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Dr. Infantes im wahren Dschungel von Peru

Dr. Infantes mit Patientin - Dr.C. Infantes
Dr. Infantes mit Patientin - Dr.C. Infantes
Der spanische Augenchirurg Carlos Infantes aus Javea hat in einer privaten Hilfsmission rund 800 Menschen in der peruanischen Wildnis vor Blindheit bewahrt

Ein humanitärer Einsatz für "Optiker ohne Grenzen" brachte den Menschen in der südamerikanischen Wildnis das Augenlicht zurück. Er operierte dort, wo normalerweise weder Arzt noch Krankenhaus zu finden ist. Dr. Carlos Infantes, ein spanischer Augenarzt, der jahrelang in Deutschland an der Universität Tübingen studierte und arbeitete, berichtet von dieser aufregenden Reise quer durch Peru, zu den ärmsten Einwohnern.

Im September 2009 Reise nach Peru

Die eigene Klinik war schon seit Jahrzehnten etabliert, im spanischen Javea betrieb Dr. Infantes eine augenärztliche Klinik mit Operationssaal, die weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt war. Doch statt sich auf diesem erreichten Karriereziel auszuruhen, begab er sich zu den Wurzel der ärztlichen Berufung und half dort, wo es rein um Menschenleben, und nicht um Geld und Anerkennung ging. Als Arzt, der fließend deutsch, englisch, französisch und spanisch spricht, ist er ohnehin schon die große Ausnahme unter Spaniens Ärzten. Nicht nur deshalb wurde er gefragt, ob er nicht einmal mitkommen würde, um in den ärmsten Gebirgsregionen Perus den Menschen ihr Augenlicht zu retten, wo niemand aus den zivilisierten Ländern hinkommt, wo es keine medizinische Versorgung und kein Gesundheitssystem gibt.

Erst Lima - und dann in die Wildnis

Carlos Infantes ließ sich auf das Abenteuer dieser Reise ein und flog als erstes auf eigene Kosten nach Lima. Als Assistentinnen begleiteten ihn zwei Optikerinnen, Esther und Vanessa aus Spanien/Valencia und Alicante von Optikern der ONG, einer caritativen Einrichtung. In diesen tropischen Regionen, 5.000 Meter hoch gelegen, finden sich gehäuft Erkrankungen, die durch das Sonnenlicht, Trockenheit und Sand verursacht werden, zum Beispiel Pterygium/Flügelfell.

Allein die Fahrt von Lima nach Mazamari ins grüne Gebirge Perus dauerte über Landstraßen und unbefestigte Wege rund elf Stunden. In Mazamari leben die Einwohner meist von Agrarwirtschaft, die sie bei sengender Hitze und ohne die Errungenschaften der Technik mit einfachsten Mitteln bewerkstelligen. Noch heute schwärmt der Arzt von der ihm unbekannten Süße der Ananas, die in dieser Region angebaut wird.

Außer den Gewalten der Natur gibt es in dieser Region eine weitere Gefahr für die wehrlosen Bauern: Durch die exponierte Lage der Dörfer im tiefen Dschungel an der Grenze zu Brasilien eignet sich das Land besonders für den Kokain-Anbau. Viele der einfachen Bauern werden deshalb vom Staat als Hilfspolizei angeheuert, um den Drogenkartellen Einhalt gebieten zu können.

Im Dschungel zwischen Peru und Brasilien

Leider ist diese Tätigkeit auch sehr gefährlich, viele Kinder wachsen ohne Eltern auf, ob wegen mangelnder Gesundheitsfürsorge oder wegen der gefährlichen Jobs als Drogenpolizei, die Waisen wurden zunehmend mehr in dieser Region. Ein Mann aber hat mitten in dieser Wildnis eine Zuflucht für Kinder geschaffen: Bruder Joaquin Ferrer, Franziskanermönch aus Valencia. Dr. Infantes lebte während seines humanitären Dienstes in der Anlage, die Bruder Joaquin in Mazamari aufgebaut hatte. Auch eine kleine Krankenstation hatte er aufgebaut, wo durch Spender aus Europa eine augenärztliche Behandlungseinheit, die in Europa nicht mehr verwendet wurde, hinterlassen wurde.

So konnte Dr. Infantes mit seinen Helferinnen pro Tag zwischen 50 und 100 Menschen ihr Augenlicht retten, oder zumindest helfen, das Fortschreiten schwerer Schäden zu verhindern. Was es für einen Menschen ohne soziales Netzwerk und staatliche Versorgung bedeutet, zu erblinden, kann man als Europäer fast nicht nachvollziehen. So hat Dr. Infantes Arbeit Spuren hinterlassen, die weit über einen Zehn-Tage Einsatz hinausgehen: Er hat etwa 800 Menschen geholfen, dass sie ein selbstbestimmtes und freies Leben weiterführen oder wiedererlangen konnten. Was dies, gerade in solch armen Regionen, bedeutet, ist mit Geld nicht aufzuwiegen.

Für Dr. Infantes, der danach noch einen Abstecher zum Nationaldenkmal Machu Pichu unternahm, wirken die Erfahrungen auch nach über einem Jahr nach: Die Herzenswärme und Güte des Bruders Joaquin Ferrer, der sein Leben auf die Kinder von Mazamari ausrichtete, die Freude und Dankbarkeit der Patienten, deren Gebete erhört wurden, als der europäische Arzt ihnen ihr Augenlicht wiedergab, und nicht zuletzt die Schönheit der Wildnis Perus, die er in bleibender Erinnerung behalten wird.

Da diese Aktion bereits 2009 in aller Stille erfolgte, soll sie trotzdem gewürdigt werden, indem sie als außergewöhnliche Leistung eines außergewöhnlichen Arztes veröffentlicht wird, denn erst auf ausdrücklichen Wunsch der Autorin hat der bescheidene Helfer der Blinden Perus sich bereit erklärt, über diese bewegende Hilfemission zu berichten.

© Celia de Rosa, © Celia de Rosa

Celia de Rosa - Die deutsch-spanische Journalistin Celia de Rosa lebt und arbeitet in Spanien. Neben ihren beruflichen Aufgaben fand sie Entspannung ...

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