Ist die Entscheidung für einen Hund getroffen, stellt sich schon die nächste Frage. Woher soll der Vierbeiner kommen? Züchter, Privatleute, Tierschutzvereine und Tierheime bieten Hunde an. Die Auswahl ist groß, die Entscheidung fällt schwer. Nun ist es an der Zeit sich klar zu machen, was für und gegen einen Hund aus dem Tierheim oder vom Züchter spricht.

Grundsätzliche Fragen bei der Hundehaltung

Allein im Tierheim Berlin werden jedes Jahr rund 1700 Hunde abgegeben. Potenzielle Hundebesitzer sollten die Gründe kennen, die den Hund ins Heim gebracht haben. Die Situation des Hundes soll sich nicht wiederholen. Züchter-Fan und Tierheim-Freund müssen sich folgende Fragen beantworten können:

  • Leidet jemand in der Familie an einer Tierhaarallergie?
  • Haben Sie täglich ausreichend Zeit, sich mit dem Hund zu beschäftigen, ihn zu erziehen, mit ihm zu spielen und mit ihm raus zu gehen?
  • Ist genug Platz im Haus? Oder steht ein Umzug in den nächsten Jahren an?
  • Ist der Hausbesitzer oder Vermieter mit dem Halten eines Hundes einverstanden?
  • Was würde mit dem Hund passieren, wenn Sie sich von ihrem Partner trennen würden oder Kinder kommen?
  • Wer kümmert sich im Urlaub oder bei einer Erkrankung um den Hund?

Verhaltensauffällig sind nur wenige Hunde aus dem Tierheim

Hunde aus dem Heim sind eher selten verhaltensgestört. Viele Tiere werden abgegeben, weil Herrchen oder Frauchen gestorben sind, weil der Halter erkrankte oder ein Umzug den Besitzer dazu nötigte, den Hund zurückzulassen. Solche Hunde sind oft gut erzogen und der neue Besitzer hat es von Anfang an leicht mit seinem neuen Freund. Doch Vorsicht: So manche Macke stellt sich erst später heraus. Vielleicht war der Hund es bisher gewöhnt, im Bett bei Herrchens zu schlafen oder bringt einem die Schuhe, wenn das Telefon klingelt. Glücklicherweise sind Hunde lernfähig.

Problemhunden brauchen erfahrene Hundehalter

Anders verhält es sich mit Hunden, die schwere Schicksalsschläge hinter sich haben, verängstigt oder aggressiv sind. Solche Hunde sind nur für erfahrene Hundebesitzer geeignet. Das Vertrauen eines solchen Hundes zu erlangen, ist eine Herausforderung für sich. Ist der Hund nicht stubenrein oder hat die Angewohnheiten in Mülltonnen nach Futter zu suchen, ist eine liebevolle und gleichzeitig klare Erziehung gefordert.

Probezeit für den Hund und das Personal im Tierheim als Ansprechpartner

Viele Tierheime und Tierschutzorganisationen bieten eine Probezeit für den „gebrauchten“ Hund an. Diese sollte der Hundehalter in spe in jedem Fall nutzen. Mit mehrmaligem Ausführen und einigen Probe-Wochenenden im neuen Zuhause, findet sich schnell heraus, ob Hund und Halter sich gut riechen können. Die Mitarbeiter des Tierheims sind die wichtigsten Ansprechpartner.

  • Woher kommt der Hund?
  • Wer waren seine Vorbesitzer?
  • Wieso wurde er abgegeben?
  • Hat er Krankheiten? Leidet der Hund z.B. an Diabetes oder Hüftdysplasie?
  • Welche verhaltensauffälligen Macken sind von ihm bekannt?
  • Ist der Hund kinderlieb?
Nicht alle Fragen sind immer zu beantworten, doch kennt man so die möglichen Unbekannten.

Kosten für ein Tierheim-Hund

Über Welpen wissen die Tierpfleger manchmal auch nicht viel. Beim Züchter hingegen kauft man den Stammbaum mit. Für einen Beagle steigen die Preise mit der Länge des Stammbaums von rund 400 Euro aufwärts. Welpen aus dem Tierheim haben keine Ahnentafeln. Die Hundebabys können jedoch reinrassig sein, da missglückte Züchtungsergebnisse mitunter ebenfalls im Tierheim landen. Handelt es sich um das Ergebnis einer spontanen Straßenbekanntschaft, ist der Welpe oft ein Mischling. Ob reinrassig oder nicht, in Tierheimen liegen die Kosten für einen Hund unter 250 Euro. Die Tiere werden kastriert, entwurmt, geimpft und mit einem Chip versehen. Diese und weitere Kosten muss die Auffangstation decken.

Hunde vom Züchter sind Welpen mit Stammbaum und Papieren

Dennoch hat ein Hund vom Züchter Vorteile. Hundeeltern und Kinderstube lassen sich besichtigen. Der Züchter übergibt alle notwendigen Papiere und gibt meist noch einige persönliche Anekdoten aus der langen Geschichte der Hundefamilie zum Besten. Körperlich und seelisch sind die Welpen gesund. Die Hundeerziehung erfolgt unvorbelastet. Doch müssen alle Welpen erzogen werden. Das erfordert immer viel Geduld, Disziplin und Zeit. Da nur wenige Menschen erwachsene Hunde von Züchtern holen, stellt sich nicht die Frage, ob man es mit einem Hundewelpen vom Züchter leichter hat, als mit einem Welpen aus dem Tierheim. Welpen sind Kinder – Stammbaum hin oder her.

Der Besuch in Hundeschule ist für Hundehalter und dem Hund aus dem Tierheim wichtig

Wie es um die Persönlichkeit eines älteren Tierheim-Hundes bestellt ist, erfahren Hundehalter in der Hundeschule. Diese gibt Gelegenheit sich kennenzulernen und stärken das Vertrauen ineinander. Hundebesitzer erhalten fachmännischen Rat, wenn es um die Umerziehung des Vierbeiners geht. Gerade mit erwachsenen Hunden, die bereits ihre eigene Persönlichkeit mitbringen, ist der Besuch einer Hundeschule empfehlenswert. Die Allüren seines Hundes sollte man kennen.

Die Eingewöhnung und das Alter des Hundes

Etwa zwei Jahre dauert es, bis ein Hund sich bei seiner neuen Umgebung heimisch fühlt. Bei manchen Hunden geht das schneller, andere brauchen noch ein wenig länger. Dennoch sollte die Länge der Eingewöhnungsphase nicht gegen einen älteren Hund sprechen. Fühlt sich der Hund wohl und wird gut behandelt, überraschen insbesondere Mischlinge mit einer überdurchschnittlichen Lebensdauer. Dankbar ist letztlich jeder Hund für die zweite Chance.