
- Die drei Geierabend-Nonnen - StandOut
„Das war ein wirklich harter Tag, was“, sagt Horst Hanke-Lindemann vom Organisator, dem kleinen Dortmunder Theater Fletch-Bizzel, nach der Vorstellung zu seinem Berner Sennenhund. Außerdem federführend als Veranstalter beteiligt: das Kulturbüro der Stadt Dortmund, das sich auch freut über die finanzielle Unterstützung der Sponsoren von Brinkhoffs, Sparkasse, Fachhochschule, LWL, DOGEWO21, wie der Westfälischen Rundschau, als Teil des WAZ-Konzerns eine der wichtigsten Deutschen Regionalzeitungen. Zur Sache: Nach der öffentlichen Generalprobe ist die Geierabend-Premiere gut vorbereitet. Neben lokaler Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Kultur, sind Wittener Stadtvertreter anwesend – weil Witten in diesem Jahr, nach Castrop-Rauxel 2010, von der hochgeschätzten Geierabend-Jury zur Partnerstadt im Revier gekrönt wurde. Also steht jetzt auf dem Comedy-Programm, einen Blick in die „Weltmetropole“ Witten zu werfen.
Premiere des legendären Geierabend 2011, Karneval des Ruhrpotts
Ansonsten, wie stets beim Geierabend, wurden auch topaktuelle Themen aufs Korn genommen, durch den Kakao gezogen. Die eingefleischten Dortmund-Südler Siegfried & Roy, Hans-Peter Krüger und Hans Martin Eickann, auch übers Jahr mit ihrem Programm unterwegs, plauderten von „Hörde21“ oder dem weithin bekannten Megaprojekt Phönix-See, wo sich der Testosteron-Türke Osman (Hans-Peter Krüger) ja einen Schrebergarten „auf eine von die Inseln“ anlegen will. Sein Nachbar: eine griechische Tanzschule. „Da muss 'ne Mauer hochgezogen werden“, sagt Osman – und angesichts des Zypern-Konflikts lachen alle im Saal über diesen derben Ruhrpott-Humor. Drei Nonnen und ein Priester (Franziska Mense-Moritz, Miriam Rixen, Sandra Schmitz und Eickmann) diskutieren über die Handhabung vom Schwangerschaftsstreifen. Denn: der Gottesmann ist kein Kind von Traurigkeit – und junge Nonnen sind ja auch nicht prüde. Musik! Fetzige Schlager etwa werden zum Besten gegeben.
Ein Mordsspaß mit Musik, Essen, guter Laune, Schunkeln auch
So verläuft die Geierabend-Premiere knappe drei Stunden wie geplant. Kleinere Pannen, Mikroausfälle, zuweilen Versprecher gibt’s, na klar. Aber das macht den Geierabend ja auch so sympathisch: dass er kein rausgeputztes Schicki-Micki-Event ist. Und der rappelvolle Saal im legendären alten, ehemaligen Industriezentrum Zollern, das Publikum findet Gefallen an marginalen Schwächen. Sei's drum! Das wunderbare antikarnevalistische, komödiantische Treiben, der Spaß mit dem Geierabend ist zu Jahresbeginn 2011 siebenunddreißig Mal zu erleben (bis 8. März 2011). Am 17. und 18. Februar wird es eine WDR-Radio- und Fernsehaufzeichnung geben. Kosten für Tickets: 32 bzw. 20,90 Euro (ermäßigt). Für robuste Hausmannskost im Foyer, der alten Zechenhalle, wo früher die Kumpels die Kohle bargen, sorgt Bubi vom Westerfilder Traditionslokal Tante Amanda. Da findet auch im Frühjahr der „Geierabend Open-air“, die jährliche, sommerliche Zusatzveranstaltung statt.
Alte Tradition beim Geierabend: Wahl des „Pannekopp des Jahres“
Wir freuen uns auch darauf und hoffen, dass die vom Geierabend nominierten „Panneköppe des Jahres 2011“, die Politiker Brüderle und Oettinger, sowie die Dortmunder „PCB-Firma“ Envio, ihren 28 Kilo schweren Preis mit Freude annehmen werden.
Und um noch mal alle Namen des Geierabend-Ensembles für die Nachwelt festzuhalten: Neben den genannten sind dabei – Roman Henri Marczewski (der sagenumwobene Präsi), Martin Kaysh als Moderator und Steiger, Martin F. Risse, Maik Giesbert; als formidable, stimmungsgeladene Band: Matthias Dornhege (Tuba, Posaune), die Saxophonistin Gilda Razani, Andreas Ruhnke (Drums), der Tastenlöwe Hans Wanning und Bettina Hagemann an Bass, Geige wie Gitarre. Regie führten Günter Rückert und Hans-Peter Krüger. Choreographie: Aleksandar Acev. Sie alle sorgen für viel Spaß beim Geierabend 2011 im Industriemuseum Zeche Zollern II/IV. Ein Kunst-Event aus dem Revier mit Kultstatus! Haben die Ruhris doch auch Kontakt zu ihrem Kölner Pendant, der Stunksitzung.
