
- Durch das Labyrinth von Lost - Buchcover - Schüren Verlag
Sieben wissenschaftliche Mitarbeiter der Universität Passau haben sich zusammen getan für den Sammelband "Durch das Labyrinth von Lost - Die US-Fernsehserie aus kultur- und medienwissenschaftlicher Perspektive". Das Buch widmet sich verschiedenster Verschachtelungen und Bedeutungen des Universums einer der spannendsten TV-Serien der Geschichte.
"Lost" - Kult-TV-Serie über sechs Staffeln
Sechs Staffeln umfasste die TV-Serie "Lost" von 2004 bis 2010. Was mit einem Flugzeugabsturz auf einer abgelegenen Insel begann, entwickelte sich zu einer Serie voller mysteriöser Geschehnisse und faszinierender Handlungsstränge, die zudem in Parallelwelten weiter erzählt wurde. Ein Großteil der Charakterentwicklung bezog sich außerdem auf die Vergangenheit der gestrandeten Figuren, die mit zahlreichen Flasbacks erläutert wurden. Die Zwangs-Insulaner begegneten im Laufe der Serie allerhand weiteren Charakteren, entwickelten sich, reisten in der Zeit zurück und zeigten auf, wie die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft unter anderen Voraussetzungen ausgesehen hätte. Die Erzählstruktur von "Lost" war hierbei so dicht und verwoben, dass die Serie eine ungewöhnlich hohe Aufmerksamkeit des Zuschauers verlangte. Dieser wurde hierfür jedoch mit perfekt geschrieben Charakteren und Geschichten und viel Spannung und Emotionen belohnt. Als eine der teuersten und faszinierendsten TV-Serien der Geschichte bleibt "Lost" auch in Zukunft als Serien-Meilenstein in Erinnerung.
"Durch das Labyrinth von Lost" - neun wissenschaftliche Texte
Neun sehr verschiedene Texte finden sich im Sammelband "Durch das Labyrinth von Lost" wieder. Allesamt verfasst von wissenschaftlichen Mitarbeitern der Universität Passau. Sie geben Aufschluss über bestimmte Muster der Serie, Ähnlichkeiten mit und Unterschiede zu anderen Fernsehserien, intermediale Verbindungen und vieles mehr, um dem Zuschauer die Serie näher zu bringen und ein wenig zu erläutern. Dabei versucht das Buch keineswegs, die TV-Serie "Lost" zur Gänze aufzuklären, sondern lediglich ein wenig Licht in ein paar Facetten zu bringen. In den meisten Beiträgen werden Aspekte nahe gebracht, die den meisten Zuschauern sicherlich nicht direkt aufgefallen sind. Dies ist in erster Linie der dichten Erzählstruktur geschuldet, durch die beim einmaligen Sehen der Serie unmöglich alle Querverweise und Besonderheiten auffallen können. "Durch das Labyrinth von Lost" zeigt auf, welche Bedeutungen die verschiedenen Folgen- und Staffel-Übergänge haben. Es wird erläutert, in welcher Form Folgen und Staffeln überhaupt beginnen und welche Bedeutung dies für die Serie und den Zuschauer hat. Vater-Sohn-Beziehungen und Übergangsriten von einer Persönlichkeitsphase in eine andere sind genau so Thema wie die verschiedenen Bücher, auf die in "Lost" verwiesen wird, die Strukturen der verschiedenen Inselbewohner-Gruppen und die Erläuterung von parallelen Welten, die in "Lost" behandelt werden.
Manchmal etwas zu wissenschaftlich - "Durch das Labyrinth von Lost"
"Durch das Labyrinth von Lost" ist höchst wissenschaftlich aufgebaut. Neun Beiträge in einem Sammelband, alle mit unzähligen Erläuterungen, Zitaten, Quellenangaben und Fußnoten bestückt. Insgesamt gesehen vielleicht jedoch etwas zu viel der streng wissenschaftlichen Arbeit. Das Buch möchte interessante, aber schwierige und komplexe Zusammenhänge in "Lost" erläutern, Thesen belegen und insgesamt Licht ins Dunkel bringen, was jedoch wegen der teils zu verschachtelten Texte, besonders in Hinsicht auf die Fülle an Fußnoten, nicht immer gelingt. Ein roter Faden ist durch die Kapitel-Einteilungen der einzelnen Beiträge allgemein zwar zu finden, innerhalb der Kapitel jedoch wird gerne und viel hin und her gesprungen. Viele Dinge sind viel zu detailliert erklärt, andere wiederum lassen eine notwendige Erklärung vermissen. Unnötige Fremdworte, wo allgemein bekannte Begriffe gleichwertig hätten eingesetzt werden können, unterstützen nicht gerade beim Versuch, jedermann die Serie auf wissenschaftliche Art näher zu bringen. Hinzu kommt, dass viele Zitate aus der Serie und anderen Werken nur im Englischen, manchmal auch im Französischen ohne Übersetzung stehen gelassen werden - schade für alle, die dieser Sprachen nicht mächtig sind. Den Informationsgehalt des Buches kann dies jedoch nicht trüben. "Durch das Labyrinth von Lost" ist gerade in der Verschiedenheit der Beitragsthemen spannend und gibt auch denjenigen "Lost"-Zuschauern noch Hirnfutter, die sich bereits viele Gedanken über die Serie gemacht haben. Interessante Aspekte bekommen durch eine Vielzahl von Szenen-Beispielen eine Menge Gehalt und zeigen dem Leser auf, dass die TV-Serie noch deutlich vielschichtiger ist, als viele bisher meinten. Schön ist hierbei auch die Folgenübersicht am Buchende, die Informationen über die verschiedenen Charakter-Schwerpunkte der einzelnen Folgen beinhaltet.
Fazit zur Rezension - Sammelband "Durch das Labyrinth von Lost"
Höchst wissenschaftlich aufgearbeitet sind in "Durch das Labyrinth von Lost" verschiedene Aspekte, die dem Leser die TV-Serie noch ein wenig näher bringen. Die neun Kapitel bringen ein wenig Licht ins mysteriöse Dunkel der Serie, machen aber hierdurch auch noch einmal deutlich, wie vielschichtig und komplex "Lost" wirklich war und weiterhin sein wird. Die Beiträge sind gelegentlich durch unnötige, ellenlange Erklärungen und haufenweise Fußnoten gelegentlich etwas zu wissenschaftlich geraten, insgesamt sind die Themen jedoch interessant gewählt und ausgearbeitet. Für alle "Lost"-Fans ein spannendes Werk - gesehen haben sollte man die Serie zum Verständnis der Beiträge aber auf jeden Fall.
Buchangaben
Titel: Durch das Labyrinth von Lost - Die US-Fernsehserie aus kultur- und medienwissenschaftlicher Perspektive
Herausgeber: Verena Schmöller, Marion Kühn
Verlag: Schüren Verlag
ISBN: 978-3-89472-726-0
Seitenzahl / Preis: 232 Seiten / 24,90 €
Quellen
"Lost" in der Internet Movie Database
