"Dreams and Schemes" - Die dritte Episode von "Into the West"

Skeet Ulrich als Jethro Wheeler  - Turner Network Television.
Skeet Ulrich als Jethro Wheeler - Turner Network Television.
1849 bricht in Kalifornien der Goldrausch aus und viele Weiße zieht es nun zum American River. Auch Jacobs Bruder Jethro verfällt der Gier nach Reichtum.

Die dritte Staffel der Western-Filmserie handelt in erster Linie von Jacobs Familie, die in Kalifornien ihr neues Leben beginnt. Der "Goldrush" treibt eine regelrechte Flut an Weißen in die Region, die alle hoffen, ihr Glück zu machen. Auch an Jethro Wheeler geht dieses Fieber nicht gleichgültig vorbei. Kurzum beschließt er, sich den Goldsuchern anzuschließen. Doch anstatt etwas zu gewinnen, verliert er dabei seine Persönlichkeit – und die Zuneigung von Frau mit dem Donnerherz.

Der Goldrausch

An der Suche nach Gold kleben viele Träume der Amerikaner: Von der Überzeugung beherrscht, Glück liege vor allem im Reichtum, hoffen sie auf ein erfüllteres Leben. Auch Jethro glaubt, so zu einem besseren Ehemann zu werden, der seiner Familie mehr geben kann. Seitdem sein Bruder Jacob für tot geglaubt wird, nimmt er dessen Platz in der Familie ein – allerdings nur als Ersatz. Nun treibt das Gold einen Keil zwischen ihn und Frau mit dem Donnerherz, je weiter sich Jethro in die Goldsuche hineinsteigert. Im Gegensatz zu ihm sieht Frau mit dem Donnerherz keinen Wert in dem gelben Stein; ihre indianische Sichtweise deutet ihn sogar als schlechtes Omen. Sehr bald beginnt sich Jethro von der Familie zu entfremden – bis er sogar gewalttätig wird.

Abe Wheeler und der Pony-Express

Jacobs erster Sohn, Abraham (jung: Tyler Posey, später Christian Kane), kann seinen Onkel bald nicht mehr ertragen – er hat ihn nie richtig als neuen Vater akzeptiert. Dadurch treibt er den ohnehin schon reizbaren Jethro zur Weißglut, dem auch der Whiskey immer mehr zuspricht. Irgendwann kommt es zu einer blutigen Auseinandersetzungen zwischen den beiden und für Abraham fallen die Würfel: Er verlässt das Elternhaus und stellt sich in die Dienste des Pony-Expresses. Diese Reiterstaffel war seinerzeit die populärste Postzustellung Amerikas, bis sie 1861 durch den ersten Telegraphenmast überflüssig wurde.

Jethros Tod - Wie das Gold einen Menschen in den Wahnsinn treibt

Trotz aller Bedenken zieht es Jethro auch weiterhin zum American River, und zusammen mit seinem Cousin, David Wheeler, sucht er nun im Team nach Gold. Gemeinsam landen die beiden schließlich einen großen Fund, doch ihre Gier nach Reichtum wird ihnen zum Verhängnis. Anstatt den Gewinn gerecht zu teilen, raubt er ihnen den Verstand: Beide Wheelers finden ein unglückliches Ende im American River, verunglückt im Kampf um den goldenen Stein.

Für Frau mit dem Donnerherz bleibt nichts als der Schmerz zurück. Sie lebt ihr Leben weiter und hofft auf die Gerüchte von ihrem Mann, Jacob, der vielleicht noch am Leben ist. Da sie ihn niemals richtig losgelassen hat, gibt sie die Hoffnung nicht auf, dass er zurückkehrt. Ihre Tochter, Margaret Heller Schein, begibt sich derweil allein auf die Suche ihm und stößt dabei auf den englischen Fotografen Ethan Biggs, mit dem sie bald eine Ehe eingeht.

