
- Hilfsmittel zum Schwimmen - Sabrina Sann
Nicht nur Wettkampfschwimmer, sondern auch fortgeschrittene Schwimmer können ihren Schwimmstil durch Training mit Hilfsmitteln verbessern. Flossen, Paddles, Schwimmbrett und Pull Buoy trainieren verstärkt die Arm- oder Beinmuskulatur – je nach Hilfsmittel – und verbessern die Koordination der Bewegungen. So konzentriert sich der Schwimmer beim Training einmal nur auf seine Arme, ein anderes Mal nur auf seine Beine. Werden die einzeln erreichten Trainingsziele dann ohne Hilfsmittel zu einem Ganzen zusammengesetzt, erlebt der Schwimmer oft einen großen Fortschritt in Bezug auf Schnelligkeit oder Kraftaufwand beim Schwimmen ohne Hilfsmittel.
Schwimmbrett (auch Kickboard) zum Training der Beine
Das Schwimmbrett beziehungsweise Kickboard sollte mit ausgestreckten Armen vor dem Schwimmer Platz haben. Man fasst es am oberen Rand an und legt die Arme auf. Dabei sollte das Brett hart genug sein, um Auftrieb zu geben, ohne sich zu verbiegen und leicht genug, um nicht komplett auf der Wasseroberfläche zu bleiben, wenn der Schwimmer seine Arme auflegt. Beim Schwimmen mit Schwimmbrett hält der Schwimmer den Kopf über Wasser und sorgt nur mit dem paddelartigen Beinschlag (Ristschlag) für Antrieb. Bei unausgereifter Beintechnik kann es passieren, dass der Schwimmer das Gefühl hat, rückwärts zu schwimmen anstatt voranzukommen. In diesem Fall sollte er darauf achten, dass seine Oberschenkel den Abwärts- und Aufwärtsschlag einleiten und seine Unterschenkel und Fußgelenke nur folgen und dass er seine Füße beim Abwärtsschlag vom Wasserdruck führen lässt. Denn das Wasser dreht Bein- und Fußgelenke etwas nach innen und das sorgt für den nötigen Antrieb.
Schwimmbretter gibt es in ganz verschiedenen Formen, Farben und Größen – teilweise echte Hingucker. Aus sportlicher Sicht kommt es jedoch ausschließlich auf das Material und die Größe an, damit der Auftrieb und die Körperhaltung stimmen. Besonders bei Kindern sollte darauf geachtet werden, dass das Schwimmbrett nicht zu viel Auftrieb hat. Der ausgestreckte Körper sollte möglichst gerade knapp unter der Wasseroberfläche liegen, die Arme etwa ab dem Ellbogen flach und gerade auf dem Schwimmbrett aus dem Wasser ragen.
Schwimmflossen für die Hände: Paddles zum Training der Arme
Auch Paddles – eine Art Schwimmflossen für die Hände – gibt es in unterschiedlichen Ausführungen. Große Paddles eignen sich für Krafttraining der Arme, denn durch die große Fläche wird auch der Wasserwiderstand stärker. Kleine Paddles eignen sich für das Ausdauertraining. Beide Paddle-Varianten trainieren die Technik des Armzugs. Beim Schwimmen mit Paddles verschneidet sich der Arm, wenn die Technik nicht stimmt. Der Schwimmer merkt somit sofort, wo der Fehler in seiner Technik liegt und kann daran arbeiten.
Das Schwimmen mit Paddles kann zu Krämpfen in den Fingern führen, besonders wenn die Handfläche durch die Paddles ungleich vergrößert wird – also zum Beispiel die Fingerspitzen vorn heraus ragen. Sowohl große als auch kleine Paddles sollten also in alle Richtungen gleichermaßen eine Vergrößerung der Handfläche darstellen.
Es gibt harte Kunststoff-Paddles, Paddles mit Löchern für ein besseres Wassergefühl, Finger-Paddles zum Anziehen und viele mehr. Welche Paddles ein Schwimmer bevorzugt, ist letztlich Geschmackssache.
Das Training mit Paddles beansprucht den oberen Schultergrätenmuskel in hohem Maße. Eine Entzündung in dieser Region kann einen langwierigen Heilungsprozess nach sich ziehen. Es ist daher vor Überanstrengung zu warnen.
Pull Buoy zum Training der Arme
Ein Pull Buoy (übersetzt „Zieh-Boje“) ist ein kleiner geschwungener Schaumstoff-Klotz, den sich der Schwimmer beim Schwimmen zwischen die Oberschenkel klemmt. Damit soll die Beinarbeit eingeschränkt werden, um die Arme zu trainieren. Der Pull Buoy verhindert, dass der Schwimmer bei eingeschränkter Beinarbeit absinkt. Schwimmer, die das Gefühl haben, vom Pull Buoy wunde Stellen zu bekommen, können dies als Zeichen verstehen, dass sie die Beine noch zuviel bewegen.
Auch Pull Buoys gibt es in verschiedenen Varianten. Es gibt sie in einem Teil oder als zweiteiliges Gerät. Der zweiteilige Pull Buoy kann an den Beinumfang des Schwimmers angepasst werden, bewegt sich beim Schwimmen aber mehr. Der einteilige Pull Buoy hingegen bleibt fest zwischen den Oberschenkel. Es gibt sogar Pull Buoy-Varianten, die zugleich als Schwimmbrett genutzt werden können. Diese eignen sich besonders für Reisen.
Flossen und Finnen für Antrieb und Dehnung der Bänder im Fuß
Der Unterschied zwischen Flossen und Finnen liegt in der Größe. Beide eignen sich ausschließlich für Schwimmtechniken mit Ristschlag (paddelartigem Beinschlag). Die großen Flossen sorgen für einen starken Antrieb und erste Erfolgserlebnisse zum Beispiel beim Kraulschwimmen. Schwimmen mit Flossen trainiert die Bänder im Fuß. Mit den etwas kleineren Finnen ist der Antrieb weniger stark, dafür muss in höherer Frequenz „gepaddelt“ werden, um voranzukommen. Sie trainieren ebenfalls die Bänder im Fuß. Doch die Technik beim Training mit kleinen Finnen kommt dem Schwimmen ohne Hilfsmittel näher als die Technik beim Training mit großen Flossen.
Grundsätzlich gilt: Dran bleiben beim Schwimmtraining - es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.
