Düsseldorf, Dezember 2011: Weihnachtstrubel, Jubiläum am Airport

Blick ins Sevens: Weihnachtstrubel am 28.12.2011 - Jörg Tilmes
Blick ins Sevens: Weihnachtstrubel am 28.12.2011 - Jörg Tilmes
Am 27.12.2011 setzte der Ansturm auf die Innenstadt ein, Umtauschen war angesagt. Suite101.de fasst die Highlights des Monats zusammen: Feier am Flughafen.

Noch im vollen Weihnachtsschmuck präsentierte sich die Düsseldorfer City am 27. Dezember 2011, dem ersten Tag nach dem Fest. Alle Jahre wieder hieß es nicht nur zu Heiligabend, sondern auch in Bezug auf den Ansturm auf die Einkaufsmeilen der Landeshauptstadt: Sowohl auf der Königsallee wie auch auf der Schadowstraße, der Nordstraße und der Altstadt war ein hohes Besucheraufkommen zu verzeichnen; ein Großteil der Menschen war darum bemüht, die Geschenke, die nicht passten, umzutauschen oder Gutscheine einzulösen. Rein optisch war kein Unterschied festzustellen: Nach den Weihnachtstagen war das Gewusel nicht geringer, als vor Heiligabend. Dass zudem die Eislaufbahn am Gustav-Gründgens-Platz geöffnet blieb, sorgte für einen zusätzlichen Zulauf: Die Düsseldorfer Baufirma "die developer“ hatte die Verlängerung der Eissportgelegenheit im Zentrum ermöglicht. Der Düsseldorfer Flughafen beschenkte sich mit dem 20-millionsten Fluggast quasi selbst.

Ansturm auf die Innenstadt

Die Woche nach Weihnachten, so der Rheinische Einzelhandels- und Dienstleistungsverband (REHDV) gegenüber der Presse, sei die umsatzstärkste Woche des Jahres. Rund 800 Millionen Euro Umsatz würden nach einer Schätzung des Verbandes in Düsseldorf getätigt werden. Nur fünf Prozent der Geschenke jedoch, so der Handelsverband Deutschland, würden umgetauscht; der Ansturm auf die Innenstädte ergebe sich auch aus dem Begehren, zu Weihnachten erhaltene Gutscheine einzulösen. Rüdiger Plep, Geschäftsführer des Saturn im umgebauten Sevens auf der Königsallee, habe nach Angaben der Zeitung Rheinische Post seine Belegschaft dazu auf 200 Kräfte aufstocken müssen, denn ein Großteil sei mit dem Einlösen von Gutscheinen beschäftigt.

Aber nicht alle Besucher des am 17. November 2011 wiedereröffneten Sevens zeigte sich zufrieden mit dem neuen Look der Mall: Fast nur noch Saturn, kaum mehr andere Geschäfte, ein schmalerer innerer Lichthof, eine spürbarere Enge – der vermietbaren Geschossflächenzahl geschuldet, aber baulich ein deutlicher Rückschritt, so ein Gast, dem die neue Optik des Sevens nicht gefiel. „Erst planen die Architekten die Kö-Galerie kaputt, dann das Sevens.“ sagte der Stammgast aus Solingen, der nur lobende Worte für die Weihnachtsdekoration des Hauses fand. Lange Schlangen bildeten sich am ersten Tag nach Weihnachten nicht nur in Form von Autos vor den Parkhäusern, sondern auch vor dem Eingang von Abercrombie & Fitch.

Abercrombie & Fitch: Viel Show, Größenwahn, keine tollen Körper

Am 01. Dezember 2011 eröffnete das sogenannte Kultlabel die Pforten seines Ladens auf der Einkaufsmeile Königsallee; die des ersten Stores in Deutschland. Mit Spannung erwartet wurde die Eröffnung; auch deswegen, weil die Fans dieselben waschbrettbäuchigen Jungs hinter den Verkaufstheken erwarteten, wie sie in den Stores in Amerika zu sehen sind. Zur Eröffnung gab es die auch, doch im Alltag präsentierten sich die Angestellten genau so gekleidet, wie ihre Kunden: Langeweile pur, so ein Besucher. Nur am Eingang ein einsames Waschbrettbauchmodel halbnackt. Dort auch amerikanischer Größenwahn: Einlasskontrolle mit kritischem Beäugen der Anstehenden. Innen: Dennoch Leere, diese aber zu lauter Musik und uraltem, bekannten Style bei den vom Holzfällerlook dominierten Klamotten; vor Dunkelheit kaum zu sehen.

Fazit eines Besuchers aus Köln: „Viele Versprechungen, nichts dahinter. Abercrombie & Fitch braucht kein Mensch, viel Wirbel um nichts.“ Im krassen Gegenteil dazu stand die Wahl zum Sportler des Jahres, die der Landessportverband NRW ins Leben gerufen hat und die mit hochkarätigen Namen zu glänzen wusste. Eine Jury aus namhaften Sportjournalisten kürte am 09. Dezember Timo Boll (Tischtennis, Borussia Düsseldorf) in der Kategorie Sportler des Jahres, Jennifer Oeser (Leichtathletik, TSV Bayer 04 Leverkusen) in der Sparte Sportlerin des Jahres, die Herren des Deutschland Achters im Rudern zum Team des Jahres, Lena Malkus (Leichtathletik, LG Ratio Münster) als Newcomer des Jahres sowie Kölns Eishockey-Trainer Uwe Krupp als Trainer des Jahres.

