Der Schweizer Unternehmer Frank Sippel hat mit seiner Firma Real Future AG 2004 das Gelände der ehemaligen Mälzerei übernommen. Mit einem dynamischen Mitarbeiterteam und einem neuartigen Konzept wurde noch im selbigen Jahr mit der Umsetzung begonnen. Von neun Gebäuden, die auf dem Gelände ansässig sind wurden vier teilsaniert und 2009 zur Nutzung für Produktionen, Design, Mode, Kultur und Kunst freigegeben.
Ein Ort mit Geschichte
Bereits Anfang des letzten Jahrhunderts wurde die Mälzerei mechanisiert. Die Mälzerei wurde im Zweiten Weltkrieg kaum beschädigt, so dass die Mälzerei in den fünfziger Jahren wieder in Betrieb genommen werden konnte. Anfänglich wurden die Prozesse noch manuell ausgeführt, da viele Gerätschaften während des Krieges nach Rußland transportiert wurden. In den sechziger Jahren gelang die Elektromechanisierung und neue Gebäude wurden geplant und auf dem Gelände errichtet.
Kunst, Umwelt und vieles mehr
In der Mälzerei sollen zukünftig verschiedene Projekte veranstaltet werden. Das große Gelände bietet sich zudem als imposante Kulisse für Film und Fernsehen an, so dass hier bereits Actionszenen in Ladestation und Kellereigebäude des Jugendfilms "Die wilden Kerle" gedreht wurden.
Kunst ist das zentrale Thema auf dem Areal der Malzfabrik. Augenblicklich sind die Skulpturen des britischen Künstlers Jonathan Monk zu besichtigen, die sich nahezu perfekt in die Umgebung des Geländes einfügen. Eine von Frank Sippel ins Leben gerufene private Organisation arbeitet zudem an neuartigen Konzepten zur Förderung von Künstlern sowie an neuen Präsentationsformen für Kunst und Gestaltung. Dazu soll ein Zentrum für Kunst in der Malzfabrik entstehen.
Auch eigene Interessenten aus den unterschiedlichsten Branchen können Bürolofts, Lagerflächen, Ateliers, Musikstudios, Ausstellungs- und Veranstaltungsflächen mieten. Bis Ende des Jahres werden Bewerbungen gern entgegengenommen.
Nicht nur Unternehmen , sondern auch Privatpersonen können auf dem Areal in einer etwas anderen Kulisse zum Feiern einladen. Auf der Dachterrasse im Sommer oder drinnen in der Maschinenhalle kann bis zum frühen Morgen gefeiert werden.
"Die Malzfabrik ist zudem einen Besuch Wert. Auf dem riesigen Areal eines riesigen Industriedenkmals herrscht kreative Schaffenskraft, unkonventionelles Denken, schöpferische Energie und ein Flair mit Verweilqualität. Hier braut sich was zusammen", verspricht Frank Sippel.
Umwelt
Das Projekt Malzfabrik ist als längerfristiges Immobilienprojekt angelegt, dass neben vielen Aspekten auch den Aspekt Umwelt beinhalten soll. Das Reduzieren auf den Ursprung und die Wiederverwertung sollen mithilfe neuer Umwelttechnologien realisiert werden. Frank Sippel, der Gründer der GlobalLeadershipConference, möchte die Erfahrung, die er in Partnerschaften mit internationalen Ecoforen und Umweltprojekten gesammelt hat nun auch für die Malzfabrik umsetzen.
Mälzereien in Deutschland
Von den weltweit 180 Ländern, die selbst Bier brauen, gibt es nur fünfzig Länder mit Mälzereien. In Deutschland gibt es derzeit noch rund 45 Mälzereien, die Malz fürs Bierbrauen produzieren.
Historisch haben Brauereien selbst gemälzt und waren somit Brauerei und Mälzerei. Nur noch wenige Brauereien stellen ihr Malz heutzutage selbst her. Mit der Industrialisierung wurde die Malzproduktion mehr und mehr von der Bierherstellung gelöst und die Mälzereien wurden zu eigenständigen Unternehmen.
