
- Respekt vor Haustieren und Nutztieren - Katharina Ruppert
Die Bilder in dieser 2005 produzierten Dokumentation sind keine Einzelfälle, sondern sie geben den industriellen Standard wieder für Tiere, die als Haustiere, Nahrungsmittel, Kleidung, zur Unterhaltung, und Forschung gezüchtet werden.
Definition von "Earthling" und "Speziesismus"
Mit dem Wort "Earthling" ("Erdling") sind all jene gemeint, die die Erde bewohnen. Dieser Begriff unterscheidet nicht zwischen Geschlechtern, Spezies, oder Rassen. Er inkludiert Säugetiere ebenso wie Amphibien; Menschen ebenso wie Kühe, Vögel, Frösche, Fische, und Fliegen. Unter all diesen Erdlingen nimmt jedoch der Mensch eine besondere Rolle ein: er maßt sich an, die Erde zu beherrschen.
Bereits innerhalb der Spezies richtet der Mensch seine Ziele immer wieder darauf aus, andere zu dominieren. Rassismus kam etwa in der Sklavenhaltung, im Nationalsozialismus, und im Ku Klux Clan zum Ausdruck. Sexismus beschreibt die Unterdrückung des anderen Geschlechts. Analog zu Rassismus und Sexismus wurde der Begriff "Speziesismus" geprägt. Er steht für eine Spezies, die sich selbst das Recht gibt, eine oder mehrere andere zu knechten.
Menschen unterscheiden zwischen Menschen und Tieren. Denn angeblich sind wir nicht gleich. Natürlich gibt es offensichtliche Unterschiede zwischen Menschen und Tieren, dennoch teilen wir die meisten der grundlegenden Bedürfnisse: das Verlangen nach Nahrung und Wasser, nach einem Zufluchtsort und nach Gesellschaft, nach Bewegungsfreiheit und nach Freiheit von Schmerzen.
Haustiere
Haustiere werden überwiegend in großen Anlagen gezüchtet, wo die Elterntiere auf kleinstem Raum und unter schlechten Haltungsbedingungen leben müssen - vergleichbar etwa mit Legebatterien. Schäden am Bewegungsapparat und psychische Beeinträchtigungen sind eher Regel als Ausnahme.
Streuner, die von ihren Menschen ausgesetzt wurden, oder aus wilder Vermehrung ausgesetzter Haustiere stammen, haben meist eine kurze Lebenserwartung. Sie sterben an Hunger, Verletzungen, Kälte, Krankheiten, und oftmals auch an Gift oder anderen Attacken durch Menschen. Selbst wenn sie eingefangen und in Tierheime gebracht werden, sind ihre Aussichten nicht rosig. Die Heime sind oftmals überfüllt, und können keine adäquaten Haltungsbedingungen bieten. In vielen dieser Auffangstationen werden auch regelmäßig Tiere getötet.
Die Euthanasie erfolgt im besten Fall durch eine Spritze. Doch billiger und daher häufiger sind die grausameren Methoden. In Gaskammern werden die Tiere eng zusammengepfercht. Es dauert etwa 20 Minuten bis sie tot sind.
Fleischproduktion
Rinder werden mit einem Brandzeichen - meistens im Gesicht - versehen. Die Hörner werden ihnen ohne jegliche Betäubung abgeschnitten. Beim Transport werden sie so viele Tiere in einen LKW gedrängt, dass sie teilweise aufeinander stehen. Auf den langen Strecken ohne Verpflegung sterben noch vor der Ankunft beim Schlachter viele an Durst, Hitze, Kälte, oder Stress.
Beim Schlachter wird den Tieren mit einem Bolzenschussgerät in das Gehirn geschossen. Dadurch sollen sie bewusstlos werden. Anschließend hängt der Schlachter sie kopfüber an einem Bein auf und durchtrennt die Kehle. Wie Videos vom "Ausbluten" zeigen, sind die Tiere dann trotz Kopfschuss meist noch bei vollem Bewusstsein, bewegen sich, und haben Schmerzen.
Wenn Schlachthäuser Wände aus Glas hätten, wären dann nicht alle von uns Vegetarier?
Kälber werden vier Monate lang am Kopf fixiert, sodass sie sich nicht bewegen und keine Muskeln entwickeln können. Sie werden mit eisenarmer Flüssignahrung gefüttert. Wasser, Licht, und ein bequemes Lager werden ihnen verwehrt. Nach diesem kurzen qualvollen Leben werden sie geschlachtet.
Die Ohren und Schwänze von Schweinen werden ohne Betäubung abgeschnitten. Damit soll verhindert werden, dass die Tiere sich gegenseitig Ohren und Schwänzen anknabbern. Ebenso ohne Betäubung werden Zähne abgezwickt und Kastrationen durchgeführt.
Was kann man aus Earthlings lernen?
Das Leben einer Milchkuh, einer Legehenne, eines Tierversuchs-Affen, und eines Zirkus-Elefanten sind keineswegs besser. Gefangenschaft, Schmerzen, Entbehrungen, und Brutalität stehen überall dort an der Tagesordnung, wo Menschen aus Tieren Profit erwirtschaften.
Die Dokumentation wirft Fragen auf:
- Welche Menschen können dermaßen abgebrüht sein? Es sind wohl mehrere Millionen, deren tägliche Arbeit so aussieht. Und Milliarden, die mit ihrem täglichen Supermarkt-Einkauf deren Löhne bezahlen.
- Wie wird sich die Industrie weiterentwickeln? Der weltweite Fleischkonsum nimmt jährlich zu. Tierische Produkte, die in Entwicklungs- und Schwellenländern teilweise als Luxusgüter angesehen werden, werden mit steigender Industrialisierung häufiger konsumiert. Aufgrund der Massenproduktion sinken die Preise. Und die Haltungsbedingungen werden immer schlechter.
- Was kann eine einzelne Person tun, um dieses Leiden zu bekämpfen? Eine vegane oder zumindest vegetarische Lebensweise wäre ein Anfang. Tierversuchsfreie Kosmetik, Kleidung nur aus Baumwolle oder Synthetik-Fasern, Haustiere aus Tierheimen statt vom Züchter,... jeder kann einen Beitrag leisten.
