Ein Ruderfinal-Rennen bei 'Jugend trainiert für Olympia 2011'

Eliteschulen des Sports auf dem Treppchen - Simone Kemler
Eliteschulen des Sports auf dem Treppchen - Simone Kemler
Viele der besten Schulsportler Deutschland gehen auf die DOSB-Prädikatsschulen 'Eliteschulen des Sports', so auch TeilnehmerInnen bei den Ruderern.

2011 wurden die Finals der Ruderer im Wettbewerb 'Jugend trainiert für Olympia' (JtfO) auf der ehemaligen Olympia-Regattastrecke von 1937 in Berlin-Grünau ausgetragen. Am letzten Tag dieses Wettkampfs stand unter anderem auch das Rennen Mädchen WK II Jahrgänge 1995–1997 der Doppelvierer mit Steuermann/-frau (1000 m) auf dem Programm. Die Bronze-Medaille erkämpften sich dabei die Mädchen der Flatow-Oberschule mit Steuerfrau Korinna Dammasch. Mit zwei dritten Plätzen und je einer weiteren Platzierung auf den Rängen 4, 5 und 11 konnte die Flatow-Oberschule in Berlin einen erfolgreichen Wettkampf absolvieren. Die Schule in Flatow, direkt in der Nähe der ehrwürdigen Regattastrecke von 1937 gelegen, ist eine von bundesweit 39 „Eliteschulen des Sports“. Diesen Titel vergibt der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) im sogenannten olympischen Zyklus, also alle vier Jahre.

Die Flatow-Oberschule: Eine von bundesweit 39 "Eliteschulen des Sports"

Dieses Prädikat wurde Anfang der 90er Jahre unter der Ägide von Willi Daume entwickelt und hat unter anderem durch das Kultusministerium des Bundes und der Sparkassen Finanzgruppe eine nachhaltige und bis heute andauernde Unterstützung erfahren. Mittlerweile haben sich diese Schulen zu unverzichtbaren Förder- und Unterstützungseinrichtungen für den Nachwuchsleistungssport in Deutschland entwickelt. Viele der Medaillengewinner von Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften haben in einer dieser Eliteschulen des Sports die Schulbank gedrückt – durch ihre Erfolge sind Sportler wie Maria Riesch und Felix Loch, oder auch der amtierende Diskus-Weltmeister Robert Harting bundesweit bekannt geworden.

Bei einem Eliteschüler muss vieles zusammen passen, damit er/sie erfolgreich ist

Wie diszipliniert müssen denn die künftigen Champions sein? Wolfgang Schröder, Trainer in der Flatow-Oberschule, berichtet: „Ohne Willen und die Motivation, ein gestecktes Ziel zu erreichen geht nichts. Gerade im Rudern dauert es eine geraume Zeit, bis ein Trainer erkennen kann, ob es der Schüler oder die Schülerin in diesem Sport weit bringen kann.“ Denn es ist nicht nur der Fleiß oder die Ausdauer, auch die körperlich Entwicklung spielt gerade bei den Mädchen eine Rolle. "Manche hören dann einfach auf zu wachsen und sind dann für den internationalen Leistungssport zu klein", erklärt Schröder weiter.

Auch im Winter wird fleißig trainiert - wenn schon nicht im Wasser draußen, dann drinnen

Neben dem Training auf dem Wasser steht besonders im Winter Kraft- und Ausdauertraining sowie sportart-spezifische Übungen zur Verbesserung der Hebelwirkung oder auch rudern in der 'Trockenbox' auf dem Programm. Doch nicht nur die Förderung der sportlichen Leistung ist wichtig.

Eher Bronze gewonnen oder doch Gold verloren?

