weichtieren. Erst mit zunehmendem Alter wird er zum Fischräuber und frisst Heringe, Plattfische, Muscheln und Tintenfische. Ausgewachsen kann ein Dorsch 15 Kilogramm auf die Waage bringen bei einer Länge bis zu 80 Zentimetern. Mit viel Glück wird er 25 Jahre alt.

Überfischung entwickelte sich im Laufe von Jahrzehnten

Es gab Zeiten, in denen Überfischung kein Thema war. Im 10. Jahrhundert zum Beispiel nutzen die Wikinger den Dorsch lediglich als Proviant auf ihren Schiffsreisen. Der Dorsch wurde dazu paarweise zum Trocknen aufgehängt und gelangte auf seiner Reise bis nach Nordamerika.

Bei den Basken wurde der Dorsch Handelsobjekt. Die Zugabe von Salz machte ihn haltbarer. Im 16. Jahrhundert fischten dann Franzosen, Spanier, Briten und Portugiesen die Küste Nordamerikas ab. Neuengland wurde zur internationalen Handelsmacht.

Profitgier ließ die Fischer die Leinen verlängern und mit vielen tausend Haken und Ködern versehen. Später kamen Wandnetze dazu und noch später Schleppnetze, die so hohe Fänge brachten, dass die Regierung eingreifen musste, damit sich der Bestand wieder erholen kann.

Damit das gelingt, sollten Verbraucher auf genaue Angaben zum Herkunftsort achten. Nordost-Atlantik oder Pazifik reichen da nicht aus. Das Land ist entscheidend. Dann können Kunden gezielt Fisch aus Gebieten mit ungefährdetem Bestand auswählen.

In der Nordsee wird aus dem Dorsch ein Kabeljau

Man spricht vom Dorsch und hört vom Kabeljau. Gibt es denn da einen Unterschied? So lange er nicht geschlechtsreif ist, wird er überall Dorsch genannt. Danach nennt man ihn in der Nordsee Kabeljau. In der Ostsee bleibt er Dorsch. Im Lateinischen Gadus morhua. Es handelt sich also um ein und denselben Fisch, dem lediglich zwei unterschiedliche Namen zugewiesen wurden. International gibt es auch einige Spitzfindigkeiten. Je nach frischer oder getrockneter Variante unterscheidet man zum Beispiel im Französischen Cabillaud und Morue.