Das Stricken mit edlen kuschelweichen Garnen ist schon eine Freude an sich. Neben den bekannten Luxusgarnen wie Kaschmir und Angora gibt es aber noch weitaus exklusivere Wollsorten. Einen handgestrickten Pullover aus Guanaco- oder Vikunja-Garn: für die meisten wohl unbezahlbar. Ein Schal oder eine zarte Lochmusterstola aus einem der feinen Naturgarne ist vielleicht ein erfüllbarer Traum.
Yak: feine Wolle aus dem Unterfell des tibetischen Hochlandrindes
Das Yak ist eine Wildrinderart, die im zentralasiatischen Hochland beheimatet ist. Da die Tiere extremen Witterungsbedingungen ausgesetzt sind, haben sie ein besonders wärmendes Fell mit einer sehr feinen und dichten Unterwolle. Diese Unterwolle wird einmal pro Jahr zum Ende des Winters mit der Hand ausgekämmt. Das besonders weiche und wärmende Yak-Garn aus dem Unterfell des Tieres wird auch als Baby-Yak bezeichnet, um es von der eher harten Faser aus dem Deckfell zu unterscheiden. Im natürlichen Zustand ist die Yak-Unterwolle braun oder hellgrau. Inzwischen sind jedoch auch Mischgarne in anderen Farben erhältlich.
Bison: Exklusives Garn, für Allergiker geeignet
Aus dem Unterfell des nordamerikanischen Bisons wird ein weiches Garn in natürlichen Graubrauntönen gewonnen. Dieses Garn ist besonders hautverträglich und ist sogar für Waschmaschine und Wäschetrockner geeignet. Diese luxuriöse Wolle kostet allerdings etwa doppelt so viel wie Kaschmir.
Qiviut: Handstrickgarn von arktischen Moschusochsen
Qiviut, oder auch Qiviuk, wird aus der Unterwolle von Moschusochsen gewonnen. Die Tiere leben in den arktischen Tundren von Grönland bis Sibirien. Das auf dem Markt erhältliche Qiviut stammt aus einer Inuit-Kooperative in Alaska. Die Gewinnung ist aufwändige Handarbeit: Einmal pro Jahr werden die Haare ausgekämmt. Die Ausbeute beträgt nur zwischen 2 und 3 kg im Jahr pro Tier. Die Haare sind innen hohl, daher ist die gesponnene Wolle besonders leicht und dabei wärmend. Im Naturzustand ist die Wolle mittel- bis dunkelbraun, andere Farben und Mischqualitäten sind bereits erhältlich. Besonderheit: Qiviut läuft auch beim Waschen bei hohen Temperaturen nicht ein.
Guanaco: exklusive Wolle aus Südamerika
Das Guanaco ist eine Kamelart aus Südamerika. Auch hier wird nur das Unterfell verwendet: Es ist besonders fein und weich. Guanaco-Wolle ist sehr selten und exklusiv. Der Preis der reinen Wolle ist etwa achtmal so hoch wie der von Kaschmir. Daher werden als Strickgarn fast ausschließlich Mischungen mit anderen Fasern angeboten.
Vikunja: die teuerste Wolle der Welt
Die Wolle des südamerikanischen Vikunja, das zu den höckerlosen Kamelen zählt, gilt als die teuerste der Welt. Vikunja-Wolle ist mehr als zehnmal so teuer wie Kaschmir. Diese Wolle ist so exklusiv und selten, weil Vikunjas nur alle drei Jahre geschoren werden dürfen. Und auch dann ist die Ausbeute nur sehr gering. Das gesponnene Garn lässt sich nicht ohne Qualitätsverlust färben, daher ist nur das natürliche Haselnussbraun erhältlich.
Quelle: Verena Stricken, 1/2009, Verlag VCP GmbH
