Douglas Adams: Macht's gut, und danke für den Fisch

Macht's gut und danke für den Fisch - Esther Koch
Macht's gut und danke für den Fisch - Esther Koch
Arthur Dent findet zurück auf eine delfinlose Erde, verliebt sich und macht sich auf die Suche nach Gottes letzter Botschaft an seine Schöpfung.

Endlich ist Arthur Dent wieder auf der Erde. Aber ist es wirklich die Erde, die er vor acht Jahren verlassen hat? Haben nun die Vogonen oder die CIA die Hände im Spiel gehabt? Oder keiner von beiden? Kann Gottes letzte Botschaft an seine Schöpfung Arthur weiterhelfen?

So Long, and Thanks For All the Fish

Auch der Titel dieses Romans besteht, wie bereits der Fall bei Band 2 und 3, aus einem Zitat aus Per Anhalter durch die Galaxis:

  • "The last ever dolphin message was misinterpreted as a surprisingly sophisticated attempt to do a double-backwards-somersault through a hoop whilst whistling the Star Spangled Banner, but in fact the message was this: So long and thanks for all the fish."

  • "Die allerletzte Botschaft der Delphine wurde als der erstaunlich kunstfertige Versuch mißverstanden, einen doppelten Salto rückwärts durch einen Reifen zu vollführen und dabei Heil dir im Siegerkranz zu flöten; in Wirklichkeit aber lautete die Botschaft: Macht's gut und danke für den vielen Fisch."
(Per Anhalter durch die Galaxis, Kapitel 23)

Heimkehr zur Erde

Am Ende des vorhergehenden Bandes Das Leben, das Universum und der ganze Rest hat der Leser Arthur Dent auf dem Planeten Krikkit zurückgelassen, wo dieser seine Zeit mit Flugübungen verbringen wollte und gelernt hat, mit den Vögeln zu sprechen. Nun kehrt Arthur auf die Erde zurück, wo er herauszufinden versucht, ob es sich dabei auch wirklich um "seine" Erde handelt, die ja eigentlich einige Jahre zuvor von einem vogonischen Bautrupp aus der Galaxis gesprengt worden war. Alles macht den Anschein, als sei Arthur wirklich daheim, aber merkwürdigerweise sind alle Delfine verschwunden.

Trillian und Zaphod Beeblebrox kommen nicht persönlich vor, sondern werden nur von Ford Prefect erwähnt, der gegen Ende des Romans über diverse Umwege zur Erde zurückgekehrt ist.

Dafür aber lernt Arthur eine junge Frau namens Fenchurch kennen, die dem Leser bereits in Per Anhalter durch die Galaxis vorgestellt worden ist, zwar nur kurz, aber bereits auf der allerersten Seite.

Intertextualität bei Douglas Adams

Dieses Zurückgreifen auf früher erwähnte Personen und Ereignisse findet sich häufig in Adams' Romanen. Man kann zwar jedes seiner Bücher unabhängig von den anderen lesen, aber auf solche unterhaltsamen Kleinigkeiten muss man dann verzichten. Adams' Dirk Gently-Roman Der lange dunkle Fünfuhrtee der Seele, im Original The Long Dark Teatime of the Soul, der auf den ersten Blick nichts mit den Anhalter-Romanen zu tun hat, trägt als Titel ein Zitat aus dem ersten Kapitel von Das Leben, das Universum und der ganze Rest.

In Kapitel 12 desselben Romans ist die Rede vom "sagenhaften gigantischen Sternenschiff Titanic", das "urplötzlich und ohne jeden Grund einen totalen Existenzausfall erlitt". Ein solches ist auch die Hauptdarstellerin des auf einem Computerspiel basierenden Romans Douglas Adams' Starship Titanic von Monty Python-Mitbegründer Terry Jones.

Ein solches Phänomen, der Bezug eines Textes auf einen oder mehrere andere durch Zitat oder Anspielung, wird in der Literaturwissenschaft als Intertextualität bezeichnet.