Felix Award 2011 für Mario Götze

Mario Götze von Borussia Dortmund erhielt den Fußball-Felix 2011 und Holger Nikelis (Tischtennis) sahnte im Behindertensport ab. Rund 1.200 Gäste waren der Einladung von Sportministerin Ute Schäfer und Sportbund-Präsident Walter Schneeloch zur feierlichen Gala in der Mitsubishi Electric Halle gefolgt; 80.000 Bürger hatten sich an der Wahl beteiligt. Die Bürger Düsseldorfs mischten sich aber im Dezember auch in lokalsportliche Belange ein: Im Forum der Onlineausgabe der Zeitung Rheinische Post setzten sie sich für den Erhalt des Eishockeyvereins DEG ein, der wegen fehlender Mittel vom Abstieg bedroht sei. Oberbürgermeister Dirk Elbers erteilte Anfragen nach finanzieller Unterstützung der Stadt jedoch eine klare Absage.

Ski-Langlauf-Weltcup und Race Of Champions

Am 03. und 04. Dezember gastierte der FIS Ski-Langlauf-Weltcup in Düsseldorf. Etwa 100.000 Besucher trotzten an der Rheinuferpromenade dem Regen. Zum zehnten und vorerst auch letzten Mal kämpften die weltbesten Langläufer um Weltcup-Punkte. Um Punkte für die Weltmeisterschaft ging es zeitgleich für Michael Schumacher und Sebastian Vettel nicht, die dennoch beim zweiten Race Of Champions in der Esprit Arena ihren Titel im Nations Cup erfolgreich verteidigt haben. Im Finale des zweitägigen Events besiegte das Team Germany das Team Nordic mit Tom Kristensen und Juho Hänninen. Das Einzelrennen am Sonntag gewann Sebastien Ogier, der sich neben seinem Sieg auch über die Atmosphäre des Wochenendes freute.

Feierliche Stimmung auch beim Flughafen Düsseldorf International: Die Verkehrsbilanz 2011 wies erstmals über 20 Millionen Passagiere an Nordrhein-Westfalens einzigem Luftverkehrsdrehkreuz aus. Am Donnerstag, den 22. Dezember, begrüßte Christoph Blume in seinem Amt als Sprecher der Flughafengeschäftsführung den 20-millionsten Fluggast in 2011. Mit prognostizierten 20.322.000 Passagieren bis zum Jahresende verzeichnete Düsseldorf International einen Passagierzuwachs von 7,1 Prozent und wuchs damit stärker als der Bundesdurchschnitt. Gleichzeitig baute Düsseldorf seine führende Position als Luftverkehrskreuz in Nordrhein-Westfalen auf einen Marktanteil von über 55 Prozent aus.

Größere Flugzeuge, mehr Passagiere, weniger Umweltbelastung

Dem Passagierwachstum stand bedingt durch den Einsatz von größerem Fluggerät und einer verbesserten Auslastung eine Zunahme von lediglich 2,9 Prozent bei den Flugbewegungen gegenüber. Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Zahl der Passagiere pro Flug um 3,7 auf 95,7 zu. Vor allem die Drehkreuz-Strategie mit Lufthansa, Air Berlin und deren Netzwerkpartnern zahlte sich 2011 aus. Der Flugplan ab Düsseldorf konnte 2011 um zahlreiche neue Ziele und Airlines ergänzt werden: Air China nahm im März ihre Verbindung nach Peking auf, Orenair die ins sibirische Barnaul. Air Berlin bringt seit November Urlaubshungrige nach Curaçao in der Karibik und Etihad Airways verbindet seit dem 16. Dezember Düsseldorf mit Abu Dhabi.

Der 20-millionste Fluggast in Düsseldorf

Dass diesem Artikel beigefügte Bild aus dem Düsseldorfer Flughafen zeigt Christoph Blume (links), Sprecher der Flughafengeschäftsführung und Vicky Scherber (rechts), Head of Services & Operations Germany West Deutsche Lufthansa, bei der Begrüßung der vierköpfigen Jubiläums-Familie Kerstholt aus den Niederlanden. Unter den Familienmitgliedern befindet sich der 20-millionste Fluggast in 2011 des Düsseldorfer Flughafens: Vater Klaas Kerstholt und Mutter Odyl Vehof reisten mit ihren Kindern Leon und Charlotte mit dem Lufthansa-Flug LH472 zum Weihnachtsbesuch nach Toronto. Ob sie, die Dank der Unterstützung des Kö-Bogen-Erbauers "die developer" bis zum 08. Januar 2012 eröffnete Eislaufbahn in der City besucht haben?

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Jörg Tilmes - Was Sie von mir an dieser Stelle erwarten dürfen? Artikel zu Themen aus dem Bereich der Fernsehbranche, mit der ich seit 1999 ...

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