
- Ballonfahrt im Winter - Foto: Eva Bambach
Mütze, Schal und warme Stiefel braucht man natürlich schon, um auch mitten im Winter Spaß an einer Ballonfahrt zu haben. Die Temperaturen nehmen schließlich mit zunehmender Höhe weiter ab.
Mit dem Heißluftballon den Winter genießen
Belohnt wird man meist mit schöner Fernsicht und – bei etwas Glück – mit einer glitzernden, weißen Schneedecke bis zum Horizont. Im Winter dauert eine durchschnittliche Ballonfahrt sogar länger als im Sommer. Während eine Ballonfahrt im Sommer nach etwa eineinhalb Stunden zu Ende ist, kann sich der Ausflug im Winter auf bis zu zwei Stunden ausdehnen. In dieser Zeit legt der Ballon bis zu 30 Kilometer zurück.
Eine Ballonfahrt ist kein Ballonflug
Ein Heißluftballon wird mit heißer Luft befüllt. Warme Luft dehnt sich aus und nimmt daher an Volumen zu. Weil sie eine geringere Dichte hat als die die Ballonhülle umgebende Luft, ist sie leichter. Der Dichteunterschied zwischen der Luft in der Ballonhülle und der Außenluft bewirkt den Auftrieb des Ballons. Weil der Auftrieb eines Heißluftballons nicht von seiner Bewegung abhängt (wie beim Flug eines Hubschraubers oder Flugzeugs), sondern von den Gesetzen der Aerostatik, spricht man in der Tradition der ersten Ballonfahrer im 18. Jahrhundert nicht von einem Ballonflug, sondern davon, mit dem Ballon zu „fahren“. Die Pioniere der Ballonfahrt hatten den Himmel mit dem Meer verglichen, auf dem die Schiffe „fahren“.
Heißluftballon-Sonderformen
Längst nicht immer muss der Ballon auch ballonförmig aussehen. Immer neue Formen der Ballonhülle denken sich die Hersteller aus. Sonderformen sind etwa Drachen, Schuhe, Hasen, Vögel, Früchte oder Clowns. Wie im Bilderbuch kann man mit dem sogenannten Cluster-Ballon an einer Traube von heliumgefüllten bunten Ballons in die Luft schweben – dies funktioniert bislang allerdings immer nur für einen einzelnen Ballonfahrer.
Fesselballons und HiFlyer
Bei den mit Helium gefüllten Ballons ist es nicht anders als bei den Heißluftballons: Durch den Unterschied in der Dichte zwischen dem Gas im Ballon und der umgebenden Luft steigt der Ballon nach oben. Oft wird dieser mit einer Leine fest mit dem Boden verbunden. Man spricht dann von einem Fesselballon. Unter den Markennamen HiFlyer oder Aérophile sind Groß-Fesselballone auch als Touristenattraktion beliebt. Der Korb bietet dann bis zu 30 Personen Platz – im normalen Heißluftballon sind es meist nur maximal sechs Personen. Unter anderem in Berlin und Hamburg kann man so in den Himmel steigen – geräuschlos, denn der gasgefüllte Ballon benötigt ja keinen Brenner zur Erwärmung der Luft. Mit einer Winde wird der Ballon dann wieder zur Erde geholt.
Nachtfahrten im Heißluftballon
Übrigens ist es sogar nachts möglich, mit einem Ballon zu fahren. Das Aufsteigen im Dunkeln ist kein Problem und wegen des imposanten Flammenbilds des für das Erwärmen der Luft benutzten Brenners optisch besonders eindrucksvoll. Meist startet solch eine Nachtfahrt allerdings nicht allzu lang vor Sonnenaufgang. Eine Landung im Dunkeln auf unbekanntem Terrain wäre sehr gefährlich. – im Sommer ebenso wie im Winter.
Literaturtipp: Jean Becker, Heißluftballons: Die Geschichte der Ballonfahrt von den Anfängen bis zur Gegenwart. 2010
