Ein Chinchilla als Haustier anschaffen

Chinchilla - Sylvia Schöbe
Chinchilla - Sylvia Schöbe
Um Chinchillas zu halten, braucht man viel Platz. Auch wollen die nagefreudigen Tiere tagsüber ihre Ruhe haben. Eine Anschaffung sollte gut überlegt werden.

Chinchillas sind faszinierende Heimtiere. Ihre Haltung ist nicht problematisch. Sie stellt jedoch einige Anforderungen an den Pfleger und verlangt mehr Aufwand als beispielsweise die Betreuung eines Meerschweinchens. Die Anschaffung sollte deshalb gut durchdacht werden.

Chinchillas wollen Gesellschaft

Da die Tiere sehr gesellig sind, ist es besser, ein Pärchen zu halten. Anderenfalls droht Unwohlsein und Trägheit. Schlimmstenfalls kann es zu schweren Verhaltensstörungen kommen.

Chinchillas sind dämmerungs- und nachtaktiv

Die südamerikanischen Tiere sind vorwiegend nacht- und dämmerungsaktiv. Als Spielkameraden für jüngere Kinder sind sie deshalb ungeeignet. Tagsüber wollen Chinchillas weitestgehend in Ruhe gelassen werden, und wenn die Kleinen ins Bett müssen, werden sie munter.

Man sollte sich auch bewusst sein, dass Chinchillas nicht kurzlebig sind, sondern durchschnittlich 10 - 15 Jahre alt werden können. Für diese lange Zeit muss man sich um das Tier kümmern.

Chinchillas brauchen Platz

Ein einfacher Meerschweinchen- oder Kaninchenkäfig reicht für die Unterbringung eines Chinchillas nicht aus. Man kann sich für einen speziellen Chinchillakäfig aus dem Fachhandel entscheiden. Am besten ist jedoch eine geräumige Zimmervoliere, die mit mehreren Etagen ausgestattet ist. Diese passt freilich nicht in jedes Wohnzimmer. Wer Chinchillas halten möchte, braucht also viel Platz.

Der richtige Standort des Geheges

Dazu sollte man einen Standort für das Gehege auswählen, der tagsüber ruhig ist, damit das Tier dösen kann. Am Abend braucht es dagegen etwas Abwechslung und sollte etwas beobachten können. Allzu viel Trubel sollte in der Umgebung allerdings nicht herrschen. Der sensible Nager könnte sich davon so gestört fühlen, dass er krank wird. Auch von Zugluft und direkter Sonneneinstrahlung muss das Chinchillaheim geschützt werden. Am besten eignet sich ein Standort an der Wand in einem nicht allzu kalten Raum.

Chinchillas nagen gern

Für die Einrichtung des Geheges sollte man auf jeden Fall Plastikartikel vermeiden. Chinchillas sind sehr nagefreudig und zerlegen Gegenstände aus diesem Material binnen kurzer Zeit, wovon sie auch krank werden können. Holz wird ebenfalls früher oder später zu Spänen verarbeitet. Dennoch sollte man den Käfig mit Ästen von Nuss- oder Obstbäumen ausstatten. Diese können die Tiere zum Klettern nutzen. Außerdem ist das Gehölz wichtig, um die ständig wachsenden Nagerzähne abzuschleifen.

Ausstattung des Chinchillaheims

Zur Ausstattung des Heims gehören auch ein Futternapf, eine Wassertränke, ein Schlafhaus, eine Heuraufe sowie eine Badeschüssel, die mit Chinchillasand gefüllt wird. Letztere ist für die Fellpflege notwendig. Außerdem sollte das Gehege mit einigen Sitzbrettern in verschiedenen Höhen versehen sein.

Die Ernährung des Chinchillas

Um das Chinchilla richtig zu ernähren, sollte man sich an den Fachhandel wenden und spezielle Pellets besorgen. Zusammen mit Heu sind sie das Grundnahrungsmittel. Meerschweinchen- oder Kaninchenfutter, das man in beinahe jedem Supermarkt erhält, ist dagegen nicht geeignet. Diese Mischungen sind zu fett- und zuckerhaltig. In der Natur ernähren sich Chinchillas von karger Kost. Ihr Organismus hat sich darauf eingestellt. Zuviel Fett vertragen sie nicht. Sie werden nicht nur dick davon, sondern es verkürzt auch ihr Leben. Auf Grünfutter wie Salat und wasserreiches Obst sollte ebenfalls verzichtet werden, da feuchte Nahrung gleichfalls ungesund ist. Ein kleines Stück Karotte und ein paar Rosinen täglich können das Grundfutter dagegen ergänzen.

Notwendige Reinigungsarbeiten

Für die Käfigreinigung sollte man sich einmal wöchentlich Zeit nehmen. Die Einstreu muss erneuert werden. Dazu sollte der Boden mit heißem Wasser abgewaschen werden. Kotkrümel, Haare und andere Verschmutzungen sollten regelmäßig von den Sitzen entfernt werden. Ist das Heu nass oder verschmutzt, muss es ebenfalls ausgetauscht werden.

Vor der Anschaffung eines Chinchillas sollte man also gut über all diese Punkte nachdenken. Man muss sicher sein, dass man für eine lange Zeit bereit ist, sich gut um das Tier zu kümmern und nicht nach einigen Wochen die Lust daran verliert.

Literaturhinweis

Esther Verhoef-Verhallen: Kaninchen-und Nagetiere-Enzyklopädie, Edition DÖRFLER im NEBEL VERLAG GmbH, Eggolsheim

Sylvia Schöbe - Liebe Leser und Leserinnen, Vielen Dank für das Interesse an mir und meinen Artikeln. Dann möchte ich mich einmal kurz ...

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