
- Krishna mit Kuh - Asif Akbar auf Stock.xchng
Im Hinduismus hat die Wiederholung der göttlichen Namen eine lange Tradition. So rezitieren und singen Anhänger Krishnas viele seiner 108 Namen, von denen jeder eine dreifache Bedeutung hat: Da ist zunächst die wörtliche Bedeutung, dann der Bezug zu einer Geschichte oder Begebenheit aus dem Leben Krishnas und schließlich die symbolisch-philosophische Bedeutungsebene.
Der dunkelhäutige Herr
Der erste und wichtigste Name ist natürlich Krishna, was übersetzt „schwarz“, „dunkel“ oder „dunkelblau“ bedeutet. Dementsprechend wird Krishna in der Regel mit blauer oder dunkler Hautfarbe dargestellt. So wie der Himmel, das Meer oder weit entfernte Berge aufgrund ihrer Weite oder Tiefe blau erscheinen, so erscheint Krishna blau – ein Hinweis auf die Unendlichkeit und Unfassbarkeit des Göttlichen.
Etymologie des Namens „Krishna”
Der Name Krishna kann außerdem noch auf andere Weisen interpretiert werden, je nachdem, mit welcher Wort-Wurzel man ihn in Verbindung bringt. Geht man davon aus, dass Krishna von der Wurzel „karsh“ („anziehend“) herstammt, so wird Krishna als jemand definiert, der eine unwiderstehliche Anziehungskraft besitzt. Die Wurzel „krish” (Feld vorbereiten oder pflegen) weist dagegen auf eine andere mögliche Bedeutung hin. Krishna wäre dann jemand, der das Unkraut schlechter Eigenschaften wie Zorn, Gier, Hass und Neid aus dem menschlichen Herzen tilgt und die Samen von Mitgefühl, Liebe, Frieden und Seligkeit (daya, prema, shanti and ananda) sät. Adi Shankara bezeichnete Krishna einfach als die Verkörperung von Sein-Bewusstsein-Glückseligkeit (sat-chit-ananda).
Gopala: Beschützer der Kühe, Kuhhirte
Ein weiterer gebräuchlicher Name für Krishna lautet Gopala (”Beschützer der Kühe“ oder „Kuhhirte”), ein Name, der sich auf Krishnas Kindheitstage als Kuhhirte bezieht. Obwohl selbst ein Königssohn, musste Krishna vor seinem gewalttätigen Onkel Kamsa in Sicherheit gebracht werden und verbrachte seine Kindheit inkognito im ländlichen Brindavan. Das erlaubte ihm, in intimer Nähe mit den Gopas und Gopis (Huhhirten und Hirtinnen) von Brindavan aufzuwachsen. Diese einfachen Leute sollen der Legende nach große Weise sein, deren gutes Karma ihnen die Nähe und Süße der Gegenwart Krishnas einbrachte. Im tieferen Sinn stehen die Kühe für alle Lebewesen schlechthin, so dass Gopala, der Beschützer der Kühe, ein Bild für das Göttliche ist, das alle Lebewesen nährt und beschützt. Wie auch Christus gilt Krishna als eine Art guter Hirte, der sich liebevoll um die Seelen der Menschheit und aller Lebewesen kümmert.
Radha Lola: Radhas Freude
Radha, die berühmteste aller Gopis, ist ein Synonym für vollkommene Gottesliebe und Hingabe an Krishna. Sie verkörpert zudem Kanta Bhava, auch Madhurya Bhava genannt, eine der fünf Haltungen des Bhakti Yoga, in der Gott als Geliebter erfahren wird. In einer Rede im Jahre 1978 (Serie Sommersegen in Brindavan) beschrieb der indische spirituelle Lehrer Sri Sathya Sai Baba die Beziehung zwischen Radha und Krishna als „die heilige Beziehung zwischen Gott und Schöpfung“, welche die ewige Einheit von Gott und Schöpfung, Paramatma und Prakriti, darstelle.
Die Süße Krishnas
Dies war nur eine kleine Auswahl aus den vielen Namen Krishnas, von denen es heißt, dass sie Krishnas Süße in sich tragen und erfahrbar machen. Indem man diese Namen wiederholt, singt oder über sie meditiert, kann man in Gottesliebe und Hingabe wachsen und eine Beziehung zum göttlichen Wesenskern im Innern entwickeln. In zwei verwandten Artikeln können Sie mehr über faszinierende Parallelen zwischen Christus und Krishna und die Glaubensvorstellungen des Hinduismus erfahren.
