
- Dürnstein in der Wachau - TravelWorldOnline
Schon von weitem leuchtet der blau und weiß gestrichene Turm der Kirche des Barockstifts von Dürnstein dem Besucher entgegen – egal, ob er sich per Auto auf der Straße oder per Schiff auf der Donau nähert. Erst bei genauerer Betrachtung wird klar, dass die kleine Stadt in der Wachau noch weitere sehenswerte Gebäude beherbergt.
Geschichte der Stadt Dürnstein in der Wachau
Die Region um Dürnstein war schon seit prähistorischen Zeiten besiedelt. Seinen Namen verdankt der Ort wahrscheinlich dem felsigen Boden, auf dem er entstand - dem "dürren Stein".
Unterhalb der Ruine der Burg Dürnstein liegt die alte Stadt, die im 11. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt wird. Anfangs gehörte sie zur bayerischen Benediktinerabtei Tegernsee, gelangte aber bereits Mitte des 11. Jahrhunderts in den Besitz des bayerisch-sächsischen Adelsgeschlechts der Kuenringer. Wenig später wurde der Kuenringerhof zur Mautstelle an der Donau.
Die Burg oberhalb der Stadt entstand zwischen 1130 und 1140. Sie erlangte unrühmliche Bekanntheit, weil der englische König Richard Löwenherz dort einige Monate in Gefangenschaft verbrachte. 1289 wurde das Klarissinen-Kloster gegründet. Dessen Hallenkirche wurde 1330 erbaut, von der heute noch die Fassade erhalten ist. Die Stadtmauer mit ihren Türmen und Toren stammt aus dem 13. und 14. Jahrhundert.
Die meisten Gebäude im heutigen Ortskern sind aus dem 16. und 18. Jahrhundert, darunter das Neue Schloß, in dem sich heute ein luxuriöses Schlosshotel der Kette Relais & Chateaux befindet, und das Barockstift , das anstelle der gotischen Klosteranlage zwischen 1710 und 1740 errichtet wurde.
Dürnstein verdankt seinen Reichtum der Lage an der Donau
Der Ort Dürnstein entstand an einer Stelle, an der das steile Westufer weit in die Donau vorrückt. Das flache Gelände, auf dem die Stadt liegt, ist vor Hochwasser geschützt und bietet Platz genug für die Siedlung und ihre Befestigung.
Die beiden Flussufer liegen hier nahe genug beieinander, um Straße und Fluss zu sperren und Maut für die Passage zu verlangen. Die Landesherren im 11. Jahrhundert, die Babensberger, übergaben den Ort und seine Umgebung dem Adelsgeschlecht der Kuenringer als Lehen. Diese waren wahrscheinlich ein Jahrhundert früher nach Österreich eingewandert und beherrschten die Wachau und das Waldviertel knapp drei Jahrhunderte lang.
Fast vollständig erhaltenes mittelalterliches Stadtbild
Bei einem Bummel durch Dürnstein fühlt man sich in längst vergangene Zeiten versetzt. Entlang der Hauptstraße durch den Ort gruppieren sich zahlreiche historische Gebäude aneinander, darunter das neue Schloss, die Kuenringer Taverne, das Rathaus und das Kremser Tor, das zu den alten Befestigungsanlagen gehört.
Nur wenige Schritte abseits der zentralen Straße durch den Ort liegt das Barockstift Dürnstein mit seinem beeindruckenden Innenhof und dem imposanten Eingangsportal. Vom Klarissinenkloster ist allein die Fassade der zweischiffigen Hallenkirche erhalten, vor der sich der ehemalige Pranger des Ortes befindet. Dieser wurde Anfang des 20. Jahrhunderts zufällig vom damaligen Bürgermeister der Stadt entdeckt, der ihn auf dem kleinen Dorfplatz wieder errichten ließ.
Nahe dem Friedhof mit seinem Beinhaus und dem Turm der Kunigundenkirche führt ein Treppenweg hinauf zur Burgruine, die auf dem Berg hinter der Stadt thront, und von der sich ein weiter Blick ins Donautal öffnet.