Auch wenn Jethros Geschichte eine Tragische ist, in der ein Mann durch Habsucht verrückt wird, führt sie doch schließlich zwei Liebende wieder zusammen. Nach langen Jahren der Trennung sind Jacob und Frau mit dem Donnerherz wieder vereint und blicken gemeinsam in die selbe Richtung – beide hatten ihre Liebe füreinander nie aufgegeben.

„Indianische“ und „moderne“ Sichtweise – Ein Konflikt zwischen Mutter und Tochter

Am Beispiel von Frau mit dem Donnerherz und ihrer Tochter Margaret erleben wir einen Generationskonflikt. Während Margarets Mutter die alten Traditionen ihrer Stammeskultur bewahrt, passt sich die junge Halbblutindianerin dem Fortschritt an. Gegenüber Ethan schämt sie sich wegen ihrer indianischen Herkunft und leugnet das Blut ihrer Mutter. Sie muss erst lernen, beide Seiten in sich zu vereinen. In ihren jungen Jahren ist sie der Überzeugung, das Volk der Lakota müsse sich ändern, oder es ginge unter.

Indianische Reservationen – Leere Versprechen und gebrochene Verträge

Der Goldrush bringt für die Indianer nur Ärger mit sich. Immer mehr Amerikaner dringen in ihre Gebiete vor, und die wütenden Angriffe einiger Krieger festigen in ihnen das Bild der unzivilisierten, wilden Rothaut. Die meisten Amerikaner begreifen sich als die überlegene Rasse und sehen darin auch die Rechtfertigung für den Landraub. Ihr Einfluss im Westen wird stetig größer, sodass die Indianer ihnen nicht länger nur aus dem Weg gehen können.

Um den blutigen Auseinandersetzungen endlich ein Ende zu machen, müssen beide Seiten schließlich kooperieren. So wird 1851 eine Versammlung aller indianischen Stämme einberufen, in der die Häuptlinge ein Abkommen unterzeichnen. Im Vertrag von Fort Laramie wird den Indianern von der Regierung das Gebiet westlich des Missouri zugesichert. Dort werden sie in die Reservationen gedrängt, wo sie Ackerbau und Viehzucht betreiben sollen wie die Weißen. Auch der Lakota-Häuptling Heulender Bär unterzeichnet den Vertrag. Seine Rolle wird von Graham Greene besetzt, der schon als Strampelnder Vogel aus „Der mit dem Wolf tanzt“ populär ist.

Das Grattan-Massaker

Seine Hoffnungen auf ein friedliches Nebeneinander mit den Weißen werden allerdings enttäuscht. Der Film setzt dies in Szene anhand eines Vorfalls, der sich tatsächlich zugetragen hat: Dem weniger bekannten Grattan-Massaker von 1854. Die entlaufene Kuh eines Siedlungstrecks richtet in einem Indianerdorf gewaltigen Schaden an, sodass der Stamm die Kuh als Entschädigung behält. So wird Heulender Bär schließlich des Kuhdiebstahls bezichtigt – eine Anschuldigung, an der der ein betrunkener Dolmetscher nicht unschuldig ist. Der Konflikt endet in einem blutigen Gefecht; der Lakota-Häuptling wird erschossen. Dieses Massaker markiert das Ende des Vertrags von Fort Laramie.

Der ausbrechende Bürgerkrieg

Das Ende der Episode ist von vielen kleinen Szenen und einer Menge Zeitsprüngen geprägt. Der 1861 ausbrechende Bürgerkrieg drängt Jacob Junior (Tyler Christopher), Jacobs zweiten Sohn, als Scout in die Armee. Und in Kansas kommt es 1863 zu einem blutigen Massaker, von dem auch entfernte Verwandten von Jacob betroffen sind. Die flüchtende Adoptivtochter Clara Wheeler (Rachael Leigh cook) spielt auch in der folgenden Episode noch eine Rolle.

Weitere Informationen

Offizielle Webseite zum Film