DSL-Breitbandverbindungen im ländlichen Raum

DSL bringt Unternehmen und Kunden schneller zusammen

Wirtschatszeitung und DSL-Router - Monika Hermeling
Wirtschatszeitung und DSL-Router - Monika Hermeling
Es werden die Ergebnisse der Unternehmensbefragung "Breitbandzugang als Standortfaktor für Unternehmen im ländlichen Raum Baden-Württemberg" vorgestellt.

Wer wirtschaftlich vom Internet abhängig ist und in Deutschland im ländlichen Raum wohnt, kann oft verzweifeln. Internetprovider versprechen auch diesen Nutzern schnelle DSL-Verbindungen. In vielen Fällen können die User nur davon träumen.

Um den derzeitigen realen Bedarf an einer besseren Breitbandversorgung für mittlere und kleine Betriebe zu ermitteln, wurde vom Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum eine Studie beauftragt. Die Wissenschaftler Dr. Iris Gebauer, Dr. Torsten Luley und Clemens Breuninger vom Institut für Geographie der Universität Stuttgart befragten 1.007 Unternehmen aus dem verarbeitenden Gewerbe, des Handels, Dienstleister mit Standort im Ländlichen Raum Baden-Württembergs. Die Untersuchung bezog Selbstständige und Freiberufler ein.

Was sagt der Minister für Ernährung und Ländlichen Raum zu Breitbandverbindungen?

"Die Unternehmen im Ländlichen Raum sehen die Breitbandanbindung als entscheidenden Standortfaktor", sagte der Minister für Ernährung und Ländlichen Raum, Peter Hauk, bei der Vorstellung der Ergebnisse der Unternehmensbefragung 'Breitbandzugang als Standortfaktor für Unternehmen im Ländlichen Raum Baden-Württembergs' der Universität Stuttgart in Mannheim.

Ein mittelfristiger Anstieg der erforderlichen Bandbreite ist nötig

Die Studie zeigt deutlich auf, dass auch im Ländlichen Raum die Frage bei den Unternehmen nicht mehr die ist, ob sie die Datenautobahn nutzen oder nicht, sondern die, welche Qualität die Datenautobahn besitzt. Brachen übergreifend hat sich der Breitbandbedarf deutlich erhöht. Bei der Mehrheit der Unternehmen liegt der derzeitige Breitbandbedarf bei 6 Mbit/s (Megabit pro Sekunde) und höher. Dies sei notwendig, um im Markt wettbewerbsfähig und produktiv agieren zu können. Zudem erwarten sie einen starken kurz- und mittelfristigen Anstieg der erforderlichen Bandbreite. Die Befragung zeigt zudem deutlich auf, dass die Unternehmen den Kommunen eine entscheidende Rolle beim Ausbau des Breitbandnetzes zuweisen. Über die Hälfte der befragten Unternehmen im ländlichen Raum Baden-Württembergs hält Ihre derzeitige Breitbandanbindung für unzureichend. Es wird beklagt, dass die Versprechungen der Provider an die Schnelligkeit oft nicht eingehalten werden.

Mit DSL wird der ländliche Raum zu einem interessanten Wirtschaftsstandort

"Die Studie bestätigt die Linie der Landesregierung, den Breitbandausbau in engem Schulterschluss mit den Gemeinden voranzutreiben und der Breitbandversorgung der Unternehmen im Ländlichen Raum auch im Rahmen der Förderung eine hohe Bedeutung einzuräumen. Die Studie unterstreicht die Wichtigkeit der Breitbandförderung für den Ländlichen Raum als Wirtschaftsstandort und spornt die Gemeinden und die Landesregierung an, nach weiteren Verbesserungen bei der Breitbandversorgung der Unternehmen in Abstimmung mit der Europäischen Union zu suchen", betonte Peter Hauk.

Die Untersuchungsergebnisse der Studie in Kurzfassung

  • alle Branchen nutzen das Internet

Wie die Studie bestätigt, wird das Internet inzwischen von Unternehmen aller Branchen und aller Größenklassen genutzt. Es gibt keine Unterschiede zwischen einer unternehmensbezogenen Internetnutzung von besonders großen Betrieben oder der Branche oder dem Standort.

