Vorerst sei für alle urbanen Menschen eine Warnung ausgesprochen, die sich einen Zweitwohnsitz außerhalb der Stadt zulegen wollen oder gar darüber nachdenken, ganz "aufs Land" zu ziehen. Man wird nicht mehr vom eigenen Wecker, oder von der dröhnenden Straßenbahn oder dem Hupkonzert der ersten im Stau steckenden Autofahrer geweckt. Der Wecker sind zwitschernde Vögel, krähende Hähne, quackende Frösche und bellende Hunde. Wenn man das nicht will liegt das Paradies dann doch eher in der Nähe der nächsten U-Bahn.

Swimming-Pool oder Schwimmteich?

Seit Beginn der achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts ist ein wahrer Boom von Gartenteichen ausgebrochen. Sehr schöne naturnahe Gartenteiche sind entstanden, die zahlreichen Insekten und Amphibien neue Lebensräume bieten. Wer auf Beton, Chemie und das schillernde Blau eines Pools verzichten kann und über den nötigen Platz verfügt, kann einen Gartenteich auch zum Schwimmen anlegen und wird bemerken, dass die Bewohner dieses biologischen Teiches das Vergnügen selbst die Runden im Wasser zu drehen nicht schmälern.

Biotop - ein in sich geschlossener Lebenskreis

Alles Leben entsprang aus dem Wasser. Ein Biotop ist eine Oase blühenden Lebens, so klein es auch ist. Wer im Garten einen Teich anlegt wird staunen, was sich ohne sein weiteres Zutun an kleinen Tieren in kurzer Zeit ansiedelt und meistens über viele Jahre bleibt. Bereits nach wenigen Tagen werden sich Wasserläufer an der Oberfläche tummeln, gefolgt von Spitzschlammschnecken und Libellen. Ob und wann sich auch Frösche, Kröten, Molche, Unken oder gar Feuersalamander im Teich ansiedeln hängt ganz von ihrem Vorkommen in der Umgebung ab.

Wasser im Garten? - Ja, aber warum?

Will man im Garten ein Biotop, sollte man sich vorher einige Fragen stellen. Die Wichtigste ist: Was will ich damit bezwecken? Die Antwort muss jeder selbst für sich finden. Soll es ein großflächiger Schwimmteich werden, oder genügt eine Dimensionierung, die alleine dem Auge reichen soll. Daher, wozu eine Wasserfläche im Garten? Ein Gartenteich deckt viele Lebensbereiche ab. Er kann "nur" eine beschaulich, beruhigende Ausstrahlung bringen, kann und wird als Vogeltränke dienen. Eine Seerosensammlung ist ebenso möglich wie ein Zierfischteich. Diese Liste ließe sich weiter differzieren und fortsetzen. Vieles ist miteinander kombinierbar, so zum Beispiel Schwimmteich und Feuchtbiotop. Anderes könnte zu Problemen führen, wenn etwa in einem klein dimensionierten Biotopteich Goldfische eingesetzt werden. Diese Fische würden den Winter nicht überleben beziehungsweise auch die Katzen aus der Nachbarschaft. Dem Einfallsreichtum in Sachen Biotopgestaltung ist jedenfalls keine Grenze gesetzt. Alles hängt von der eigenen Fantasie und den natürlichen Gegebenheiten ab, sich ein eigenes kleines irdisches Paradies zu schaffen.

Quelle: "Gartenteiche" - Wolfram Franke