
- Kanal - Dorsten - Dörthe Huth
Am nördlichen Rande des Ruhrgebiets liegt die Stadt Dorsten. Das beschauliche Städtchen an der Lippe gehört zum Kreis Recklinghausen und bietet Idylle, wohin man blickt. In Dorsten läuft alles etwas ruhiger als in den großen Ruhrgebietsstädten. Lippeauen, Felder, Wiesen und jede Menge Reitställe bieten den Dorstenern einen hohen Freizeit- und Erholungswert. Was fehlt, sind Industrie und Arbeitsplätze. Die versucht der seit 1999 amtierende Bürgermeister, Lambert Lütkenhorst (CDU), wieder nach Dorsten zu holen und die Stadt dadurch attraktiver zu machen.
Hohe Lebensqualität - zwischen Lippeauen und Naturpark Hohe Mark
Die vielfältigen Wege an der Lippe entlang führen durch Wald und an Feldern vorbei und laden zu Spaziergängen, Fahrradtouren und Reitausflügen ein. Eine Kanutour auf der Lippe wird durch die kleinen Stromschnellen zu einem Erlebnis für die ganze Familie.
An der Schnittstelle zwischen Ruhrgebiet, Rheinland und Münsterland liegt der Naturpark Hohe Mark, der mit seinen Reit- und Wanderwegen ein vielfältiges Erholungsprogramm und Naturerfahrungen anbietet. Im Stadtteil Lembeck findet sich zudem "Schloss Lembeck", das im Mittelalter als festes Haus erbaut und später zu einem Wasserschloss ausgebaut wurde. Um das Schloss herum wurde im 19. Jahrhundert ein farbenprächtiger englischer Garten angelegt. Noch heute ist Schloss Lembeck eines der größten Wasserschlösser im Münsterland und zieht viele Besucher an.
Das alte Römerlager und das Jüdische Museum in Dorsten
Das Jüdische Museum in Dorsten will den Besuchern die Geschichte des jüdischen Lebens durch Ausstellungen, Vorträge und andere Aktionen näher bringen. Geschichtliches bietet auch der Stadtteil Dorsten-Holsterhausen. Um 11 vor Christus haben die Römer begonnen, dort ihre Lager aufzuschlagen. Etwa 10 Marschlager soll es gegeben haben, die bei Bedarf schnell und ohne feste Bauwerke errichtet wurden. Wahrscheinlich war Dorsten bis etwa 9 nach Christus ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Zwischen dem Grabungsfeld und der Lippe könnten sich noch weitere Marschlager befinden, manche vermuten dort sogar eine feste Bebauung der Römer.
Abwanderungstendenz in die Ruhrgebietsmetropolen
Trotz der Idylle verzeichnet Dorsten seit einigen Jahren eine Abwanderungstendenz. Die Bevölkerung zieht es in die großen Ruhrgebietsstädte, weil diese ein attraktiveres Stellenangebot bieten. Anfang 2011 verzeichnete Dorsten 77.637 Einwohner. Laut der Dorstener Zeitung standen im ersten Quartal 2011 den 196 Sterbefällen in Dorsten nur 123 Geburten gegenüber.
Umso mehr ist Dorsten an jedem Neubürger interessiert. Die Stadt versucht, neue Industrie anzusiedeln, Arbeitsplätze zu schaffen und die Stadt für junge Familien attraktiv zu gestalten. Einmal im Jahr bietet die Stadt einen Neubürgerempfang und lud 2011 bereits zum fünften Mal zu einer Sightseeingtour durch die verschiedenen Stadtteile Dorstens ein.
Veränderung der Struktur durch die Schließung der Zechen
Die Schließungen der Zechen und die Abwanderung einiger Firmen ins Ruhrgebiet hat Dorsten hart getroffen. Aktuell fließen jede Menge Fördergelder in den Stadteil Dorsten-Hervest. Hier wurde 2001 die Zeche Fürst Leopold geschlossen. Zahlreiche Stellen, die mit der Förderung von Kohle verbunden waren, sind weggefallen, und der Stadtteil braucht eine neue Zukunftsperspektive.
Auch in Wulfen hatte man durch den Kohleabbau große Hoffnung in das Wachstum der Stadt. Wohnungen und eine Infrastruktur für 50.000 Menschen sollten entstehen, doch wurde auch dort 1998 der Kohleabbau eingestellt. In den Gemeinden Alt-Wulfen und Barkenberg leben heute 15.000 Menschen, und beide Gemeinden sind mittlerweile Stadtteile von Dorsten. Auch weitere Gemeinden wie Rhade, Altendorf-Ulfkotte, Lembeck oder Teile von Lipramsdorf wurden in die Stadt Dorsten eingemeindet.
Quellen:
- dorstener-zeitung.de
- hohemark-westmuensterland.de
- bezirksregierung-muenster.de
