
- Edvard Munch - Rätsel hinter der Leinwand - © Kunsthalle Bremen / Foto: Karen Blindow
Mehr als zweieinhalb Jahre war die Kunsthalle Bremen wegen eines großen Um- und Ausbaus geschlossen. Am 20. August 2011 haben sich nun die Türen für Besucher wieder geöffnet, allerdings größtenteils noch ohne Kunstwerke, da Staub und Luftverhältnisse noch nicht wieder im Reinen sind. Spätestens zur Eröffnung der Sonderausstellung zum norwegischen Maler Edvard Munch (1863-1944) sollen aber auch die ausgelagerten Kunstwerke und Bücher – die teils als Noble Gäste in anderen Häusern zu sehen waren – wieder in ihre Heimat Am Wall in Bremen eingezogen sein.
Munch: Erste große Ausstellung nach der Wiedereröffnung
Bei der Kunsthalle Bremen ist einiges in Bewegung. Lange war das Haus nun geschlossen. Gerade größer und in neuer Pracht wiedereröffnet, wird sich zum 23. September 2011 der derzeitige Direktor Prof. Dr. Wulf Herzogenrath in den Ruhestand verabschieden. Sein Nachfolger, der Kunsthistoriker Dr. Christoph Grunenberg, wird sein neues Amt zum 1. November 2011 antreten.
Vorher wird aber noch die neue große Sonderausstellung nach der langen "Durststrecke" eröffnet. Mit "Edvard Munch – Rätsel hinter der Leinwand" soll an Ausstellungserfolge der "alten" Kunsthalle angeknüpft werden: unter anderem "Der Blaue Reiter" (2000), "Van Gogh: Felder" (2002/03), "Monet und Camille – Frauenportraits im Impressionismus" (2005/06) und "Paula Modersohn-Becker und die Kunst in Paris um 1900" (2007/08).
Edvard Munch – Rätsel hinter der Leinwand
Nun also Edvard Munch. Der Name der Ausstellung benennt zugleich den Ausgangspunkt dafür: das "Rätsel hinter der Leinwand". Denn im Jahr 2005 wurde hinter Munchs Gemälde "Das Kind und der Tod" mittels Röntgenaufnahmen eine weitere Leinwand mit einem bisher unbekannten Bild gefunden: "Mädchen und drei Männerköpfe", entstanden etwa 1898. In der Pressemitteilung der Kunsthalle Bremen heißt es dazu: "Munch vereinigt in diesem Bild existenzielle Themen wie Unschuld und Begierde, Liebe und Tod, die ihn zeitlebens beschäftigt haben."
Das Ölgemälde zeigt ein zart und verletzlich wirkendes Mädchen und drei bedrohlich schauende Männergesichter, die nach ihm greifen. Ein keineswegs untypisches Motiv für Edvard Munch. Diese beiden Gemälde sollen nun im Zusammenhang mit Munchs Gesamtwerk ergründet, seine Motive und Bildsprache untersucht werden. "Das Kind und der Tod", das Bild "im Vordergrund", kann als eine Variante von Edvard Munchs berühmtestem Bild – "Der Schrei" – angesehen werden.
Munch-Ausstellung in Bremen mit Leihgaben aus Norwegen
"Die Ausstellung ergründet Munchs Motive und seine Bildsprache (…)", so die Kuratorin Dr. Dorothee Hansen. Das "Doppelbild" wird im Zusammenhang mit Munchs Bilderzyklus "Lebensfries" betrachtet, zu dem neben dem "Schrei" auch das gleichfalls sehr bekannte Gemälde "Madonna" gehört. In der Kunsthalle Bremen werden Leihgaben aus dem Munch-Museum in Oslo sowie dem Kunstmuseum Bergen zu sehen sein.
"Edvard Munch – Rätsel hinter der Leinwand", 15. Oktober 2011 bis 26. Februar 2012 in der Kunsthalle Bremen, Am Wall 207, 28195 Bremen. Anlässlich der Ausstellung ist das erste deutsche Kinderbuch über Edvard Munch erschienen: Edvard. Munch für Kinder von Hartwig Dingfelder.
Am 3. September 2011 eröffnet die norwegische Königin Sonja in Oslo eine neue Munch-Ausstellung zur 200-Jahr-Feier der Universität: "Edvard Munchs Auladekorationen".
Quellen und weiterführende Informationen:
Kunsthalle Bremen – Ausstellung "Edvard Munch – Rätsel hinter der Leinwand"
Pressemitteilungen der Kunsthalle Bremen
Bildnachweis Bild 1:
© Kunsthalle Bremen – Der Kunstverein in Bremen / Foto: Karen Blindow
