
- Menuekarte Monte Rosa 29. Mai 1934 - HSDG Hamburg-Süd
Die "Monte Rosa" war ein Großmotorschiff, das von 1931 bis 1954 für die Hamburg Südamerikanische Dampfschifffahrtsgesellschaft fuhr. Eine ihrer Kreuzfahrten führte sie im Mai 1934 ins Mittelmeer. Einiges war anders, das Frühstück gab es zum Beispiel zeitiger als heute. Die Speisekarte umfasste festgelegte Menues und den Passagieren wurden die Speisen serviert.
Die Monte Rosa ging auch auf Kreuzfahrt
Die Hamburg Südamerikanische Dampfschifffahrtdgesellschaft wurde bereits im Jahr 1871 von Repräsentanten elf mächtiger Handelshäuser gegründet. Einer der Gründe, das Unternehmen ins Leben zu rufen bestand darin, dass zu dem Zeitpunkt bereits die Auswanderwelle von Deutschland nach Südamerika immens zugenommen hatte. Es schloss sich ein reger überregionalen Handel an. Passagiere und Frachtgüter wurden ab 1900 nach Zentralamerika und New York verschifft. Der erste Weltkrieg verschonte auch die Schifffahrtsgesellschaft nicht vor großen Verlusten. Danach erlangte das Unternehmen einen neuen Aufschwung und verfügte über 56 Schiffe, davon fünf Monte Schiffe. Die "Monte Rosa" was das letzte und startete am 26. März 1931 ihre Jungfernfahrt von Hamburg zu den La Plata Häfen in Argentinien. Um 1934 wurde sie für Kreuzfahrten eingesetzt. Später wurde sie Kasernenschiff, Transporter und Lazarettschiff. Nach einer Explosion im Maschinenraum und dem Versuch das Schiff nach Gibraltar zu schleppen, sank die Monte Rosa am 29. März 2954 nordwestlich von Algier.
Mittelmeerreise ab Hamburg
Die Kreuzfahrt im Mittelmeer startete im Mai 1934 und führte zunächst von Hamburg nach Neapel, weiter nach Palermo, Palma de Mallorca, Ceúta, Tetuan, Lissabon und zurück nach Hamburg. Das Frühstück fand regulär in der Zeit von 7.00 Uhr bis 8.00 Uhr statt. Mittag wurde zwischen 12.00 Uhr und 13.00 Uhr gegessen. Am Nachmittag von 15.30 Uhr bis 16.00 Uhr traf man sich auf einen Kaffee oder Tee mit einem Stück Kuchen. Zwischen 19.00 und 20.00 Uhr wurde zu Abend gegessen. Die Zeiten wichen von den regulären Essenszeiten ab, wenn das Schiff in den Häfen lag und die Passagiere die Möglichkeit des Landganges hatten.
Das Frühstück während einer Kreuzfahrt in den dreißiger Jahren
An den Tagen, an denen die Monte Rosa angelegt hatte, konnte die Frühstückszeit variieren und bereits um 6.15 Uhr beginnen, aber auch zwei bis drei Stunden dauern. War das Schiff auf See, wurde sich an die Frühstückszeit von 7.00 Uhr bis 8.00 Uhr gehalten. An Getränken standen Kaffee, koffeinfreier Kaffee, Tee, Mate und Milch zur Auswahl. Die Frühstücksspeisen reichten von Eierkuchen mit Kronsbeeren, gekochten Eiern, Rührei, Buchweizengrütze mit Milch, Haferschleim, Milchreis mit Zucker und Zimt, Hafergrütze in Milch bis hin zu Backflaumen, Äpfeln und Apfelsinen. Als Aufstrich wurden verschiedene Sorten Marmeladen angeboten. Käse und Wurst waren zum Frühstück unüblich.
