
- Die E-Zigarette, Ausführung eher für die Dame - Oliver Kussin - Highendsmoke
Rauchen ist out. Immer weniger Menschen greifen zur Zigarette, immer mehr haben bereits mit dem Rauchen aufgehört oder zumindest diese Absicht. Manch einer braucht neben dem starken Willen dazu auch noch das ein oder andere Hilfsmittel wie Nikotinpflaster oder -kaugummis. Eine Alternative dazu ist die elektronische Zigarette, die ohne Tabak und Kondensat funktioniert .
Die Geschichte der elektronischen Zigarette
Das erste Patent dafür wurde 1965 in Amerika vergeben. Anfang der 2000er Jahre nahmen die Chinesen diese Idee dann wieder auf und verfeinerten sie. 2007 begann der Vertrieb allmählich auch in Deutschland. Seit 2010 sind hier Produkte auf dem Markt, die man als vollwertigen Rauchersatz bezeichnen kann. Oliver Kussin aus Dresden importiert elektronische Zigaretten für den deutschen Markt, er produziert inzwischen aber auch selbst hochwertige Modelle. "Für mich ist es die beste Alternative zum Rauchen", sagt er und erklärt am eigenen Beispiel, dass er immerhin von ursprünglich etwa 80 Zigaretten am Tag auf jetzt nur noch vier innerhalb von gut einem Jahr reduzieren konnte. 80 Prozent seiner Kunden rauchten heute gar keine tabakhaltigen Zigaretten mehr, die übrigen 20 Prozent bevorzugten eine Mischvariante aus elektronischem und herkömmlichem Rauchverhalten.
Funktionsweise der E-Zigarette
Die elektronische Zigarette besteht aus drei Teilen: einem wiederaufladbaren Akku, einem Verdampfer (Mittelteil) und einem Mundstück (Depot). Bei der Verwendung wird durch die elektrische Energie aus dem Akku ein Heizdraht im Innern des Verdampfers erhitzt, welcher die aus dem Depot zugeführte Flüssigkeit (Liquid) verdampft. Die Inhalation des warmen, aromatisierten Dampfes kommt dem Gefühl des Zigaretten-Rauchens recht nahe. Der Dampf der E-Zigarette ist bereits nach ein paar Sekunden praktisch nicht mehr riechbar. Damit entfällt die beim Zigaretten-Rauchen so lästige Geruchsbelästigung. Des weiteren entfällt die Belastung anderer Personen durch Passivrauch, weil der Dampf der E-Zigarette, außer dem Nikotin, keine giftigen Stoffe in relevanten Konzentrationen enthält, und das Nikotin selbst zu 98 Prozent bereits bei der Inhalation absorbiert wird.
Das Liquid, das als Rauch inhaliert wird, enthält zum Großteil (zu 80 bis 90 Prozent) einen nicht giftigen Alkohol, der vor allem als Lösungsvermittler und als Konservierungsmittel dient. Den Rest machen das Nikotin, das in verschieden starken Konzentrationen je nach Dosierungswunsch beigefügt wird und ein minimaler, laut toxikologischem Gutachten zu vernachlässigender Anteil an Aromastoffen und Antioxidantien aus.
Die Kosten im Vergleich zur herkömmlichen Zigarette
Wer am Tag 20 Zigaretten raucht, gibt monatlich rund 150 Euro für sein Laster aus. Demgegenüber benötigt man bei diesem Konsum etwa fünf bis sechs Fläschchen Liquidlösung zu je fünf Euro. Damit würde man in diesem Beispiel innerhalb eines Monats 123 Euro sparen. Allerdings gilt es auch, die einmaligen Anschaffungskosten der E-Zigarette zu berücksichtigen. Bei Oliver Kussin liegen die "vernünftgen" Modelle zwischen 50 und 80 Euro, auch wenn es bereits bei 30 Euro losgeht.
Vorteile der elektronischen Zigaretten
- Laut des oben genannten toxikologischen Gutachtens ist kein erhöhtes Krebsrisiko zu erwarten. Auch andere Begleiterkrankungen des Rauchens wie Bronchitis oder Asthma fallen weg.
- Mundgeruch und verqualmte Kleidung gehören der Vergangenheit an.
- Mitmenschen müssen keinen Teer, kein Kondensat und kein Kohlenmonoxid mehr einatmen, Passivraucher gibt es also nicht mehr.
- Die elektronische Zigarette ist deutlich preiswerter.
- Im Vergleich zu anderen Nikotin-Präparaten zur Raucher-Entwöhnung (Nikotinpflaster, -kaugummis) kann die Nikotinaufnahme mit der elektronischen Zigarette deutlich besser dosiert und sukzessiv reduziert werden.
- Außerdem ist der psychologische Effekt, dadurch, dass man tatsächlich etwas in der Hand hält und raucht, nicht zu unterschätzen.
Warum wird bisher tendenziell so negativ über die elektronische Zigarette berichtet?
Wie andere Nikotin-Substitutionspräparate ist auch die E-Zigarette bei Jugendlichen, Schwangeren, Nichtrauchern und Personen mit Herzerkrankungen kontraindiziert. Abgesehen vom Nikotingehalt ist sie aber aus Sicht des Gutachters Bernd Mayer als toxikologisch unbedenklich zu bewerten. Die häufigste Kritik bemängelt fehlende Langzeitstudien, die natürlich bei diesem neuen Produkt noch gar nicht abgeschlossen sein können.
Demnächst erscheint bei Suite101 auch ein Artikel mit einem medizinischen Fokus auf das Thema. Lesen Sie gern auch einen weiteren Suite-Artikel zum Thema "Mit dem Rauchen aufhören".
Quellen:
- Gutachten über die Pharmakologie und Toxikologie einer Elektrischen Zigarette zur Raucherentwöhnung von Bernd Mayer
- Telefoninterview mit Oliver Kussin, Hersteller und Vertreiber
- stern.de & focus.de
