Ein vorderes Laufrad einspeichen

Wer selbst ein Rad einspeichen kann, spart Geld bei Reparaturen

Hinterm Rad /© S.Hofschlaeger/Pixalio - S.Hofschlager / pixelio
Hinterm Rad /© S.Hofschlaeger/Pixalio - S.Hofschlager / pixelio
Die Mehrheit der Laufräder wird industriell durch Automaten montiert. Es schadet aber nicht, wenn jemand diese handwerkliche Arbeit beherrscht. Übung macht den Meister.

Die Montage eines 36-oder 32 Löcher Speichen Rades ist gleich. Ebenso ist die Technik beim Vorder-- oder Hinterrad dieselbe. Wichtig ist der Unterschied zwischen „drückenden" und „ziehende" Speichen. Bei den drückenden Speichen ist der Speichen-Kopf von oben zu sehen. Diese Speichen werden von innen mit einem Nippel-Spanner angezogen. Bei den ziehenden Speichen wird der Speichen-Kopf nach innen montiert. Diese werden von außen mit einem Schraubenzieher angezogen. Die Köpfe der ziehenden Speichen können einander sehen. Man beginnt immer mit den drückenden Speichen.

Die erste Speichen-Reihe im Laufrad

Vor Ihnen liegen eine passende Felge, die richtige Nabe und 32 Speichen sowie 32 Nippel. Als Werkzeug haben Sie einen Nippel-Spanner und einen passenden Schraubenzieher. Ein kleines Öl-Fläschchen sowie ein Holzblock werden noch benötigt. Man nimmt acht Speichen und steckt diese von außen nach innen, in jedes zweite Loch einer passenden Nabe. Die erste Speiche wird links vom Ventilloch angeschraubt. Die nächste Speiche wird vier Löcher weiter nach rechts befestigt. Die nächsten sechs Speichen werden ebenso montiert.

Die zweite Speichen-Reihe im Laufrad

Jetzt beginnt man an der gleichen Radseite mit den ziehenden Speichen. Dadurch wird die erste Radseite des Rades mit 32 Löchern fertig. Es werden wiederum acht Speichen in der anderen Richtung durch die frei gebliebenen Naben-Löcher gesteckt. Die neunte Speiche lässt man von dem Naben-Loch rechts von der Anfangs-Speiche abgehen. Dabei kreuzt sie vor zwei Speichen und hinter der dritten nach links. Wenn alles richtig ist, hat man, nach links gezählt, das zehnte Felgen-Loch erreicht. Dabei muss man zwischen den schon montierten Speichen sechs und sieben herauskommen. Jeweils mit einem freien Felgen-Loch an jeder Seite der neunten Speiche. Genauso werden die restlichen sieben Speichen mit Nippel an der Felge montiert.

Die dritte Reihe Speichen im Laufrad

Das Rad wird gedreht und das Ventil-Loch nach oben gehalten. Man nimmt die erste Speiche als Bezugspunkt bis zur Nabe und wählt das Naben-Loch gegenüber. Dabei etwas mehr rechts nach unten gerichtet. Jetzt wird die 17. Speiche von außen nach innen durch das Naben-Loch gesteckt. Dabei peilt man den Rücken der gegenüberliegenden Speiche an. Diese geht nach links. Die Speiche wird jetzt über die niedrige Kreuzung gesteckt. Die Speiche liegt jetzt parallel zur gegenüberliegenden Speiche auf der anderen Seite. Dann wird die Speiche in dem Felgen-Loch rechts daneben befestigt. Dasselbe muss jetzt mit den sieben folgenden Speichen geschehen. Dabei wird im Uhrzeigersinn gearbeitet.

Die vierte Reihe Speichen im Laufrad

Durch die übrig gebliebenen Naben-Löcher steckt man jetzt die restlichen acht Speichen von innen nach außen. Dabei nach rechts arbeiten. Es wird jedes mal vor zwei Speichen gekreuzt und entlang hinter der dritten Speiche. Jede weitere Speiche wird in dem nächsten freien Felgen-Loch befestigt. Jetzt sollten alle Speichen am richtigen Platz sein.

Das Anspannen des Laufrades

Zuerst werden alle Nippel gleichmäßig und solange fest geschraubt, bis der Anfang des Schraubengewindes verschwindet. Alle Speichen sollten jetzt die gleiche Länge haben. Um ein richtig gespanntes Laufrad zu erhalten, müssen alle Speichen angezogen werden. Die ziehenden Speichen werden dabei von der Außenseite und die drückenden Speichen an der Innenseite angezogen. Danach wird jede Speiche nach Gefühl nochmals gespannt.

Das Andrücken des fertigen Laufrades

Das Rad wird mit dem Naben-Punkt auf einen Holzblock gelegt. Mit beiden Händen wird die Felge rechts und links erfasst. Jetzt wird die Felge Handbreite für Handbreite an beiden Seiten kräftig gedrückt. Ebenfalls im Uhrzeigersinn. Es ist zu hören, wie sich die verschiedenen Speichen-Nippel-Verbindungen leicht knisternd auf die richtige Stelle schieben. Diese Handlung wird solange wiederholt, bis das Rad nicht mehr nachgibt. Die Nabe muss dabei exakt in der Mitte stehen. Dies kann mit einer Messlatte gut kontrolliert werden.

Ein sogenanntes „Eiern" wird abgestellt, indem man auf der Höhe der Wellung die Nippel auf der anderen Seite fester zieht. In extremen Fällen kann es passieren, dass im Gegensatz dazu, einzelne Nippel gelockert werden müssen. Allzeit gute Fahrt.

Alfred Graf, Alfred Graf

Alfred Graf - Nach dem Abitur studierte ich an der Uni in Greifswald. Von dort wechselte ich an eine Militärhochschule. Viele Jahre wohnte ich ...

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