
- Reisewege zur Kunst: China - (c) S.A.D. Home Entertainment GmbH
2008 rückte China als Austragungsort der Olympiade und wegen der Unruhen in Tibet verstärkt in den Fokus der Allgemeinheit. Der Hessische Rundfunk produzierte aus diesem Anlass für seine kulturelle Sendereihe „Reisewege zur Kunst“ (Sonntags, 16:30) acht Dokumentationen über das Land im fernen Osten. Zusammengefasst auf drei DVDs mit über 400 Minuten Gesamtlaufzeit werden sie von der S.A.D. Home Entertainment GmbH als DVD-Box vertrieben.
Die einzelnen Beiträge fokussieren sich jeweils auf eine Provinz Chinas und stellen deren spezielle landschaftliche und zivilisatorische Eigenheiten vor.
Yunnan - Zauberwälder und Schamanen (Peter Weinert)
Yunnan im Südwesten ist die Heimat der meisten Minderheiten des Landes: von den 26 nationalen Minderheiten Chinas leben 15 in dieser Provinz.
Der Beitrag beschäftigt sich mit der Kultur der Sani (Steinwald von Shillin), Hani (Reisterrassen mit ausgeklügeltem Bewässerungssystem), Bai (Altstadt von Dali) und Naxi (einzigartige Piktografen-Schrift, eigenwillige Musik und ihr Hauptheiligtum, der Schneeberg).
Sichuan - Pandas, Bambus und Gewürze (Eva Maek-Gérard)
Sichuan im Südwesten ist angeblich das “Bayern Chinas” - eine beeindruckende Hochgebirgslandschaft. Die Doku zeigt den Jadesee, ein auf 3000 Metern gelegenes UNESCO-Weltnaturerbe und beliebtes Touristenziel, bevor sie sich in die höheren Bergregionen begibt und den großen Pandas in ihren letzten zusammenhängen Lebensgebieten folgt.
Weitere Höhepunkte sind der heilige Berg Emei, eines der vier großen buddhistischen Heiligtümer Chinas, und die Hauptstadt Chengdu, die “Stadt am Brokatfluss”.
Hunan - Mönche, Maler, Mumien (Josef Kirchmayer)
Hunan (Südwesten) ist die Heimat von “Mao”. Der kaiserliche Nanyue-Tempel wurde bei Hengshan im Stile der verbotenen Stadt gebaut und ist die größte Tempelanlage südlich des Yangtze-Flusses.
Changsa, die Hauptstadt Hunans, beeindruckt mit reicher Kultur und den 2000 Jahre alten Han-Gräbern. Als Kontrast zur Urbanität bietet der Zhangjiaijie-Nationalpark eine der schönsten Landschaften Chinas.
Jiangsu - Zwischen Kaiserkanal und Wolkenkratzern (Barbara Dickenberger)
Die Provinz Jiangsu, westlich von Shanghai gelegen, wird bestimmt vom allgegenwärtigen nassen Element. Mehrere am Yangtze und am Kaiserkanal gelegene und von Kanälen durchflossene uralte Siedlungen konkurrieren um den Titel “Venedig des Ostens”. Hier baute der Entdecker Zheng He seine riesige Schatzflotte.
In die Moderne entführt ein Besuch im industriellen Wuxi mit seiner Filmstadt.
Anhui - Im Pfirsichblütenland (Manfred E. Schuchmann)
Anhui liegt am Fuß des Gelben Berges, des - laut dem Geographen Xu Xiake - schönsten Bergs der Welt. Künstler pilgern in die Provinz, um die Schönheit des “Pfirsichblütenlandes” auf der Leinwand einzufangen.
Anhui gilt in China als Wiege der Landschaftsmalerei und Kalligraphie, als lebendiges Fenster in die ländliche Vergangenheit.
Guangdong - Südländisch, weltoffen, futuristisch (Burghard Schlicht)
In Guangdong, tief im Südosten, prallen Tradition und Moderne besonders extrem aufeinander: Chaozhou, eine Provinzstadt mit einer hervorragend erhaltenen Altstadt liegt nur wenige Kilometer von Guangzhou, ehemals Kanton, entfernt. Das dynamische Wirtschaftsleben der Hauptstadt am Perlenfluss manifestiert sich, vor allem in Zhujiang New Town, in ihren Wolkenkratzern und dem höchsten Fernsehturm der Welt.
Guizhou - Flötenkunst und Trommeltürme (Peter Weinert)
Die im Südwesten gelegene Provinz Guizhou bietet an Naturwundern die größte Karsthöhle und den höchsten Wasserfall Chinas.
Die Dörfer der Dong, Meister des Holzbaus, werden von Trommeltürmen überragt, deren Größe sich nach der Zahl der Familienmitglieder richtet. Die Miao legen ihre Dörfer inmitten von Reisfeldern an. Diese nationale Minderheit besteht aus über 100 Volksgruppen, die teilweise nicht mehr als 2000 Menschen zählen.
Shandong - Himmelstreppen, Wunderheiler und Gebete (Manfred E. Schuchmann)
In Shandong liegt der Tai Shan, der heiligste der fünf mythischen Berge. Im alten China wurde hier der Fengshan-Kult zelebriert, das aufwendigste Ritual, bei dem der Kaiser dem Himmel Rechenschaft über seine Regentschaft ablegen musste.
Das an der ostchinesischen Küste gelegene Shandong ist eine der ältesten Kulturlandschaften des Landes und der Geburtsort seines bedeutendsten Philosophen Konfuzius, dessen Nachkommen bis heute in der Stadt Qufu leben.
Shandongs größter Hafen ist Quingdao, das als Tsingtau von 1897 bis 1914 kaiserlich-deutsche Kolonialgebiet war.
Bonusfilm: Die himmlischen Reisterrassen (Peter Weinert)
Der Bonusfilm begleitet den Fotografen und Chronisten des Hani-Stammes Li Wen Ma ein Jahr lang in seiner Heimat. Die Hani haben ihre gebirgige Umgebung in einem Zeitraum von mehr als tausend Jahren geradezu zu einer Landschaftsskulptur umgeformt. Sie legten in 1500 Meter Reisterrasen an. Das fragile Gespinst aus schmalen Erdstufen nennen sie selbst „Leitern zum Himmeln“. Es wird noch traditionell mit Wasserbüffeln bearbeitet und von einem ausgeklügelten Leitungssystem bewässert.
Die Reisterrassen wurden bereits im Beitrag über die Provinz Yunnan vorgestellt, doch der Bonusfilm vermittelt dank Li Wen Ma einen außergewöhnlich intensiven Einblick in den Alltag der Hani, in ihre uralte Kultur und ihre spirituellen Geheimnisse.
Neben dem Bonusfilm liegt der Box ein ausführliches, schön gemachtes Booklet bei.
