
- Digitalkamera-Test: DSLRs- & EVILs in test 2011/01 - Stiftung Warentest
Die Zeiten ändern sich, die Wechselobjektive vor den digitalen Systemkameras ändern sich, nun wechselt wohl auch langsam die Systemkameraklasse hinter den Wechselobjektiven. Stiftung Warentest testete ein Dutzend spiegellose EVIL-Systemkameras und Digitale Spiegelreflexkameras der Königsklasse im Preisbereich zwischen etwa 400 und 1150 Euro, sowie neun kompakte Digitalkameras: Sie finden den Testbericht im Januar-Heft 2011 der Verbraucher-Zeitschrift "test" ab dem 29. Dezember 2010 am Kiosk – neun Systemkameras erhielten das Test-Qualitätsurteil gut, drei waren befriedigend.
Stiftung Warentest verglich Äpfel mit Birnen
Stiftung Warentest änderte die Testmethodik und verglich erstmals Äpfel mit Birnen: Die Warentester prüften nicht nur die DSLR- & EVIL-Systemkameras nach demselben Prüfprogramm, sondern unterzogen auch ausgewählte kompakte Digitalkameras dem Prüfprogramm der Königsklasse (EVIL: Electronic Viewfinder, Interchangeable Lens; Kameras mit elektronischen Sucher und Wechselobjektiv; DSLR: Digital single lens reflex). Bei einigen getesteten Königen wackelte der Thron bedenklich, hier waren gute kompakte Universalkameras mit reichhaltiger Ausstattung manch befriedigender Systemkamera ebenbürtig – trotz dreifachen Preisunterschieds. Allerdings erreichten die Universalkameras nicht die beste Bildqualität des neuen Königspaars der Systemkameras.
Panasonic Lumix DMC-G2K und -G10K sind das neue Königspaar der Digitalkamera-Königsklasse
Schon EISA und TIPA haben die G-Micro-System-Digitalkamera prämiert, nun kürt auch Stiftung Warentest die Panasonic Lumix DMC-G2K mit Test-Qualitätsurteil gut ("1,8") als Testsieger zur momentan besten Systemkamera für Hobby-Photographen: Damit liegt die EVIL Lumix DMC-G2K in puncto Bildqualität vor dem bisherigen DSLR-Königspaar Canon EOS 7D und EOS 550D. Die DMC-G2K bietet einen 12,1 Megapixel Bildsensor, einen elektronischen Sucher und kann Full HD-Videoclips filmen. Sie hat einen dreh- und schwenkbaren Touchscreen-LCD-Monitor mit 460.000 Bildpunkten und eine Display-Diagonale von 7,4 Zentimetern (3 Zoll). Eine zehntel Testnote schlechter wurde das etwas abgespeckte Schwestermodell ohne Touchscreen-LC- Display benotet: Panasonic Lumix DMC-G10K ist aber in der Bildqualität ebenbürtig. Der Testsieger Lumix DMC-G2K wurde mit dem Lumix G-Vario-Objektiv 14-42 mm F 3,5-5,6 OIS geprüft, das Zoom-Kit kostet am 3. Januar 2011 im Online-Handel zwischen 575 und 700 Euro ohne Versand.
Die Sony alpha DSLRs A290L und 390L sind gut
Unter den geprüften Systemkameras befanden sich vier Digitale Spiegelreflexkameras, dreimal mit Test-Qualitätsurteil gut ("2,2" bis "2,3") schnitten die drei geprüften Sony alpha DSLR-Modelle ab: Sony A290L und A390L wurden als Zoomobjektiv-Kit mit dem Standardobjektiv SAL1855 getestet, die Sony A390 konnte auch als Zoomobjektiv-Doppel-Kit Sony 390Y mit dem guten Telezoom SAL 55200 überzeugen.
Gute EVIL-Digitalkameras von Samsung und Sony
Neben den EVIL-Testsiegern von Panasonic wurden vier weitere EVIL-Systemkameras mit guten Test-Qualitätsurteilen bedacht ("2,2" bis "2,3"): Neben den drei geprüften Sony alpha-Modellen zeigte auch die Samsung NX5 mit dem Standardobjektiv 18-55 mm OIS eine gute Bildqualität. Dabei sind die Sony alpha EVIL-Modelle noch keine kompletten EVIL-Digitalkameras, bei den Sony-Systemkameras fehlt systematisch der elektronische Sucher – hier muss man für den optionalen Aufstecksucher nochmals über 200 Euro berappen. Sony NEX-3K und NEX-5K sind gute Zoomobjektiv-Kits mit dem Standard-Zoomobjektiv SEL1855, die Sony NEX-5A erreicht dagegen eine gute Bildqualität mit dem Weitwinkelobjektiv SEL16F28.
EVIL-Digitalkameras von Olympus und DSLR von Sigma sind befriedigend
Drei Systemkameras erreichten nur das Test-Qualitätsurteil befriedigend ("2,6" bis "3,1"): Die beiden getesteten Olympus EVIL-Versionen des Pen E-PL1 zeigten mit dem Weitwinkel-Zoomobjektiv 14-42 mm und Tele-Zoomobjektiv 14-150 mm eine gute Bildqualität, jedoch fehlt wie bei den Sony-EVILs der elektronische Sucher – auch hier kostet der optionale Aufstecksucher über 200 Euro, wobei aber bei der Olympus Pen E-PL1 gegenüber den Sony-EVILs die Qualität des Monitors nur befriedigend ist. Dagegen erhielt die DSLR Sigma SD15 wegen Rauschproblemen nur eine ausreichende Testnote für die Bildqualität, die Sigma-DSLR wurde mit dem Objektiv 18-50 mm DC OS geprüft – gegenüber einer ausreichenden Bildqualität können auch die ausgewählten kompakte Digitalkameras bestehen und brillieren.
Weitere Informationen
Den Testbericht "Universelle gegen Könige" finden Sie auf Seite 58 in der Januar-Ausgabe 2011 der Verbraucher-Zeitschrift "test". Auf der Internetpräsenz der Stiftung Warentest können Sie Vergleichstests auch gegen eine Gebühr als pdf-Datei herunterladen. Dort finden Sie momentan im "Produktfinder Digitalkameras" auch den Fundus aller bisher 824 getesteten Kameramodelle.
