
- anbetung_der_heiligen_drei_könige - Francisco de Zurbarán
Die Magier aus dem fernen Osten
Die größte Informationsquelle der drei Weisen ist die Bibel. Als „Magier“ werden die Sterndeuter hier in der Weihnachtserzählung des Matthäusevangeliums erwähnt. Doch auch Kommentare und andere Quellen geben Einblicke in das Leben und Wirken dieser drei Männer.
Es heißt, dass das Leben der drei Sterndeuter von Wundern erfüllt war, bevor sie den Weihnachtsstern in jener Nacht erblickten. Daraufhin machten sie sich auf den Weg, dem Stern nach, der die Geburt eines "neuen Königs der Juden" verkündete. Im Matthäusevangelium werden sie „die Magier aus dem Morgenland“ genannt. In Wirklichkeit waren sie Priester des Zarathustrakultes in Persien.
Auf ihrem langen und beschwerlichen Weg das Neugeborene zu sehen, trafen sie auf Herodes, den König von Judäa. Als sie diesem vom neugeborenen König berichteten, fürchtete dieser um seinen Thron und wünschte, dass die Männer ihm Bericht erstatteten, wo das Kind sei, wenn sie es gefunden haben.
Tatsächlich fanden sie Jesus und überbrachten ihm ihre Geschenke: Gold, Weihrauch und Myrrhe. Sie entschieden sich, Herodes nicht von dem Kind zu erzählen und wurden kurz vor dem Aufbruch zurück in ihre Heimat im Traum von einem Engel besucht. Dieser warnte sie, einen anderen Weg zurück nach Hause zu gehen.
Später bekehrten sie sich zum Christentum, ließen sich vom Apostel Thomas taufen und erhielten die Bischofswürde. Den letzten Informationen zufolge feierten sie im Jahre 54 n.Chr. gemeinsam ein Weihnachtsfest, auf das sie kurz danach starben. Ihre Gebeine wurden nach Konstantinopel, heutiges Istanbul, gebracht und dort aufbewahrt. Heiliggesprochen wurden sie nie.
Die Heiligen Drei Könige - und die Zeichen der Zeit
Zu ihrem Titel gelangten die „Heiligen Drei Könige“ erst nach langer Zeit und vielen anderen Namen. In der Bibel nannte man sie „die Magier“. Das weist weder auf Namen, noch auf Anzahl der Magier oder Titel hin.
Erst 300 Jahre später ernannte man „die Magier“ zu Königen und aus ihnen wurden drei. Diese Anzahl wurde wahrscheinlich von ihren drei Gaben abgeleitet, die sie dem Jesuskind überreichten.
Im 6. Jahrhundert n.Chr. wurden sie mit den Namen Thaddadia, Melchior und Balytora erwähnt. Kaspar, Melchior und Balthasar nannte man sie erst ab dem 9. Jahrhundert.
1200 n.Chr. wurde ihnen letztendlich ein bestimmtes Alter gegeben. Caspar wurde als der junge Mann dargestellt, Melchior war der Erwachsene mittleren Alters und Balthasar ein Greis. Ab diesem Moment wurde Caspar, der Jüngste, zum Mohren.
Kaspar, Melchior, Balthasar und ihre Bedeutung
Als Matthäus sein Evangelium schrieb, hatten sich schon die ersten Christengemeinden entwickelt. Matthäus wollte mit seinem Evangelium diese Gemeinden festigen. Doch in Fragen in Bezug auf die Heiden war man schnell überfordert. So erwähnte Matthäus die Magier in der Weihnachtserzählung. Er wollte damit zeigen, dass es keine Juden waren, die von Jesus wussten, sondern Heiden. Durch das Treffen der Magier mit König Herodes wird dies hervorgehoben. Denn obwohl Herodes und seine Untertanen nun von dem neuen König wissen, unternehmen sie nichts. Nur die Fremden von weither suchen und finden ihn. Matthäus wollte zu der damaligen Zeit zeigen, dass auch die Heiden eine Verbindung mit Christus hatten. Und zwar vor den Juden.
Ab dem 12. Jahrhundert n.Chr. sah man die Heiligen Drei Könige auch als die Vertreter der drei Weltteile, die bis dahin bekannt waren. Der alte Balthasar symbolisierte Asien, der erwachsene Melchior Europa und der junge Kaspar das neu entdeckte Afrika.
Auch die drei Geschenke, die die Sterndeuter Jesus machten, hatten eine Bedeutung. In der Gesta Romanorum wird Kaspars Myrrhe als die Kraft der Selbstbeherrschung angesehen, Melchiors Gold für den Schatz eines Königs und Balthasars Weihrauch als das Gebet und die hingebungsvolle Opferung.
Der Feiertag in Deutschland
In Deutschland wird der Tag der „Heiligen Drei Könige“ gesetzlich am 6. Januar in drei Bundesländern gefeiert: In Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen-Anhalt.
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