"Ist das Leben nicht schön?" mit James Stewart

Film von Regisseur Frank Capra von 1946 ist ein Weihnachtsklassiker

Der Klassiker "Ist das Leben nicht schön?" von 1946 gehört zu Weihnachten dazu und hat nichts von seiner Ausstrahlungskraft verloren.

Trotz seines Alters hat Frank Capras Film "Ist das Leben nicht schön?“ nichts an seiner Aktualität, Emotionalität und filmischer Kreativität eingebüßt. Der amerikanische Spielfilm von 1946 gehört zum alljährlichen Weihnachtsfest dazu wie der allseits beliebte Tannenbaum.

James Stewart spielt in "Ist das Leben nicht schön?" einen gebeutelten Träumer

Es ist Weihnachten und George Bailey (James Stewart) steht vor dem finanziellen Ruin. Er sieht keinen Ausweg mehr und wählt den Freitod, damit seine Familie wenigstens das Geld der Lebensversicherung erhält. Doch von höherer Stelle kann diese Entscheidung nicht gutgeheißen werden. Petrus schickt Clarence (Henry Travers), einen Engel in Ausbildung, der sich nun seine Flügel verdienen soll, auf die Erde, um George zu helfen. Doch zuvor hat Clarence sich über seinen neuen Schützling zu informieren. Der Engel erfährt, dass sich George Zeit seines Lebens für andere aufgeopfert hat. Er hat unter anderem seinen Bruder Harry vor dem Ertrinken gerettet, einen alten Apotheker vor dem tödlichen Fehler bewahrt, Gift an einen Kunden auszuliefern, und das Pfandhaus seines Vaters vor dem finanziellen Ruin gerettet. Seinen Traum, ein erfolgreicher Architekt zu werden und um die ganze Welt zu reisen, hat George sich nie erfüllen können. Niemals ist er über die Stadtgrenze seines Heimatortes Bedford Falls hinausgekommen.

Ein Engel auf Erden hilft dem Protagonisten George (James Stewart)

Um George davon zu überzeugen, dass er ein Engel ist, nutzt Clarence dessen Glauben, dass seine Mitmenschen besser dran wären, wenn es ihn nie gegeben hätte. Und so zeigt er seinem lebensmüden Schützling ein Bedford Falls ohne einen George Bailey: Der machthungrige Bankier Mr. Potter (Lionel Barrymore) hat alles an sich gerissen und aus dem beschaulichen Idyll des Ortes eine Lasterhöhle namens Potterville gemacht. Seine Frau Mary (Donna Reed) ist eine alternde Jungfer und sein Bruder Harry vor Jahren im See ertrunken. George ist entsetzt und will sein Leben wieder haben. Zum guten Schluss wird er belohnt, indem ihm nun alle helfen, denen er seinerzeit geholfen hat. Sie spenden ihm Geld, damit er seine Schulden bezahlen kann. Und Clarence erhält seine wohlverdienten Engelsflügel.

Späte Achtung von Frank Capras Filmklassikers "Ist das Leben nicht schön?"

Trotz positiver Kritiken und fünf Oscar-Nominierungen – von denen er jedoch keinen erhielt – war der Film "Ist das Leben nicht schön?" von Frank Capra ein finanzieller Flop. Niemand scherte sich weiter um die Rechte des Films, weshalb diese irgendwann verfielen. Erst in den 1980er Jahren erhielt der gefühlvolle Film den Prädikatstitel Filmklassiker und läuft seither jedes Jahr zu Weihnachten im Fernsehen. Der plötzlichen Popularität des Films "Ist das Leben nicht schön?" ist es wohl zu verdanken, dass die damalige Produktionsgesellschaft Republic Pictures die Urheberrechte in den 1990er Jahren wieder einforderte.

"Ist das Leben nicht schön?" ein Meisterwerk des Taschentuch-Kinos

Nennt man "Ist das Leben nicht schön?" einen typischen Frank-Capra-Film, dann geschieht dies nur mit den besten Absichten. Immer wiederkehrende Motive des italienischen Einwanderers sind der unerschütterliche Glaube an das Gute im Menschen und die schöpferische Kraft des kleinen Mannes, auch wenn der im Laufe seines Strebens – der Handlung des Films – immer wieder an seine Grenzen stößt, wie George Bailey in diesem Film. Trotz oder gerade wegen dieser heutzutage tot geglaubten Tugenden besitzt der Film "Ist das Leben nicht schön?" eine niemals endende Aktualität und ist trotz seines Alters von über sechzig Jahren nicht antiquarisch, sondern immer wieder sehenswert. Gefühlvoll, warmherzig, sentimental und wunderbar sind nur ein paar nennenswerte Attribute, die den Film dank seiner vorzüglichen Darsteller und der kreativen Regie aber niemals kitschig werden lassen. Und am Ende greift dann auch der härteste Kerl zum Taschentuch, um sich ein paar Tränen wegzuwischen.

James Stewart als Anführer einer bravouröse Besetzung in Capras Film

James Stewart war einer der größten Stars Hollywoods, der sich scheinbar in jeder Rolle zurecht finden konnte. Doch am überzeugendsten war er immer als einfacher Kerl von nebenan, wie auch hier in seiner Rolle als George Bailey. Durch sein natürliches, aufrichtiges und intensives Spiel, frei von jeglicher Theatralik oder überzogener Melodramatik schaffte er es in der Rolle des gebeutelten George Bailey bravourös zu überzeugen. Dies brachte ihm letzten Endes eine Oscar-Nominierung ein. Bekommen hatte den jedoch Fredric March für seine Darstellung in dem Film "Die besten Jahre unseres Lebens“ von William Wyler.

Als Stewarts intriganter Gegenspieler in "Ist das Leben nicht schön?" überzeugte der amerikanische Schauspieler und Oscar-Preisträger Lionel Barrymore. Durch sein kraftvolles und natürliches Spiel gestaltete Barrymore eine Darstellung des Bankiers Potter, welche wohl als Prototyp des durch und durch schlechten und profitgierigen Menschen gilt. Des weiteren zählen die liebreizende Donna Reed als Baileys Frau Mary, Henry Travers als knuffiger Engel Clarence und Thomas Mitchell als schusseliger Onkel Billy zum unvergesslichen Stab der Besetzung. "Ist das Leben nicht schön?" ist definitiv ein Klassiker, den man sich nicht entgehen lassen sollte.

Ist das Leben nicht schön? (It's a Wonderful Life), ca. 125 Minuten, USA 1946

Daniel Stenmans - 17.11.1979 in Goch, Kreis Kleve, geboren. 1999 Abschluss am Kardinal-von-Galen-Gymnasium in Kevelaer mit Abitur. Ausbildung zum ...

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