Eileiter- und Bauchhöhlenschwangerschaft

Ursachen, Symptome und Behandlung einer Extrauteringravidität

Ultraschallbild einer Peritonealgravidität - X.Compagnion
Ultraschallbild einer Peritonealgravidität - X.Compagnion
Auch die Einnistung der befrucheten Eizelle an einer falschen Stelle kann Ursache für einen unerfüllten Kinderwunsch sein.

Wenn sich ein befruchtetes Ei nicht in der Gebärmutter, sondern im Eileiter oder in der Bauchhöhle einistet, spricht man von einer Eileiter- oder Bauchhölenschwangerschaft. Der medizinische Fachbegriff lautet Extrauteringravidität.

Was ist eine Eileiterschwangerschaft?

Im Normalfall wird die weibliche Eizelle innerhalb des Eileiters von den männlichen Spermien befruchtet und wandert danach mehrere Tage durch den Eileiter. Dabei entwickelt sie sich zu einem Embryo, der dann in der Lage ist, sich in der Gebärmutterschleimhaut einzunisten. Wird diese Wanderung und Entwicklung gestört, kann es dazu kommen, dass sich der Embryo an einer anderen Stelle einnistet. Geschieht das im Eileiter, spricht man auch von einer sogenannten Tubargravidität. Eine Einistung in der Bauchhöhle nennt man hingegen Peritonealgravidität. Die Ursachen für derartige Störungen können vielfältiger Natur sein:

  • Unbewegliche oder verklebte Eileiter
  • ein Spirale, die eine Schwangerschaft nicht verhindert hat
  • angeborene Störungen der Eileiter wie z.Bsp. Polypen
  • eine Endometriose
  • künstliche Befruchtung

Wie wird eine Eileiterschwangerschaft diagnostiziert?

Am Anfang der Diagnose steht zunächst ein normaler Schwangerschaftstest. Ist dieser positiv und kommen weitere Symptome wie Blutungen oder starke Schmerzen hinzu, kann das zunächst ein Hinweis auf eine Eileiterschwangerschaft sein. Je nach Ort der Schwangerschaft können die Symptome zu unterschiedlichen Zeitpunkten und und mit unterschiedlicher Stärke auftreten. Das erschließt sich, wenn man bedenkt, dass das Gewebe im Eileiter beispielsweise wesentlich schneller durch einen wachsenden Emryo verletzt werden kann, als in der Bauchhöhle.

Ultraschalluntersuchung

Hat sich einmal der Verdacht auf eine Extrauteringravidität ergeben, kann ein Ultraschall weitere Hinweise geben. Denn wenn ein positiver Schwangerschaftstest vorliegt, im Ultraschall aber kein Embryo in der Gebärmutter zu erkennen ist, erhärtet das den Verdacht. Ab der 6. Woche sollte man im Uterus eine Schwangerschaft mittels Ultraschall erkennen. Ist dies nicht der Fall, besteht eine hohe Warscheinlichkeit, dass sich das befruchtete Ei an der falschen Stelle eingenistet hat.

Bauchspiegelung

Verhärtet sich der Verdacht auf eine Extrauteringravidität, kann nur eine Bauchspiegelung wirkliche Gewissheit bringen, da auf Ultraschallbildern der befruchete Embryo nur selten gut zu erkennen ist, wenn er sich nicht in der Gebärmutter eingenistet hat.

Behandlung einer Extrauteringravidität

Weil eine Schwangerschaft, die sich an der falschen Stelle eingenistet hat, kann sie nicht ausgetragen werden. Die Behandlung richtet sich in diesem Fall danach, wo der befruchtete Embryo sitzt und wie weit die Schwangerschaft schon fortgeschritten ist.

Bei einer früh erkannten Eileiterschwangerschaft kann mit medikamentöser Hilfe ein Abgang der befrucheten Eizelle bewirkt werden. In manchen Fällen geschieht das auch von allein wegen der Unterversorgung des Embryos. Wird die Schwangerschaft jedoch zu spät erkannt, muss mittels eines operativen Eingriffes behandelt werden. Das ist bei einer Bauchhölenschwangerschaft in der Regel nicht nötig, da es hier in den meisten Fällen von allein zu einem Abgang kommt.

Die Wahrscheinlichkeit, dass es nach einer Eileiterschwangerschaft erneut zu einer falschen Einnistung einer befruchteten Eizelle kommt, liegt übrigens etwa zwischen 10 und 25 Prozent.

Julia Hoffmann - - seit 2004 freie Journalistin - zuhause in den Themen IT, Lokales, Familienpolitik, Kultur und exklusiv für Suite101 im ...

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