Edgar Allan Poe: Der Fall des Hauses Usher

Eine unheimliche Kurzgeschichte vom Meister der Short-Story

"Der Fall des Hauses Usher" ist das Paradewerk von Kurzgeschichten-Meister Edgar Allan Poe. Es vereint alles Typische von Poe und bezieht sogar ihn selbst mit ein.

"Der Fall des Hauses Usher" ist eines der bekanntesten Werke von Edgar Allan Poe. Die Kurzgeschichte erschien erstmals 1839 in Burton's Gentleman's Magazine, 1840 nochmals überarbeitet in der Sammlung "Tales of the Grotesque and Arabesque".

Der Inhalt der Kurzgeschichte "Fall des Hauses Usher"

Die Kurzgeschichte beginnt mit einem Ich-Erzähler, der zum heruntergekommenen Haus seines Jugendfreundes, Roderick Usher, reitet. Usher schrieb ihm nämlich in einem dringlichen Brief, dass er unter schrecklichen psychischen und körperlichen Erkrankungen leide und sich nach der Gesellschaft von seinem einzigen Freund sehne. Bereits bei der Ankunft überkommt den Erzähler ein Gefühl der Hoffnungslosigkeit und Dunkelheit. Im Haus, in dem es ebenso gespenstisch ist wie vor der Tür, trifft der Erzähler auf den anscheinend an einer Geisteskrankheit leidenden Hausherrn Roderick Usher. Usher erklärt seinem Gast, dass seine Zwillingsschwester Madeline ebenfalls schwer krank sei. Kurz darauf stirbt diese dann auch, und der Erzähler hilft Usher, ihren Körper in ein Grab im Keller des Hauses zu legen.

In einer stürmischen Nacht, als der Erzähler nicht in der Lage ist zu schlafen, kommt Usher mit einem teuflischen Blick in sein Zimmer. Der Ich-Erzähler versucht, den nervlich stark angegriffenen Usher zu beruhigen, indem er eine mittelalterliche Romanze vorliest. Doch die vermeintlich heitere Geschichte potenziert die unheimlichen Geräusche im Hause nur. Und plötzlich macht Usher die Andeutung, dass sie seine Schwester wohl versehentlich lebendig begraben haben. Er sagt, dass er sie schon die ganze Woche in ihrem Sarg rumoren hörte.

In diesem Moment weht der Wind die Tür auf und Madeline steht blutüberströmt da. Sie wirft sich sterbend auf ihren Bruder, Usher, welcher in Folge eines Schocks ebenfalls sofort stirbt. Panisch flüchtet der Erzähler aus dem Haus und vom Anwesen. Hinter ihm sieht man das Herrenhaus zusammenbrechen und in dem Tümpel davor versinken.

Poe und der Wahnsinn

Mit dem "Fall des Hauses Usher" hat Poe einen durchweg emotionalen Ton kreiert – das Gefühl von Wahnsinn und Angst. Genau diese Emotionen spiegelt der Hausherr Roderick Usher wieder. Und nicht nur das, mit der Person des Ushers zeichnet Poe ebenfalls ein Bild von sich selbst. Bekanntlich litt Poe unter einer psychischen Krankheit, wie Usher, und jener verkörpert geradezu diesen Zustand.

Das "House of Usher" bezieht sich somit nicht nur auf das Haus als Gebäude sondern auf die gesamte Familie. Das Haus wie die Familie bedingen sich, sie sind eine. Vom ersten Eindruck des Hauses, den der Ich-Erzähler dem Leser vermittelt, bis zum Tod des Geschwisterpaares ziehen sich die Parallelen der beiden durch die Geschichte. Die Familie und das Haus „sterben“ deshalb am Ende auch zusammen.

Eine Kurzgeschichte à la Poe

In dieser Kurzgeschichte vereint Poe einige seiner Lieblingsmotive: psychische Erkrankung, Opiumrausch, angeblicher Tod und Wiederauferstehung (lebendig begraben sein) und viele gotischen Elemente wie der Zerfall des Hauses Ushers.

Es ist eine meisterhafte Erzählung von Wahnsinn, Krankheit und Tod, die man – auch als Nicht-Poe-Freund – gelesen haben sollte.

Lesen Sie hier die deutsche Version oder hier das englische Original der Geschichte "Der Fall des Hauses Usher"!

Melanie Bürkle, Melanie Bürkle

Melanie Bürkle - Hallo! Seit November 2008 gehöre auch ich als Freie Autorin zu den Suite101-Autoren. Nach meinem Abitur 1999 absolvierte ich ...

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