Douglas Coupland

Coupland Werke - ich
Coupland Werke - ich
Kurzer biographischer Abriss sowie Zusammenfassung und Interpretation der Werke des Bestseller-Autors Douglas Coupland.

Douglas Coupland zählt seit gut zwei Jahrzehnten zu den interessantesten und produktivsten belletristischen Autoren unserer Zeit. Mit seinen Romanen reflektiert er klug und gewitzt den American Way of Life (und zugleich das moderne Lebensgefühl in der westlichen Welt) und nimmt diesen Stück für Stück auseinander.

Douglas Coupland – ein vielseitig veranlagter Künstler

Coupland wurde am 30. Dezember 1961 auf einem NATO-Stützpunkt in Deutschland geboren und wuchs in Vancouver auf, wo der vielseitig begabte Künstler 1984 ein Bildhauerei-Studium abschloss. Es folgten Auslandsaufenthalte in Deutschland, Italien und Japan. 1987 stellte er seine künstlerischen Arbeiten unter dem Titel „The Floating World“ in der Vancouver Art Gallery aus. Dem Schreiben widmete er sich erst stärker Ende der Achtziger, als er begann, für lokale Magazine zu schreiben. Auch nach seinem literarischen Durchbruch Anfang der Neunziger arbeitete er weiterhin an Skulpturen und Installationen und schrieb auch Drehbücher, was die beeindruckende Vielseitigkeit von Couplands Schaffen untermauert.

Literarischer Durchbruch 1991 mit „Generation X“

Sein Romandebüt wurde auf Anhieb ein Bestseller und der Titel „Generation X“ zum bekannten Schlagwort und Markenbegriff für Individuen, die sich von Massenbewegungen, Konformität und biederer Lebenshaltung abgestoßen fühlten. Der Roman schildert in kurzen prägnanten Kapiteln den Selbstfindungsprozess dreier exemplarischer Vertreter der Generation X (Dag, Andy, Claire) und ihren Versuch, in Palm Springs, einem Schickimicki-Ort mitten in der kalifornischen Wüste, ihre Vision von Selbstverwirklichung jenseits des Mainstreams und der Erwartungshaltung anderer umzusetzen. Mittels fiktiver Anekdoten und philosophischer Dialoge vermittelt Coupland dem Leser Sehnsüchte und Zivilisationsfluchtmotive, die erzählerisch erstaunlich leicht und inhaltlich fast wie selbstverständlich wirken. Geschickt verarbeitet Coupland die vielen typischen schwülstigen, sachlichen Attribute und Fachbegriffe, die die Generation X kennzeichnen, nur als Randnotizen. Es wirkt wie eine Zugabe, die nicht vom Lesefluss ablenken soll.

1992 „Shampoo Planet“, eine Art Fortsetzung…

Der zweite Roman „Shampoo Planet“ stellt in vielfacher Hinsicht den genauen Gegensatz zu „Generation X“ dar. Zum einen wird in dem Roman eine Jugend dargestellt, die sehr früh Status- und Karrieredenken in den Vordergrund stellt, zum anderen steht Tyler, der jüngere Bruder von Andy, den wir aus „Generation X“ kennen, im Mittelpunkt der Handlung. Folglich kann man die Brüder beziehungsweise die Werke als Antagonisten bezeichnen; Coupland unterscheidet informativ und satirisch zwischen den verschiedenen Vertretern unserer Generation, die sich für völlig konträre ökonomische und philosophische Denk- und Lebenssysteme entschieden haben.

1995 „Microserfs“, Mikrosklaven im Zeitalter des IT-Booms

Nachdem 1993 mit „Life After God“ ein eher kurzweiliger Erzählband erschien, in dem sich Coupland erneut auf die Generation X und deren größten Existenzängste fokussierte (atomare Bedrohung, Zerstörung der Umwelt, Tod und die Suche nach Gott), folgte 1995 mit „Microserfs“ eine bissige Satire, die gekonnt den digitalen Zeitgeist karikierte. Der Roman handelt vom überzogenen Computer-Kult der Neunziger verkörpert durch Angestellte des Microsoft-Konzerns, die sich teilweise kryptisch ausdrücken und nicht immer den Bezug zur realen Welt besitzen.

Nicht alles ist Satire…

1997 überraschte Coupland Leser und Kritiker mit dem Roman „Girlfriend In A Coma“, mit dem er den Beweis erbrachte, dass er nicht ausschließlich ironisch den Zeitgeist und die neuesten Moden verarbeitet. Der apokalyptische Roman lässt zwar sprachlich und stilistisch die typischen Grundzüge Couplands aufblitzen, ist aber zugleich ungewohnt ernst und nachdenklich.

Auch der darauf folgende Roman „Miss Wyoming“ schlägt ein paar ernstere Töne an. Coupland erzählt von zwei gescheiterten Charakteren inmitten des schnelllebigen, brutalen Hollywood-Milieus. Trotz der Krisen und Katastrophen der beiden Protagonisten Susan und John finden beide auf Umwegen zueinander und vor allem zu sich selbst.

Im 2000 erschienenen „All Families Are Psychotic“ geht es, wie der Titel verrät, um die Leiden und Krisen einer Familie, außerdem um AIDS, Gewalt und pharmazeutische Verschwörungen. Trotz des Hintergrunds dieser ernsten Themenpalette schafft es Coupland auch hier, uns auf leichtfüßige Art und Weise den ganz normalen amerikanischen Wahnsinn näher zu bringen.

Weitere Veröffentlichungen von Douglas Coupland

Auch im letzten Jahrzehnt war Coupland sehr produktiv und widmete sich aktuellen Katastrophen und ihrer Verarbeitung (das Columbine-Massaker in „Hey, Nostradamus!“ (2003)), Mittdreißigern, die von ihrer Vergangenheit eingeholt werden („Eleanor Rigby“ (2004)) sowie der Arbeitswelt, ihren Mechanismen, Abgründen und individuellen Sehnsüchten („jPod“ (2006) & „The Gum Thief“ (2007)).

Mit seinem aktuellen Werk „Generation A“ (2009) kehrt Coupland schließlich zurück zu seinen Wurzeln; ähnlich wie fast 20 Jahre zuvor in „Generation X“ versucht Coupland, das Lebensgefühl einer Generation (die ihr Leben digitalisiert und pseudoindividuell zwischen Youtube, Google, World of Warcraft und Twitter eingebettet hat) zu beschreiben. Die Handlung selbst spielt in einer nahen Zukunft, die dem Leser greifbar nahe erscheint. Ähnlich wie in „Generation X“ bemerken wir, dass er im Grunde über uns schreibt und über das, was sich bereits heute schon abspielt.

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Christian Schmidt - selbständig, vielseitig, vielfältig, ambivalent * 1976 seit 2006 in Dresden wohnhaft Vorlieben: Literatur, Filme, ...

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