Ein Schatz Westfalens

Ein Museum trumpft auf

Ein Goldschatz lag in Unna verborgen. Nun wird er im Hellweg-Museum ausgestellt. Doch auch Bildung und Kunst finden ihren Platz in dem kleinen Museum in der Burg.

In der Kleinstadt Unna in Nordrhein-Westfalen wurde 1952 ein Goldschatz gefunden. Bauarbeiter stießen auf Münzen, die rund 580 Jahre in der Erde verborgen lagen. Erst durch Stiftungen, Ankäufe und Leihgaben konnte das Hellweg-Museum in Unna 230 dieser Funde zusammenführen und präsentiert diese seit 2007 in einer dafür hergerichteten Dauerausstellung.

Fragen und Antworten in Unna, über Unna und um Unna herum

Das Heimatmuseum, das 1936 in eine alte Burg der Stadtmauern zog, sieht seine Aufgabe im Sammeln, Bewahren, Forschen, Ausstellen und vor allem Vermitteln. Fragen wie „Wer könnte die Münzen vergraben haben und warum?“, „Warum gruben die Menschen ihre Münzen nicht wieder aus?“, „Welche Rolle spielte Unna in der Zeit um 1400?“ und „Wie viele Münzschätze wurden bisher in Westfalen entdeckt?“ werden mithilfe von Exponaten und Medienstationen versucht zu beantworten.

Das Hellweg-Museum in Westfalen

Der Goldschatz, der einer der wertvollsten Münzfunde Westfalens ist und zu den größten bekannt gewordenen Vermögen gehört, die deutschlandweit vergraben wurden, stellt allerdings nur die Hauptattraktion des Museums dar. Zur Geschichte der Kleinstadt Unna und des Hellwegs findet der Besucher ebenfalls Exponate und Publikationen, die die Entwicklung des Hellwegs vom Handels- und Heerweg zum Ausbau als Chaussee dokumentieren.

Museumspädagogische Angebote im Hellweg-Museum

Was bietet das Hellweg-Museum sonst noch? Da wäre zum einen das Museumsgespräch über das jüdische Leben in Unna in der nationalsozialistischen Zeit. Es werden dabei Exponate zur jüdischen Kulturgeschichte im Museum präsentiert. Daran knüpft eine Stadtführung an, bei der die Gruppe Orte in Unna aufsucht, die mit dem jüdischen Leben in Verbindung stehen. Ein Schwerpunkt dieser Führung liegt auf der Entrechtungs- und Verfolgungspolitik der Nationalsozialisten.

Heiter geht es hingegen bei Kindergeburtstagen zu. Kinder im Alter von 6 bis 10 Jahren können in der alten „Burg“ als Ritter oder Burgfräulein das Mittelalter erkunden, auf Schatzsuche gehen oder als Gespenster andere Besucher erschrecken. Ein neues Angebot ist „Ein Fall für die Museumsdetektive“, bei dem Fingerabdrücke genommen werden, ein Phantom-Bild gezeichnet und nach Spuren eines vermeintlichen Einbrechers gesucht wird. Für die Lösung des kniffligen Falls wird am Ende der Geburtstagsfeier eine Urkunde verliehen. Drei freie Mitarbeiterinnen übernehmen die Museumspädagogische Betreuung dieser Veranstaltungen.

Kunst und Bildung im Schatz-Museum am Hellweg

Zwei Mal im Jahr veranstaltet das Museum unter der Leitung von Professionellen Künstlern einen Workshop, bei dem Kinder ihrer Kreativität unter wechselnden Themen freien Lauf lassen können. Am Ende werden die Kunstwerke im Museum ausgestellt.

Nach den Sommerferien bietet das Museum ein besonderes Programm für Schulklassen der Grund- und weiterführenden Schulen an, bei dem die Kinder in der sog. „Museumswoche“ an Stadtführungen und Workshops kostenlos teilnehmen können. Lediglich Materialkosten müssen übernommen werden. Das Programm erhalten die Schulen stets zum Beginn des neuen Schuljahres.

Judith Binias, Judith Binias

Judith Binias - Judith Binias, Jahrgang 1985 freiberufl. Autorin/Regisseurin Kurzvita Abitur: 2005 Regiearbeiten: 2009: J. Binias: "Das ...

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