  • Breitband als Standortfaktor

„Breitbandanbindung ist entscheidender Standortfaktor für Unternehmen. Im Konzert der Standortfaktoren spielt die Breitbandanbindung inzwischen eine herausragende Rolle und eine mangelhafte Anbindung wird in der Studie als klarer Standortnachteil für Unternehmen im ländlichen Raum Baden-Württembergs deutlich erkennbar. Es zeigt sich deutlich, dass inzwischen nahezu alle Unternehmen – unabhängig von ihrer Branchenzugehörigkeit, Unternehmensgröße oder auch vom Marktradius – das Thema Breitbandinfrastruktur in ihre Standortüberlegungen mit einbeziehen.“

Die vier wichtigsten Standortvorteile im ländlichen Raum Baden-Württembergs

  • Eine hohe Verfügbarkeit von unternehmensgeeigneten Räumen und Gebäuden
  • relativ geringen Kosten für Miete und Pacht
  • günstige Boden- und Grundstückspreise
  • günstige Personalkosten.

Die vier gravierendsten Standortnachteile im ländlichen Raum Baden-Württembergs

  • unzureichende Verfügbarkeit eines Breitbandanschlusses
  • ein hoher bürokratischer Aufwand
  • die geringen Verfügbarkeit von qualifiziertem Personal am Ort
  • die Qualität der Verkehrsinfrastruktur

Die Entwicklung und Folgen des Bandbreitenbedarfs in den nächsten Jahren für den ländlichen Raum Baden-Württembergs als Unternehmensstandort

Deutlich sichtbar ist, dass die meisten befragten Unternehmer keine Stagnation bezüglich der Entwicklung des Bandbreitenbedarfs erwarten, sondern einen starken kurz- und mittelfristigen Anstieg.

„Entscheidende Risiken einer mangelnden Breitbandanbindung für den ländlichen Raum in Baden-Württemberg sind vor allem der Attraktivitäts- und Imageverlust als Unternehmensstandort sowie ein gravierender Hemmnisfaktor bei der Neuansiedlung aber auch bei der Ausschöpfung des lokalen Gründungspotentials. Insgesamt betrachtet sind die aus einer unzureichenden Breitbandanbindung resultierenden Konsequenzen für die Unternehmen vielschichtig und einschneidend. Nicht nur allgemeine Probleme mit der Produktivität und Wettbewerbsnachteile, sondern auch Probleme beim Aufbau und der Pflege von Kundenbeziehungen resultieren aus einer Unterversorgung. In jedem fünften Fall der unterversorgten Unternehmen wird sogar der Standort in Frage gestellt.

Welche Konsequenzen sollte die Politik aus einem erhöhten DSL-Bedarf ziehen?

Den Kommunen kommt beim Ausbau des Breitbandnetzes aus Sicht vieler Unternehmen, die ihre Firmen auf sozialen Netzwerken wie Xing, Facebook oder Twitter präsentieren wollen, eine entscheidende Bedeutung zu. Für die Internetanbieter sind die Bewertung der kommunalen Aktivitäten und eine Unterstützung von Politik und Verwaltung für die Einrichtung und den Ausbau der Breitbandverbindungen ausschlaggebend. Für den Entscheid von Firmen sich im ländlichen Raum Baden-Württembergs anzusiedeln, wird, laut Studie, der Wunsch nach staatlicher Unterstützung beim Ausbaus der Breitbandinfrastruktur auf unterschiedliche Art und Weise, sehr deutlich formuliert. Die Internetplattform Xing ist inzwischen das beste geschäftlich genutzte Netzwerk in Deutschland. Wissenschaftler arbeiten oft, bei Datenanalysen, im Netzwerk Einstein@Home, zusammen. Zur Breitbandverbindung DSL gibt es auch Alternativen.

Online-Redakteurin, Gerlinde Ahrend, Gerlinde Ahrend

Gerlinde Ahrend - Ich bin Journalistin, Online-Redakteurin und Autorin, mit eigenem Journalistenbüro In der Vorbereitung meiner Ausbildung zur ...

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