
- Träger von Kultur und Liedgut: Chöre - Burkhard Vogt/Pixelio
Deutsche Chöre, die mit der Zelter-Plakette ausgezeichnet werden, können allesamt auf eine langjährige Tradition zurückblicken, in der sich die Mitglieder um die Pflege der Chormusik und um die Förderung des kulturellen Lebens sowie des deutschen Liedgutes verdient gemacht haben.
Ehrung für Chöre: Die Zelter-Plakette
Gestiftet wurde diese Medaille erstmals am 7. August 1956 von Bundespräsident Theodor Heuss. In den Statuten von 1956, die noch einmal 1960 modifiziert wurden, ist festgelegt, dass Chöre eine Zelter-Plakette frühestens zu ihrem 100-jährigen Bestehen erhalten können. Voraussetzung ist, dass sich der auszuzeichnende Chor regelmäßig und ernsthaft mit der Chormusik beschäftigt hat und sich volksbildende oder kulturelle Verdienste erworben hat. Noch heute wird die Plakette von den Bundespräsidenten verliehen. Koordiniert wird die Vergabe der Zelter-Plakette von der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Chorverbände e.V. Jahr für Jahr wird ein Ort für den zentralen Festakt ausgewählt.
Der Namensgeber Carl Friedrich Zelter
Carl Friedrich Zelter wurde am 11. Dezember 1758 in Berlin geboren. Er war ein deutscher Musiker, Professor, Musikpädagoge, Komponist und Dirigent. Während seiner aktiven Zeit hatte Zelter großen kulturpolitischen Einfluss auf seine Umgebung. Zelter war der Gründer der ersten Liedertafel, bei der nach dem Vorbild der Tafelrunde von König Artus, Menschen aus verschiedenen Berufen und Ständen zusammen kamen, um sich gemeinsam dem Gesang zu widmen. Im Prinzip entstand hier der erste deutsche reine Männerchor. Zudem war Zelter, der eigentlich erst den Beruf des Maurers erlernte und sich die Kunst der Musik autodidaktisch aneignete, für viele Jahre der Direktor der Berliner Singakademie, um die er sich sehr verdient machte. Ein wichtiger Freund Zelters war Johann Wolfgang von Goethe. Zelter wurde sogar das selten von Goethe gewährte Privileg des freundschaftlichen „Du“ zuteil. Dietrich Fischer-Dieskau, der Bariton-Sänger und Chronist, brachte einst das Wirken des Musikliebhabers mit folgenden Worten auf den Punkt: „So wirkten dann Singakademie und Liedertafel vorbildlich für ganz Deutschland, und dass das Singen hierzulande eines Tages Gemeingut wurde, ist das Verdienst Zelters.“ Zelters Leben endete am 15. Mai 1832 in Berlin.
Die Verleihung der Zelter-Plakette
Auf der Vorderseite der Zelter-Plakette ist das Antlitz Carl Friedrich Zelters zu sehen, auf der Rückseite der Bundesadler. Um den Adler herum steht die Inschrift „Für Verdienste um Chorgesang und Volkslied“. Überreicht wird die Zelter-Plakette traditionell drei Wochen vor Ostern am Sonntag Laetare. Sie wird durch den Bundespräsidenten oder durch einen seiner Vertreter verliehen. Über 1000 Chöre haben bis heute die Zelter-Plakette erhalten, darunter sind auch knapp hundert aus dem Ausland.
Ausgewählte Chöre, die die Zelter-Plakette erhalten haben
- Kreuznacher-Diakonie-Kantorei
- Mannheimer Liedertafel
- Polizeichor Bremen
- Sinfonischer Chor Aachen
- Sing-Akademie zu Berlin
- Mainzer Hofsänger
- Kantorei St. Ulrich
- Eisenbahnchor Haste
