Eier und Cholesterin

Sind Eier eine Gefahr für Herz und Kreislauf?

Eier  - pixelio
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Eier enthalten relativ viel Cholesterin und werden daher für einen hohen Cholesterinspiegel und dessen folgen für Herz und Kreislauf verantwortlich gemacht. Stimmt das?

Seit Jahren ist bekannt, dass 100 mg zusätzliches Nahrungscholesterin den Cholesterinspiegel im Blut nur um durchschnittlich 2,3 mg/dl ansteigen lässt. Dieses setzt sich aus 1,9 mg/dl LDL- und 0,4 mg/dl HDL-Cholesterin zusammen. Das Verhältnis von LDL- zu HDL-Cholesterin, einer der Hauptrisikofaktoren bei der Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, ändert sich dabei praktisch nicht. Bei etwa zwei Dritteln der Bevölkerung bleibt die Erhöhung des Cholesterinspiegels aufgrund körpereigener Regulationsmechanismen unter dem oben genannten Mittelwert. Nur bei etwa einem Drittel führen 100 mg zusätzliches Nahrungscholesterin zu einem Anstieg des Gesamtcholesterins von 3,9 mg/dl. Aber auch hier lässt sich kein Zusammenhang mit der Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen feststellen, wie klinische Studien aus dem Jahr 2006 gezeigt haben.

Eierverzehr und Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Laut Greene et al. beruht die Erhöhung des Cholesterinspiegels nicht auf einem Anstieg der Anzahl an LDL- und HDL-Partikeln, sondern auf einer Zunahme von deren Größe. Größere LDL gelten als weniger schädlich für die Arterien als kleinere LDL, da sie eine bessere Affinität zum LDL-Rezeptor auf den Körperzellen haben und daher schneller in die Zellen geschleust werden. Außerdem sind große LDL-Partikel weniger oxidationsempfindlich, was bedeutsam ist, da oxidiertes LDL eine Schlüsselrolle bei der Atheroskleroseentstehung spielt. Zusammenfassend lässt sich daher aus dem Anstieg des LDL-Cholesterins per se kein erhöhtes Risiko für Atherosklerose ableiten.

Beeinflussung des Cholesterinspiegels durch Fettsäuren

Einen stärkeren Einfluss auf den Cholesterinspiegel im Blut als Cholesterin selbst haben gesättigte Fettsäuren. Zur Vorbeugung von erhöhten Blutfettwerten empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), den Anteil an gesättigten Fettsäuren in der täglichen Kost zu verringern und gleichzeitig die Menge an einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren zu erhöhen. Ein Ei liefert durchschnittlich 7 g Fett, das zu 28 % aus gesättigten, zu 42 % aus einfach ungesättigten und zu 14 % aus mehrfach ungesättigten Fettsäuren besteht. Diese Fettsäureverteilung entspricht in fast idealer Weise den DGE-Empfehlungen.

Wichtige Nährstoffe machen Eier zu empfehlenswerten Lebensmitteln

Eier sind also nachweislich alles andere als eine Bedrohung für die Gesundheit. Im Gegenteil: Biologisch hochwertiges Eiweiß, das reich an unentbehrlichen Aminosäuren ist und daher gut in körpereigenes Eiweiß für den Aufbau von Körpersubstanz umgewandelt werden kann, macht Eier so wertvoll. Neben nennenswerten Mengen aller fettlöslichen Vitamine liefern Eier auch wasserlösliche Vitamine wie Vitamin B12 und Folsäure sowie die Mineralstoffe Eisen und Zink. Neben diesen essenziellen Nährstoffen tragen Eier aber auch zur Versorgung mit Lecithin und Carotinoiden bei und sind somit, ernährungswissenschaftlich gesehen, besonders hochwertige Lebensmittel. Empfehlenswert sind Eier auch aus kulinarischer Sicht, denn sie schmecken einfach lecker!

Quellen:

  • Howell WH, McNamara DJ, Tosca MA, Smith BT, Gaines JA. Plasma lipid and lipoprotein responses to dietary fat and cholesterol: a meta-analysis. Am J Clin Nutr 1997; 65: 1747-1764
  • Clarke R, Frost C, Collins R, Appleby P, Peto R. Dietary lipids and blood cholesterol: Quantitative meta-analysis of metabolic ward studies. Bmj 1997; 314: 112-117
  • Weggemans RM, Zock PL, Katan MB. Dietary cholesterol from eggs increases the ratio of total cholesterol to high-density lipoprotein cholesterol in humans: a meta-analysis. Am J Clin Nutr 2001; 73: 885-891
  • McNamara DJ. The impact of egg limitations on coronary heart disease risk: Do the numbers add up? J Am Coll Nutr 2000; 19: 540S-548S
  • Greene CM et al. Plasma LDL and HDL characteristics and carotenoid content are positively influenced by egg consumption in an elderly population. Nutr Metab 2006; 3: 6
Dipl. oec. troph., Melanie Kirk-Mechtel

Melanie Kirk-Mechtel - Essprofi - Ernährung & Kommunikation: Der Name ist Programm. Als Ernährungsfachfrau (Diplom-Oecotrophologin) und begeisterte ...

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