Zweites Frühstück oder Mittagessen auf der Monte Rosa
Lag das Schiff im Hafen wurde, den Passagieren ein zweites Frühstück ab circa 13.00 Uhr angeboten. Da wurde zum Beispiel im Hafen von Palma de Mallorca die heute eher ungewöhnliche Zusammenstellung von Thüringer Kalbsbratwurst mit pikanten Linsen und Kartoffeln angeboten oder in Lissabon reichte man Frankfurter Würstchen mit Sauerkraut und Erbsenmus und in Neapel gab es Königsberger Klops in Kaperntunke mit Salzkartoffeln.
Befand sich die Monte Rosa auf See, wurde in der Regel zwischen 12.00 Uhr und 13.00 Uhr Mittag gegessen. Das Menü konnte von Schottischer Gerstencremsuppe, Kirschkaltschale mit Zwieback, Jungschweinsbraten in Burgundertunke, geschmortem Rotkohl mit Salzkartoffeln, gemischtem Dunstobst und Kaffee reichen, bis hin zu Manöversuppe von Erbswurst, kalter Milchsuppe mit Tapioka, frischem Schinken in Burgunder Tunke, Kopfsalat, Röstkartoffeln und Melangekompott.
Neben einer Gemüsecremesuppe, Fleischbrühe mit Sternchen, gebratenes Kücken, Tunke, Spargelgemüse, Petersilienkartoffeln wurde auch Eiscreme mit Waffeln und Kaffee angeboten.
Auch Dresdner Stollen und Butterkuchen zum Kaffee
War das Schiff unterwegs, gab es in der Zeit von 15.30 Uhr bis 16.00 Uhr den Nachmittagskaffee. Zusätzlich zu der Auswahl zwischen koffeinhaltigem und koffeinfreiem Kaffee wurde Tee und Mate angeboten. Nur an einem Tag während der über 14 Tage dauernden Reise wurde auch Schokolade angeboten. Dafür war das Gebäck um so vielfältiger und reichte von gefüllten Hörnchen bis hin zu Korinthenpuffern, Mandelpuffern, Kopenhagener Gebäck, Wiener Puffern, Hamburger Kaffeebrot, Apfelstrudel, Prasslkuchen, Dresdner Stollen, glasierter Butterkuchen, Schwedischer Kuchen, Fruchtkuchen, Marzipanschnitten, Kokosstreifen und vielem mehr.
Abendbrot mit oder ohne Tischordnung oder auch als Hauptmahlzeit
Ob das Abendbrot mit Tischordnung oder auch als Hauptmahlzeit ohne Tischordnung gehandhabt wurde, war unabhängig davon, ob das Schiff im Hafen lag oder auf See war. Der Reisende brauchte sich nur an den für jeden Tag ausgestellten Einzelspeisekarten orientieren. Hier waren neben den länderorientierten Graphiken die genauen Tischzeiten angegeben. Am Abend konnten sie zwischen dem Beginn von 19.00 Uhr, 19.30 Uhr, 19.45 Uhr bis hin zu 20.20 Uhr variieren.
Wenn abends die Hauptmahlzeit eingenommen wurde, so begann das Menü gern mit einer Kaltschale mit Zwieback, gefolgt von einer herzhaften Suppe. Zum Hauptgang gab es Rinderschmorbraten, Rindertafelstück oder Kalbsbraten mit den Soßen, die damals noch als Tunken bezeichnet wurden, aus Tomaten, Pilzen oder Bordelaise Tunke, dazu junge Erbsen und Salzkartoffeln oder Petersilienkartoffeln. Mit Obstkompott oder Vanille-Gefrorenem mit Waffeln und Kaffee wurde das Essen abgeschlossen. Auch wenn das Abendbrot keine Hauptmahlzeit darstellte, bekamen die Passagiere auch warme Speisen serviert.
In den Speisekarten und den à la Carte-Restaurants der Kreuzfahrtschiffe, die heute auf Reise sind, wird man sicherlich keine Haferschleimspeise oder Hafergrütze zum Frühstück finden.
Quelle: www.schiffe-maxim.de/Rosa.html
