
- Bier - pixelio/berwis
Auf einer Feier trinkt fast jeder gerne mal das ein oder andere Glas Bier, Wein oder Sekt. Alles kein Problem, solange es in Maßen genossen wird. Doch was ist mit Diabetikern? Dürfen Menschen mit dieser Erkrankung überhaupt Alkohol trinken?
Achtung Hypo-Gefahr
Alkoholische Getränke beeinflussen den Blutzucker und sind deshalb besonders für Menschen mit Diabetes mit Vorsicht zu genießen. Obwohl man zunächst denkt könnte, sie würden aufgrund des hohen Gehaltes an Zucker den Blutzucker erhöhen, bewirken sie genau das Gegenteil. Durch den enthaltenen Alkohol erhöhen sie nämlich das Risiko einer Unterzuckerung, der sogenannten Hypoglykämie. Hervorgerufen wird diese dadurch, dass die Leber zunächst den Alkohol abbaut. Damit ist sie nun so sehr beschäftigt, dass sie nicht mehr in der Lage ist, den Körper mit ausreichend Zucker aus ihren Reserven zu versorgen. Auch die Zuckerneubildung ist gestört und kann kaum noch für Nachschub sorgen. Wird nun Alkohol getrunken und es wurden vorher, zwischendurch oder nachher nicht ausreichend kohlenhydrathaltige Lebensmittel verzehrt, kann es beim Diabetiker schnell zur Unterzuckerung kommen.
Ein bis zwei Gläser, also 0,33l Bier, 0,2l Wein oder Sekt, 2cl Schnaps, Likör oder Branntwein sind kein Problem. Sie können zum Essen oder kurz danach getrunken werden, ohne das Risiko einer Unterzuckerung wesentlich zu erhöhen. Aber Vorsicht, allgemein gilt hier wie auch beim gesunden Menschen: Alkohol in Maßen und nicht täglich! Die Gefahr einer Gewöhnung und die daraus resultierende Suchtproblematik sollte nicht aus den Augen gelassen werden.
Praktischer Umgang mit dem Alkohol - Tipps & Tricks
- Für die Alkoholmenge von 1- 2 Gläsern kein Insulin spritzen
- Alkohol sollte nie auf leeren Magen getrunken werden, dies erhöht die Hypo-Gefahr
- Lassen Sie keine Kohlenhydrate oder BE's zugunsten des Alkohols weg
- Essen Sie während des Alkoholtrinkens zusätzlich kohlenhydrathaltige Lebensmittel, z.B.: Chips, Salzstangen, belegte Brote, usw.
- Bei sportlicher Aktivität, z.B. Tanzen besteht eine größere Hypo-Gefahr, hier ist es besonders wichtig, seinen Blutzucker regelmäßig zu testen
- Korrigieren Sie erhöhte Blutzuckerwerte vor dem Zubettgehen nicht mit Insulin
- Vor dem Schlafengehen unbedingt den Blutzucker messen, höhere Werte als sonst von über 120 mg/dl sind hier von Vorteil. Ist der Blutzucker niedriger, essen Sie zur Vorsicht lieber noch 1 - 2 BE langanhaltende Kohlenhydrate. Ideal wäre eine Scheibe Vollkornbrot mit Belag.
- Informieren Sie anwesende Freunde und Verwandte über mögliche Anzeichen einer Unterzuckerung und lassen sie diese im Notfall den Notarzt bestellen. Glukagon kann unter Einfluss von Alkohol nur schlecht wirken, besser ist es intravenös Traubenzucker, Glukose, zu geben
- Wenn sie selbst nicht mehr in der Lage sind, Blutzucker zu messen, stellen sie sicher, dass eine andere, vertraute Person die Blutzuckermessung beherrscht und entsprechen reagieren kann
- Am nächsten Morgen sollten höhere Blutzuckerspiegel noch nicht mit Insulin korrigiert werden, da die Gefahr einer Unterzuckerung auch dann noch besteht
- Haben sie nach dem Alkoholgenuss normale oder niedrige Werte, achten sie auf eine ausreichende Kohlenhydratzufuhr, um eine sich anbahnende Unterzuckerung rechtzeitig abzufangen
Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - nicht ersetzen kann.
