E-Learning in der Schule – Lernplattformen für den Unterricht

E-Learning hält Einzug in Schulen - Silke Hamann
E-Learning hält Einzug in Schulen - Silke Hamann
E-Learning bietet zahlreiche Möglichkeiten für den Unterricht - kostenlose Lernplattformen wie "Moodle" gewinnen in Schulen an Bedeutung.

Das Arbeitsblatt für die Geschichtshausaufgaben in der Schule liegen gelassen? Macht nichts, das kann man auch online von zuhause aus abrufen. Im Klassenforum kann man auch gleich mit den Mitschülern die Diskussion über die RAF weiterführen, die zum Stundenende noch hitzig im Gange war. E-Learning hat in den letzten Jahren seinen Weg in die Schulen gefunden und erfreut sich dort zunehmender Beliebtheit. Während manche Lehrer dem Einsatz der sogenannten "Neuen Medien" noch skeptisch gegenüber stehen, sind die meisten Schüler froh über die methodische Abwechslung.

Vorteile von E-Learning in der Schule

Vieles spricht für den Einsatz von E-Learning im Schulunterricht. Das Internet spielt auch im Alltag der Jugendlichen eine große Rolle und wird daher von den Schülern gerne akzeptiert. Die Einbindung der interaktiven Aufgaben in den Unterricht kann bei weniger lernbegeisterten Schülern Interesse und Spaß am Lernen wecken. Zudem erwerben die Jugendlichen mediale Kompetenzen, die für ihre zukünftige Aus- und Weiterbildung unverzichtbar sind. Die Entwicklung des digitalen Lernens schreitet immer weiter voran: Erste Schulen setzen bereits iPads im Unterricht ein und verwenden dazu selbst programmierte E-Learning-Apps. Die Schulen müssen mit der Entwicklung Schritt halten und die Schüler frühzeitig auf die neuen Anforderungen vorbereiten. Weitere Vorteile ergeben sich durch die zahlreichen didaktischen Möglichkeiten, die das virtuelle Lernen bietet.

Didaktische Möglichkeiten

Digitales Lernen kann ergänzend zum normalen Präsenz-Unterricht eingesetzt werden – diese Verknüpfung wird als "Blended Learning" bezeichnet. Learning-Management-Systeme (LMS) ermöglichen es, für jede Klasse oder jedes Fach einen virtuellen Kursraum einzurichten und dort Lerninhalte und Aufgabenstellungen zur Verfügung zu stellen, die Schüler untereinander und mit den Lehrern zu vernetzen oder Bilder und Videos zu präsentieren. Auch können die Schüler gefundene Internetquellen austauschen, in einem Wiki gemeinschaftlich Texte erarbeiten, ihren Lernfortschritt in einem Lerntagebuch (Blog) festhalten oder selbst erstellte Materialien hochladen. So können beispielsweise die Präsentations-Folien eines Referats der ganzen Gruppe zugänglich gemacht und im Forum dazu passende Fragestellungen diskutiert werden.

Auch in Verbindung mit einem interaktiven Whiteboard eröffnen sich neue Möglichkeiten. Ein im Unterricht gemeinsam erstelltes Tafelbild kann auch nach Schulschluss noch abgerufen oder sogar weiter bearbeitet werden. Dies eröffnet die Möglichkeit, Gedankensammlungen auch über einen längeren Zeitraum hinweg kollaborativ zu entwickeln. Zudem erlaubt das digitale Lernen jedem Schüler, in seinem eigenen Tempo vorzugehen und den Unterrichtsstoff beliebig oft zu wiederholen. Zurückhaltendere Schüler, die in der Schule kaum zu Wort kommen, können einen Foren-Beitrag in aller Ruhe erstellen und sich so an der Diskussion beteiligen. Des Weiteren erfordert E-Learning die Fähigkeiten zum eigenständigen Lernen sowie zur Teamarbeit und trainiert somit wichtige Schlüsselqualifikationen.

Umstellung auf digitales Lernen

Viele Lehrer schrecken vor dem Aufwand zurück, den eine Umstellung auf Online Lernen mit sich bringt. Die Inhalte müssen erstellt beziehungsweise digitalisiert werden, soweit sie nicht – beispielsweise aufgrund der Nutzung eines interaktiven Whiteboards – ohnehin bereits vorliegen. Doch ist dieser Content erst einmal entwickelt, kann er beliebig wieder verwendet oder mit anderen Lehrern ausgetauscht werden. Ganze Kurse lassen sich exportieren und im nächsten Jahr für eine nachfolgende Klasse einsetzen. Zudem muss nicht das ganze LMS auf dem Server der Schule eingerichtet werden. Eine Alternative sind kostenlose interaktive Kursräume, die diverse Einrichtungen zur Verfügung stellen. So entfällt der Aufwand, den die erstmalige Installation und Wartung der Software mit sich bringen.

Lehrern, die sich über das Thema informieren wollen, stehen im Internet zahlreiche Informationsangebote zur Verfügung (zum Beispiel auf dem Deutschen Bildungsserver). Staatliche und freie medienpädagogische Einrichtungen bieten Schulungen und vielfältige Weiterbildungsmöglichkeiten an. Auch für die Auswahl des richtigen LMS finden sich zahlreiche Hilfsangebote. Hat man sich erst einmal mit der Software vertraut gemacht, machen Zeitersparnis und die vielfältigen technischen Möglichkeiten den anfänglichen Aufwand schnell wieder wett.

Kostenlose Lernplattformen

An den Schulen ist derzeit die kostenlose Open-Source-Plattform "Moodle" sehr beliebt. Die darin verfügbaren Tools lassen sich auch mit geringer Medienerfahrung leicht bedienen. Eine etwas komplexere aber ebenfalls sehr gute Alternative ist die an der Universität Zürich entwickelte Lernplattform "OLAT", die derzeit auch an vielen Universitäten verwendet wird. Der Markt wächst stetig an – mittlerweile ist für nahezu jedes Bedürfnis das richtige LMS verfügbar. Wer die Initiative ergreift und sich über seine Möglichkeiten informiert, wird sicherlich die passende Plattform finden und seine Schüler begeistern. Die sogenannten "Neuen Medien" werden immer wichtiger – im privaten sowie im beruflichen Alltag. In der Schule ermöglichen sie eine neue Form des Lehrens und Lernens und bieten zahlreiche Chancen, die zu nutzen es sich lohnt.

Silke Hamann, Eva-Christina Kreuzer

Silke Hamann - Während meines Studiums der Publizistik und Medienpädagogik habe ich bereits zahlreiche Tätigkeitsfelder des Journalismus ...

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