Auch Teamgeist und Persönlichkeitsentwicklung werden gefördert: So konnte sich das Team des Doppelvierers der Flatow-Oberschule um Steuerfrau Korinna Damasch der Flatow-Oberschule zunächst gar nicht wirklich über die gewonnene Bronzemedaille freuen, denn Vanessa Wuttig hatte sich während des Rennens so verausgabt, dass anschließend erstmal der Gang zum Sanitäter notwendig wurde. Als dieser dann wieder grünes Licht gab und Wuttig wieder Lachen konnte, war auch das Team wieder beruhigt und konnte zur Siegerehrung gehen, „Wir lagen nach 300 Metern vorn und hatten Chancen auf die Goldmedaille, aber dann mussten wir dem hohen Anfangstempo Tribut zollen“, beschrieb Teamkameradin Denise Schwandt den Rennverlauf. Gewonnen hat dieses Rennen die Sportschule Potsdam in der Besetzung: Jessica Füler (1994), Josephine Heyn (1995), Fabienne Eßer (1994), Stella Bleich (1996) und Steuerfrau Esther Liebig (1996), die Zeit: 3:38.71 Minuten. Zweite wurde das Sportgymnasium Dresden mit einer Zeit von 3:41.26 Minuten. Im Boot saßen Tami Nennstiel (1994), Josephine Eich (1995), Florei Förster (1994), Samantha Nesajda (1994) und Steuerfrau Maxi Baumgart (1997). Nach 3:43.17 waren dann die Mädchen aus Flatow am Ziel: Denise Schwandt (1996), Vanessa Wuttig (1996), Laura Schulz (1995), Ulrike Rühmann (1995) und eben Steuerfrau Korinna Dammasch (1997).

Mehrbelastung durch Schule und Training?

Natürlich finden es alle etwas schade nach dem Rennen, denn es wär' vielleicht mehr 'drin gewesen, aber Zeit für große Enttäuschung ist nicht. Das Boot muß versorgt werden und schon stehen alle fünf nach Dammasch's Kommandos wieder am Bootshaus. Alle Mädchen sind auf unterschiedlichste Weise zum Rudern gekommen: bspw. hat Vannessa Wuttig eine Tante, die rudert, während Denise Schwandt einen Artikel in der Zeitung las und dann einfach zum 'Tag der offenen Tür' gekommen ist. Die Frage nach einer evtl. Mehrbelastung durch das viele Training, die Schule und den strammen Wochenplan, kommt bei allen fünf eher selten auf. "Es macht Spaß und ich habe mich dafür entschieden" oder "ich bin daran gewöhnt und auf das Training eingestellt" sind die Antworten, die zu hören sind. Dafür merkt man dann umso mehr, die sportliche Haltung gegenüber dem Wettkampf und die Hoffnung, es beim nächsten 'JtfO' noch besser zu machen.

"Eliteschulen des Sports" machen einen nachhaltigen Erfolg möglich

„Eliteschulen des Sports“ sind Verbundsysteme aus Schule, Wohnen und Sport, die sportlich Talentierte unter dem Leitsatz "Weltmeister werden und den Schulabschluss schaffen" fördern wollen. Diese Schulen koordinieren die "duale Karriere" der künftigen Spitzenathleten, deren parallele schulische Bildung und sportliche Ausbildung, so, dass keiner der beiden Bereiche vernachlässigt wird. Schröders Schützlinge bleiben ihm maximal bis zum Abitur und werden in eigens eingerichteten Sportlerklassen unterrichtet. So wird schulische Ausbildung und Training wirksam eng aufeinander abgestimmt und die Schüler und Schülerinnen können ihre Schulzeit bestens nutzen. Dabei ist auch die Nachhaltigkeit des Trainings gewährleistet, denn nach dem Schulabschluss wird Trainer Wolfgang Schröder die sportliche Verantwortung für seine Athleten an die Trainer der Landes-, Bundes- oder auch Olympiastützpunkte abgeben.

Simone Kemler, Simone Kemler

Simone Kemler - . . . . . nach dem Abitur habe ich erstmal BWL studiert und zwar in Münster und London, bevor ich dann einige Jahre im Management und ...

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