Dortmunds Gruppengegner in der Europa League

Signal-Iduna Park - Marcel Waalkes
Signal-Iduna Park - Marcel Waalkes
Nach sieben Jahren Abstinenz kehrt Borussia Dortmund auf die europäische Fußballbühne zurück. In der Gruppe J geht es gegen Paris, Sevilla, und Lwiw.

0:4 hieß am 27. November 2003 aus Dortmunder Sicht. Die Borussia verlor in der 2. Runde des Uefa-Cups in Sochaux, nachdem im Hinspiel noch eine 2:2 geglückt war. Das sollte für lange Zeit der letzte bedeutende internationale Auftritt der Borussia aus Dortmund gewesen sein. Für einen Verein, der in der Vergangenheit große Erfolge feierte und dazu über das größte Stadion in Deutschland verfügt, eine unglaublich lange Leidenszeit.

Junge, hungrige Fußballer

Aus dem aktuellen BVB-Kader standen damals lediglich Kapitän Sebastian Kehl und Torhüter Roman Weidenfeller auf dem Feld. Besser so, werden die Fans sagen. Man hat sich in Dortmund vom Millionärsimage (Marcio Amoroso, Tomas Rosicky, Ewerthon, Conceicao) zum leidenschaftlichen Kämpferteam entwickelt. Trainer Jürgen Klopp setzt auf junge, hungrige Fußballer, die sich beweisen wollen. Die Fans können sich wieder mit ihrem Verein identifizieren.

Der BVB muss nach Spanien, Frankreich und in die Ukraine

Nach dem kurzen Intermezzo 2008 gegen Udinese Calcio (0:2, 2:0; 3:4 i.E.) stehen die Borussen seit 2002, damals noch in der Champions League, erstmals wieder in einer Gruppenphase im Europapokal. Der Sieg in der Qualifikation über Quarabaq Agdam (4:0, 1:0) bringt den europäischen Spitzenfußball wieder in den Signal-Iduna Park. Die Gegner: Karpaty Lwiw (Ukraine), Paris Saint-Germain (Frankreich) und der FC Sevilla (Spanien). Am 16. September geht los für den BVB, Auswärtsspiel bei der großen Unbekannten der Gruppe in Lwiw. Es folgt ein Portrait der drei Gruppengegner.

Karpaty Lwiw - Underdog

Der ukrainische Verein aus Lwiw, zu deutsch Lemberg, hat sich im europäischen Fußball bisher keinen großen Namen gemacht. Einziges Ausrufezeichen: In der Qualifikation zur Europa-League setzten sich die Underdogs gegen den türkischen Spitzenclub Galatasaray Istanbul (2:2, 1:1) durch. Neben dem UdSSR-Pokalsieg 1969 gilt der Einzug in die Gruppenphase als größter Erfolg in der Vereinsgeschichte. Ein Team, dass zwar unberechenbar, aber definitiv schlagbar ist. Bekanntester ehemaliger Spieler der Lemberger ist der Ex-Innenverteidiger des FC Barcelona Dmytro Tschyhrynskyj, der 2001 ein Jahr lang das Lwiw-Trikot trug.

Paris Saint-Germain FC - Leistungen schwanken

Da ist der zweimalige französische Meister Paris St. Germain (1986, 1994) ein ganz anderes Kaliber. Auch wenn der französische Hauptstadtclub immer wieder starke Leistungsschwankungen zeigt, ist mit dem Team von Trainer Antoine Kombouaré zu rechnen. Zwar reichte es für die Pariser in der vergangenen Saison in der französischen Ligue 1 nur zu Platz 13, trotzdem gewannen sie den französischen Pokal (Coupe de France) und qualifizierten sich dadurch für Europa. Neben Torhüter Grégory Coupet, Altstar Claude Makelele gehört auch Stürmer Guillaume Hourau zu den Leistungsträgern der Franzosen, die es dem BVB sicher nicht leicht machen werden.

FC Sevilla - Sieger von 2006 und 2007

Favorit der Gruppe ist allerdings der FC Sevilla. Auch wenn der Verein um Spieler wie Frédéric Kanouté, Luís Fabiano und der frischgebackene Weltmeister Jesús Navas überraschend in der Qualifikation zur Champions-League gescheitert ist (0:1, 3:4 gegen Braga), zählt er definitiv zu den Favoriten auf den Titelgewinn. Der Gewinn des spanischen Pokales (Copa del Rey) in diesem Jahr unterstreicht die Ambitionen der Spanier den Europapokal nach 2006 und 2007 zum dritten Mal für sich zu entscheiden. Trainer Antonio Álvarez übernahm das Team im März diesen Jahres, scheint aber den Draht zu den Spielern gefunden zu haben.

Marcel Waalkes, Marcel Waalkes

Marcel Waalkes - Mein Name ist Marcel Waalkes, 21 Jahre alt. Ich wohne in Bremen und studiere dort Journalistik. Ich habe praktische Erfahrungen bei ...

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