Zufälle und Running Gags

Adams hat in seinen Anhalter-Romanen ein zartes Netz von Zusammenhängen geschaffen, die einzeln auftretend vielleicht wie Zufälle aussehen, gesamt betrachtet aber keine sind.

Zum Beispiel liegt dort wo sich die Höhle befunden hat, die Arthur im prähistorischen Islington/London fünf Jahre lang bewohnt hat, jetzt die Wohnung von Fenchurch.

Als Arthur dem "Regengott" Rob McKenna, der ihm mit seinen Erzählungen den letzten Nerv raubt, empfiehlt, sein Regentagebuch doch mal jemandem zu zeigen, meldet der sich ausgerechnet bei dem einzigen Journalisten, den Arthur kennt.

Auch kleine "running gags" wie zum Beispiel das immer wieder vorkommende Handtuch in den Anhalter-Romanen, gehören zum Phänomen der Intertextualität.

Natürlich vergisst Adams auch nicht den guten, alten Babelfisch, den Ford Arthur im ersten Teil ins Ohr gesteckt hat. Wieder zu Hause angekommen entlässt Arthur den Babelfisch in ein mysteriöserweise in seinem Haus hinterlegtes, wunderschönes Goldfischglas, in welchem eine ganz bestimmte Botschaft eingraviert ist.

Warum heißt Fenchurch Fenchurch?

Die junge Frau mit dem ungewöhnlichen Namen Fenchurch - dessen Hintergrund erfährt der Leser in Kapitel 12 – wird von allen, besonders von ihrem Halbbruder Russell, für verrückt gehalten. Die beste Voraussetzung, um bei Arthur Verständnis zu wecken. Sie stellen fest, dass sie beide sehr ungewöhnliche Erlebnisse hinter sich haben und auch eine ganz spezielle Empfindung für die Welt um sie herum teilen. Sie verlieben sich ineinander und besuchen gemeinsam den Mann, der ein Irrenhaus für die Welt gebaut hat, und von dem sie sich eine Lösung des Rätsels der verschwundenen Delfine erhoffen.

Anschließend begeben sie sich mit Ford Prefects Hilfe zum Planeten Preliumtarn in das Land Sevorbeupstry, wo sie auf dem Gipfel der Quentulus-Quazgar-Berge

Gottes letzte Botschaft an seine Schöpfung in zehn Meter hohen Feuerbuchstaben zu finden hoffen.

Wiedersehen und Abschied

Auf dem Weg dorthin treffen sie einen stark ramponierten Marvin, den paranoiden Androiden, der aufgrund diverser Zeitreisen, die er in der Vergangenheit unternehmen musste, nun siebenunddreißigmal älter als das Universum selbst ist. Mit letzter Kraft wird er von Fenchurch und Arthur den Berg hinaufgewuchtet, um mit eigenen Sehschaltkreisen die Botschaft zu lesen. Zum ersten Mal in seiner unendlich langen Existenz ist er zufrieden. Das in der Übersetzung etwas schwache "das war nötig" als Marvins letzte Worte gibt nur ungenügend das aussagekräftigere und berührende "I feel good about it" des Originals wieder.

Ruhe in Frieden, Marvin.

Literatur:

Douglas Adams, Macht's gut, und danke für den Fisch, Heyne Verlag, Taschenbuch: 192 Seiten, 2000, ISBN-10: 9783453146068, ISBN-13: 978-3453146068, 7,95 Euro

Englische Gesamtausgabe der ersten fünf Bände:

Douglas Adams, The Ultimate Hitchhiker's Guide, Complete & Unabridged, Wings Books, New York, Gebundene Ausgabe: 832 Seiten, 1996, ISBN-10: 9780517149256, ISBN-13: 978-0517149256

Esther Koch, Jonathan Koch

Esther Koch - geboren in Mainzverheiratet, 2 KinderPhilologin, freie Dozentin für EnglischWohnhaft im Südschwarzwald

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