Gartenkompost ist eine gute Möglichkeit, mit der Natur verträglich und umweltschonend im Garten zu düngen. Nicht umsonst ist diese alte Kulturtechnik immer gefragter geworden, dass sogar Entsorger große Kompostieranlagen errichten und die humose Erde, die sie aus den Abfällen der zahlenden Einwohner herstellen, wieder gegen gutes Geld verkaufen.
Dabei kann das alles auch selbst gemacht werden. Abfälle aus dem Garten sind gut, welche aus der Küche auch.
Küchenabfälle sind sehr gute Nährstoffträger
Werden Kartoffeln oder Kohlrabi für das Mittagessen vorbereitet, bleiben Schalen übrig. Ebenso ergeht es dem Blattwerk vom Bund Möhren oder dem Kerngehäuse des Apfels, den der Kleine gerade mit Begeisterung gegessen hat.
Alles das sind Träger wertvoller Inhaltsstoffe, die wir nur nicht verbrauchen, weil sie zu faserig sind oder in der Zubereitung unserer Nahrungsmittel keine Bedeutung haben, keinen Wert für den Geschmack. Nährstoffe, die dem Garten gut tun.
Reste des zubereiteten Essens sind keine Ausnahme. Eierschalen enthalten viel Kalzium, Kaffeesatz und abgebrühter Tee haben für uns nur wenig zu bieten. Für den Gartenboden sind sie nach angemessener Verrottung interessante Beimischungen.
Rohe Abfälle aus der Küche können kompostiert werden
Kein Problem ist es, diese ganzen rohen Abfälle auf den Komposthaufen zu geben. Schön verteilt, dass nichts verkleben kann. Mit dem Zusammenkleben kommt keine Luft an das Material und es kann nicht verrotten, wie es für Humus wichtige Voraussetzung ist.
Gewöhnlich verlassen die Reste relativ klein geschnitten die Küche, so dass ein weiterer Schnitt nicht nötig ist. Ebenso kann das Häckseln unterbleiben.
Vorsicht bei gekochten Essensresten
Übrig gebliebenes Essen, das gekocht worden ist, verrottet ohne Probleme. Es könnte auf den Komposthaufen gegeben werden und sich dort zusammen mit Brotresten vom Toast, der beim Frühstück übrig geblieben ist, der Verrottung hingeben.
Doch ist es nicht gut, solche Abfälle in den Kompost zu bringen. Sie sind leichtes Futter für ungebetene Gäste. Vögel, die auf dem Haufen zum Scharren und Picken eingeladen werden, wenn die Reste von Bratkartoffeln in der Sonne leuchten, sind eher von kleinerem Übel. Vor allem Ratten fühlen sich magisch von Essensresten angezogen. Für die klugen Nager ist das eine sehr leichte Beute. Ratten sind nicht umsonst Schädlinge, deren Verbreitung auf keinen Fall durch solche Nachlässigkeiten gefördert werden sollte.
Daher gehören die Reste von den Tellern nicht auf dem Gartenkompost, sondern in den Abfall, auch wenn sie so gut verrotten könnten.
Immer wieder wird gesagt, dass kleine Mengen gut den Komposthaufen ergänzen. Im Interesse der Hygiene sollte diesen Ratschlägen nicht gefolgt werden. Denn Ratten merken sich sehr gut, wo sie ihr Futter bekommen können. Dort fühlen sie sich wohl, nisten sich ein und breiten sich aus. Es dauert einige Zeit, bis man sie wieder los wird.
Kaffeesatz mit Kaffeefiltern und Tee mit Teefiltern passen gut dazu
Anders verhält es sich mit Kaffeesatz. Ratten mögen kein Koffein. Die Filtertüten für die Kaffeemaschine eignen sich für den Komposthaufen.
Tee verrottet gut. Teefilter ebenso, weil das Papier noch dünner ist als das der Filtertüte für den Kaffee. Umsicht ist jedoch bei fertigen Teebeuteln geboten. Die Metallklammer kann nicht zu Humus verarbeitet werden. Bei den Fäden, an denen man den Teebeutel wieder aus der Tasse ziehen kann, handelt es sich zumeist um abbaubare Baumwolle. Doch dauert auch das etwas länger. Also lieber die Klammer, den Faden und das daran hängende Papieretikett mit einem herzhaften Ruck abreißen, bevor der Beutel auf den Kompost gehen darf.
Eierschalen sind sehr gute Lieferanten für Kalzium. Ein wenig zerkleinert sind sie auf dem Komposthaufen genau richtig. Sollte auf den Schalen noch rohes Ei sein, weil sie gerade aufgeschlagen worden sind, empfiehlt es sich, die Schalen ein wenig zu trocknen, bevor sie auf den Kompost gebracht werden. Eiweiß ist leider eine gute Nahrungsquelle für Schädlinge.
Küchenabfall auf dem Kompost schont die Umwelt
Auf diese Art wird ohne Umweg im eigenen Garten ein großer Teil der Abfälle, die aus der heimischen Küche kommen, ökologisch sinnvoll verwertet. Zugleich wird Geld gespart, denn Kompost ersetzt chemische Düngemittel. Selten lassen sich Sparsamkeit und Umweltbewusstsein so gut miteinander verbinden.
