
- Die afro-mallorkinische Sängerin Concha Buika - © WME
Das "altstadtherbst kulturfestival düsseldorf" wird in diesem Jahr 20 Jahre alt. Vom 15. September bis zum 3. Oktober 2010 locken die Festivalmacher Christiane Oxenfort und Andreas Dahmen mit neuen theatralischen und musikalischen Kreationen nach Düsseldorf. Wie nebenbei zaubern sie auch das ein oder andere "Souvenir" aus ihrer Schatzkiste, aus diesem Grund heißt das Motto 2010 "Blick zurück nach vorn".
Trotz seines “fortgeschrittenen Alters“ ist das Festival in der NRW-Landeshauptstadt noch lange nicht erwachsen. Nach Angabe der Organisatoren hat es nichts an Neugierde, Farbenreichtum, Fantasie und Furchtlosigkeit eingebüßt. Es sei so klassisch und innovativ geblieben wie man es all die letzten Jahre kannte - und liebte.
Der Olymp der Fantasie - "Cirque Invisible“
Erinnerungen an die Vergangenheit werden Victoria Chaplin und Jean Baptiste Thierrée mit ihrem "Cirque Invisible“ genauso heraufbeschwören wie Titi Robin und Faiz Ali Faiz.
Das berühmte Artistenpaar aus Frankreich, Victoria Chaplin und Jean Baptiste Thierée, gibt sich fünf Jahre nach seinem rauschenden Erfolg im Theaterzelt wieder die Ehre mit dem “Cirque Invisible“. In Erinnerungen schwelgen kann man bei dem wunderbaren Zauber der Manege, einem Kosmos der glitzernden Illusionen und bunten Träume, einer Welt aus kleinen Tricks und großen Wundern, herrlichen Clownereien und magischen Ereignissen.
Thierry „Titi“ Robin und Faiz Ali Faiz
Dann Thierry „Titi“ Robin und Faiz Ali Faiz: Einzeln waren sie schon beide zu Gast beim Festival, nun treten sie gemeinsam auf. Robin wandelt zwischen der Musik der mediterranen Gitans, dem Flamenco Andalusiens, dem Netzwerk des Balkan und den Traditionen Rajasthans. Als Nachfolger des großen Qawwali-Virtuosen Nusrat Fateh Ali Khan gilt Faiz Ali Faiz, der mit seiner unfassbar flexiblen Stimme und seiner feinen Dynamik betört. Mit “Jaadu“ feiern der kosmopolitische Franzose und der Mystiker aus Lahore die religiöse Ekstase der Sufis. Sehnsuchtsvolle Verse vergangener Jahrhunderte vereinen sich mit Oud, Rubab, Akkordeon, Basslaute und Englischhorn.
Vier Deutschlandpremieren im Programm 2010
Neben der Nostalgie sorgt das nie Dagewesene für weitere Programm-Highlights. Mit vier Deutschlandpremieren, zwei Eigenproduktionen und einer Klanginstallation präsentieren die Festivalmacher vollkommen neue theatralische und musikalische Kreationen aus Düsseldorf und der ganzen Welt. Die Reise nimmt die Zuschauer mit zu Musik, Tanz und Akrobatik zwischen Orient und Okzident, Tradition und Avantgarde, Arkadien und Erdkreis.
Der Theatermagier Philippe Genty zeigt seine in Kooperation mit dem Altstadtherbst entstandene neue Produktion „Voyageurs Immobiles“: Philippe Genty hat auf seinen Reisen die Welt kennengelernt und trägt die Landschaften in sich. Fasziniert ist er ebenso von der Welt der Träume. In seinem neusten Werk, das seine Deutschlandpremiere in Düsseldorf hat, begeben sich sieben Menschen auf eine imaginäre Weltreise.
HipHop, Klassik und zeitgenössischer Tanz
Zu den weiteren Deutschlandpremieren gehört das HipHop-Stück “Urban Ballet“ der Compagnie Révolution. Choreograf Anthony Égéa ist einer der herausragenden Entwickler des HipHop in Bordeaux, Frankreich. Er konfrontiert HipHop-Tänzer mit neuen Bewegungs- und Tanzinstrumentarien. Mit seinem Stück “Urban Ballet“ kreiert er einen vierteiligen Tanzabend, bei dem der HipHop-Stil zu überwiegend klassischer Musik (u.a. Vivaldis “Stabat Mater“ und Ravels “Bolero“)abwechslungsreich von der Sprache des zeitgenössischen Tanz variiert und bereichert wird.
Flamenco mit Andrés Marín und Concha Buika
Er gilt als Avantgardist unter den Flamenco-Tänzern. Andrés Marín hat einen unverwechselbaren, radikalen und leidenschaftlichen Stil entwickelt, der sein Verständnis von Flamenco zeigt. Die ihn begelitenden Sänger und Musiker feiern dazu ein Fest virtuoser spanischer Klangzaubereien. Musikalische Dialoge wechseln sich mit emotionalen Soli des Meister-Tänzers ab.
Die afro-mallorkinische Sängerin Concha Buika mixt bei ihrem Konzert eben diese Elemente mit einem ganz individuellen Flamenco-Stil. Buika ist der neue große Name der aktuellen Flamenco-Szene. Selbst Star-Regisseur Pedro Almodóvar soll von Buikas rauer, rauchiger Stimme angetan sein. Ihr intensiver, leidenschaftlicher Gesang wurzelt neben dem Flamenco auf den leichtfüßigen Liedern Andalusiens, den Coplas. Gemixt mit Jazz- Soul- und Funkelementen entsteht ein süchtig machender Cocktail aus warmer Schwermut und südländischer Leichtigkeit.
Verdis "Nabucco" als multimediale Inszenierung
Mit über hundert Sängern, Solisten und den Bochumer Symphonikern unter der musikalischen Leitung von Wolfgang Abendroth zeigt die Regisseurin Nicola Glück Giuseppe Verdis Oper „Nabucco“ als multimediale Inszenierung in der Johanneskirche.
Die 40-stimmige Motette „Spem in alium“, eines der berühmtesten vokalen Monumentalwerk der Musikgeschichte, steht im Zentrum einer langen Nacht der englischen Chormusik. Das gleiche Werk ist die Basis der Klanginstallation „The Forty Part Motet“ der kanadischen Künstlerin Janet Cardiff im Con-Sum an der Ronsdorfer Straße.
