Die Stadt Drebkau, sorbisch Drjowk genannt, liegt südwestlich von Cottbus im Landkreis Spree-Neiße in Brandenburg. 700 Jahre Geschichte spiegeln sich in der sanierten Altstadt mit dem Rathaus. Weithin bekannt ist die Stadt durch die Ostereierausstellung im Museum „Sorbische Webstube".

Gut ausgebaute Radrouten und Wanderwege führen in herrliche Natur und bieten aktiven Gästen viele Möglichkeiten. Besonderheiten der Region sind in den „Steinitzer Alpen“ und im „Altbergbau Görigk“ zu erleben. Weniger schön, aber immer wieder eindrucksvoll, sind die vom Braunkohletagebau geschaffene Löcher in der Landschaft. Bei Drebkau wird im Tagebau Welzow-Süd noch Kohle gefördert. Einen guten Aussichtspunkt gibt es bei Gut Steinitz. Dort unterhält Vattenfall auch ein Informationszentrum zum Thema Braunkohle in der Lausitz. Und seit August 2012 gibt es den Aussichtspunkt „Steinitzer Treppe“ beim Steinitzhof am Rand des Tagebaus.

Sehenswürdigkeiten in Drebkau

In Drebkau gibt es zwei Schlösser: das Schloss Drebkau und das Schloss Raakow.

Das Schloss Drebkau wurde Ende des 17. Jahrhundert erbaut. Die Anbauten wurden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert hinzugefügt.

Die erste Nachricht von einem Herrenhaus in Raakow stammt von 1694. Da brannte das Schloss ab. Das spätbarocke Herrenhaus wurde von Friedrich Wilhelm von Löben erbaut, dem Raakow von 1753 bis 1797 gehörte. Es hat neun Fensterachsen, ist eingeschossig mit Krüppelwalmdach und Mansardgeschoss. Dazu gehörten ein großer Wirtschaftshof und ein prächtiger Park. Nach 1866 kam es zu umfangreichen Neu- und Umbauten durch Graf Fritz von Wartensleben oder Generalleutnant Johann Hermann von Oppeln-Bronikowski. Es entstand ein vielfach gegliederter Baukörper mit unregelmäßigem Grundriss. Das alte Herrenhaus wurde umgebaut und in den Neubau integriert. Hinzu kamen der nördliche Anbau mit Turm und ein Flügel im Süden, dazu Loggia, Erker und Terrassen. Nach 1945 wurde das Schloss Raakow zunächst vom Roten Kreuz genutzt- Dann wurde es der Freien Deutschen Jugend (FDJ) als Bezirksschule mit Internat überlassen. Nach der Wende wurde das Schloss dem Amt Drebkau übertragen. Nach einer Nutzung durch einen Bldungsträger wurde das Schloss Kerstin und Torsten Koalick verkauft. Die wollen das Schloss zu einem Ort altersgerechten Wohnens umbauen. Im Oktober 2009 brannte es allerdings vollständig aus.

Die evangelische Stadtkirche wurde 1810 erbaut. Der Turm entstand auf Resten des Vorgängerbaues. Im Inneren gibt es eine Hufeisenempore und einen Orgelprospekt aus der Bauzeit des Gotteshauses.

Ein weiteres sehenswertes Bauwerk ist das Rathaus der Stadt. Es wurde 1853 in neugotischen Stil errichtet.

Das denkmalgeschützte Gutshaus in Koschendorf verfällt.

Östlich von Greifenhain befindet sich nördlich des Wegs nach Radensdorf ein Steinkreuz aus grauem Granit. Früher diente es als Steg über das Greifenhainer Fließ.

Veranstaltungen in Drebkau

Alljährlich am Rosenmontag veranstaltet der Drebkauer Carnevalclub e.V. den traditionellen Rosenmontagszug mit anschließendem Fest auf dem Marktplatz.

Seit 2005 wird jährlich der Drebkauer Kreisel, eine Radtour durch das Gemeindegebiet, veranstaltet.

Im Ortsteil Casel wird der seit Jahrhunderten ausgeübte sorbische Brauch des Johannisreitens aktiv gepflegt.

Immer im September lockt das Brunnenfest mit der Wahl der Brunnenfee viele Besucher nach Drebkau.

Großen Zuspruchs erfreuen sich das jährlich stattfindende „Drebkauer Drachenfest" und die an jedem zweiten Oktoberwochenende veranstaltete „Drebkauer Pilzwanderung".

Gastliches Drebkau

Das heutige Brauhaus Kircher wurde 1760 erstmals urkundlich als Gut Lombardei erwähnt. Um 1870 entstand daraus die Schlossbrauerei Drebkau, die bis 1949 von der Familie Reeka geführt wurde. 1949 kaufte Hildegard Kircher, die aus einer Brauerfamilie stammte, die Schlossbrauerei Drebkau. Bis 1972 wurde die Brauerei Drebkau von der Familie Kircher geführt. 1992 übernahmen die Söhne wieder den alten Familienbesitz setzen die Brautradition mit Kirchers Brauhaus Drebkau fort und brauen wir seit 1998 Kirchers Bier nach dem Rezept des Großvaters und schenken es vor Ort aus.

Im Radensdorf bei Greifenhain gibt es ein herrschaftliches Anwesen von 1780. Hier wurde stilvoll und familiär die Pension Schloss Greifenhain eingerichtet. Sie bietet idyllische Ruhe und schöne Natur. Die Zimmer im Schloss sind alle nach einem eigenen Thema eingerichtet. Dabei wurde soviel Originalsubstanz wie möglich erhalten. Das Restaurant des Hauses bietet viel Abwechslung durch einen Mix aus belgischer, friesischer, niederländischer und deutscher Küche.

Museum „Sorbische Webstube“ in Drebkau

Weit über die Stadtgrenzen ist die Ostereierausstellung im Museum „Sorbische Webstube Drebkau“. Diese einmalige Sammlung wurde von Lothar Backe über viele Jahrzehnte zusammen getragen. Weiter sind in dem Haus Exponate zum sorbischen Brauchtum zu sehen.

Lage und Anreise

Die nächste Autobahnanschlussstelle ist Cottbus-West an der A15. Von dort führt die Bundesstraße B 169 nach Drebkau. Aus Richtung Dresden empfiehlt sich die Abfahrt Großräschen von der A 13 und weiter via Großräschen und die B 169 nach Drebkau.

Durch Drebkau führt die Bahnstrecke von Großenhain nach Cottbus. Von hier gibt es im Stundentakt Verbindungen nach Cottbus und Dresden.

Steckbrief von Drebkau

  • Bundesland: Brandenburg
  • Landkreis: Spree-Neiße
  • Höhe: 87 Meter über Normal Null
  • Fläche: 142,9 Quadratkilometer
  • Einwohner am 31.12.2011: 5.866
  • Stadtgliederung in Kernstadt und 9 weitere Ortsteile. Casel (Kohle), Domsdorf (Domašojce), Greifenhain (Mali?), Jehserig (Jazorki), Kausche (Chusej), Laubst (Lubošc), Leuthen (Lutol), Schorbus (Skjarbošc) und Siewisch (?iwize)
  • Anschrift der Stadtverwaltung: Spremberger Straße 61, D-03116 Drebkau
  • Städtepartnerschaften: Czerwie?sk in Polen

Quellen

  1. Stadt Drebkau
  2. Tourismusverband Niederlausitz
  3. Vattenfall