Am 24. Juli 2010 fand die letzte Loveparade statt. Um 17 Uhr ereignete sich bei der in Duisburg stattfindenden Techno-Parade eine Massenpanik, die durch Stauungen in einem 200 Meter langen Tunnel ausgelöst wurde, der zum Festivalgelände, dem alten Duisburger Güterbahnhof, führte. Laut Augenzeugen gab es in dem als Zugang zum Veranstaltungsort genutzten Tunnel kaum noch Luft zum Atmen. Mehrere Besucher seien umgekippt und konnten nicht wiederbelebt werden. Rettungskräfte (2.000 im Einsatz) seien kaum durchgekommen, im dichten Gedränge kam man weder vor noch zurück - immer mehr Menschen drängten von hinten nach. Einige kamen dadurch im Tunnel in Panik, schrien – eine Massenpanik entstand.

21 Tote und 509 Verletzte auf Loveparade in Duisburg

21 Menschen (zwischen 20 und 40 Jahre alt) wurden zerquetscht. Sie kamen nicht im Tunnel ums Leben, sondern an einem Treppenaufgang, zwei davon an einer Plakatwand. Unter den Toten befanden sich Opfer aus China, Australien, Italien, Niederlande, Bosnien, Spanien und elf Deutsche. 509 Menschen wurden schwer verletzt (Stand: 28. Juli 2010).

Panikforscher warnte vor dem Sicherheitskonzept

Panikforscher Michael Schreckenberg war in die Planung der Loveparade einbezogen und habe bereits vorab gewarnt: Der Tunnel, der die Raver als Nadelöhr auf das Gelände schleuste, fasse pro Stunde nur 20.000 Leute. Bis zu 250.000 Raver sollten hier durch- und wieder herunter geschleust werden. Das Sicherheitskonzept ging von maximal über die Stadt verteilte 500.000 Besuchern aus. Insgesamt besuchten aber nach Aussagen der Veranstalter 1,4 Millionen Menschen die im Ruhrgebiet stattfindende Loveparade (1,6 Millionen Besucher waren es in der davor stattfindenden Dortmunder Loveparade. Die Stadt Bochum sagte im letzten Jahr die Veranstaltung komplett ab).

Party ging nach Todes-Panik weiter - David Guetta sagte sein Set ab

Um eine weitere Massenpanik zu verhindern, lief die Party mit elektronischer Musik bis 23 Uhr weiter und klang leise aus. Viele der Raver wussten nicht, dass es durch das Gedränge Tote auf der Veranstaltung gab. Per Live-Stream konnte man im Internet das Geschehen der Party verfolgen. Makaber, als „Enjoy the silence“ („Geniesse die Ruhe“) aufgelegt wurde! Top-DJ David Guetta („When love takes over“) war für die Abschluss-Kundgebung geplant. Über das Social-Network Facebook verlautete er an seine Fans, dass ihm die Vorkommnisse auf der Loveparade das Herz brächen und er deshalb nicht auflegen werde. Er gehe davon aus, dass seine Fans, die mit ihm tanzen wollten, das auch verstünden und bat sie, langsam und wohlbehalten nach Hause zu gehen.

Nach Tragödie Ende der Loveparade

Organisator Rainer Schaller (Chef der Fitnesskette „McFit“) verkündete sein Mitgefühl für die Angehörigen der vielen Opfer und das „Aus“ der Techno-Parade. Der Unternehmer übernahm die Loveparade 2006 für fünf Jahre ins Ruhrgebiet, nachdem die Stadt Berlin keine Genehmigung mehr für die Veranstaltung, die seit ihrer Gründung etwa zwölf Millionen Besuchern in die Hauptstadt lockte und als die größte Tanzveranstaltung der Welt galt, erteilte.