Schottland ist aufgrund seiner Geschichte auch bekannt geworden für die Vielfalt seiner Schlösser und Burgen. Zu den schönsten Beispielen für gelungene Bauwerke gehört das im Süden des Landes in der Nähe von Dumfries gelegene Drumlanrig Castle.

Drumlanrig Castle ist der Sitz des Duke of Buccleuch und Queensberry

Das Schloss ist im Besitz des Duke of Buccleuch und Queensberry, dessen Familie es auch im 14. Jh. errichtete. Bereits zu früheren Zeiten befand sich an gleicher Stelle eine Festungsanlage. Heute bietet die Burg nach mehreren Umbauten ein schönes Beispiel des Renaissance-Stils des 17. Jh.

Die Anlage spielt auch eine wichtige Rolle in der schottischen Geschichte. Sie diente Prince Charles Edward, dem letzten Vertreter der Stuart-Linie der schottischen Könige, 1746 als Zuflucht nach der Flucht nach der verlorenen Schlacht von Culloden, die die Hoffnungen der Stuarts, den englischen Thron zu besteigen, endgültig beendete. Das Schloss ist vollständig zu besichtigen, obwohl es dem Duke und seiner Familie auch als Wohnstätte dient.

Drumlanrig Castle verfügt über eine wertvolle Kunstsammlung

Der wichtigste Grund dafür, dass die Burg auf einer Rundreise durch Schottland nicht fehlen sollte, ist der Sammelleidenschaft früherer Generationen der Eigentümer zu verdanken. Diese erwarben in den letzten 300 Jahren eine umfangreiche Sammlung an Gemälden und Möbeln wie sie in Schottland wohl einzigartig sein dürfte.

Die einzelnen Bestandteile erstrecken sich über alle Zimmer des Schlosses. Der Löwenanteil der Möbel stammt ursprünglich aus Frankreich und gelangte nach der französischen Revolution in das Schloss. Neben kunstvoll verarbeiteten Sekretären und Kommoden fallen während der rund einstündigen Führung vor allem die Gemälde ins Auge.

Drumlanrig Castle besitzt Gemälde von Rembrandt und Holbein

Prunkstück der Sammlung ist das Gemälde "Die lesende alte Frau" von Rembrandt. Experten schätzen den Wert auf rund 32 Mio. Euro. Eine gute Investition, erwarb der Vorfahr das Bild doch einstmals für 120 britische Pfund, wie man während der Führung erfährt.

Ein weiteres außergewöhnliches Exponat ist ein Bild des deutschen Malers Hans Holbein. Dessen Porträt eines Adligen besitzt ebenfalls einen zweistelligen Millionenwert in Euro. Ein anderes Meisterwerk, aus der Hand von Leonardo da Vinci, wurde dagegen bereits vor einiger Zeit aus der Sammlung entwendet.

Zu den weiteren Werken gehören unter anderen neben einem Bild von Peter Paul Rubens auch Gemälde von wichtigen zeitgenössischen Personen wie Wilhelm von Oranien oder James VI. Letzterer vereinte erstmals die Königreiche von England und Schottland und begründete so das Vereinigte Königreich.

Drumlanrig Castle besitzt außergewöhnliche Gartenanlagen

Der zweite Grund für eine Visite sind die außergewöhnlichen Gartenanlagen. Das gesamte Areal rund um Drumlanrig Castle besteht aus in englischen Rasen eingebetteten Beeten und Grünanlagen sowie kleinen Wäldern. Es umfasst rund 16 Hektar. Das Design der einzelnen Bereiche gibt einen guten Einblick in den Gartenbau der letzten 500 Jahre.

Besonders eindrucksvoll ist der "Long Terrace Walk" entlang der hinteren Schlossmauer. Er wurde um 1700 angelegt und seitdem kaum verändert. Er ermöglicht den Blick auf einen im Jahr 1754 aus Japan importierten Gingko, der zu den ältesten in Großbritannien zählt. Er führt zu dem südlich gelegenen "Shawl", der aus ausgesucht schönen Beeten zusammengesetzt ist. Auch dieser Garten stammt aus dem 18. Jh. und wurde seither kaum verändert.

Drumlanrig Castle kann von April bis Oktober besucht werden

Besucher können das Schloss 2010 vom 26. März bis zum 31. Oktober zwischen 11 Uhr und 16 Uhr besichtigen. Genauere Informationen zu Anfahrtswegen und Eintrittspreisen sind auf der Webseite des Inhabers zu finden. Der Eintritt umfasst jeweils eine kostenlose und interessante Führung.

Für die anschließende Entspannung sorgen ein Teeraum und eine in den früheren Stallungen gelegene Snack Bar. Der Bereich der Stallungen schließt auch einen Handwerksladen und einen Spielraum für Kinder sowie ein Fahrradmuseum ein. Dort besteht auch die Möglichkeit, sich selbst einen Drahtesel auszuleihen und die umliegende Gegend zu erkunden