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Eine exklusive Garten-Dekoration: Bilder aus Pflastersteinen

Geometrie aus Beton und Granit - Günther Frank
Geometrie aus Beton und Granit - Günther Frank
Terrassen, Sitzplatzbereiche oder Haustür-Vorplätze wirken besonders individuell und chic, wenn Pflastersteine zum schmucken Bild vereint werden.

Architekten und erfahrene Pflasterer wissen es schon längst: Pflastersteine schmuckvoll zu komponieren ist wie Bilder malen. Denn die reiche Auswahl an unterschiedlichstem Gestein für gepflasterte Flächen beschert faszinierende gestalterische Möglichkeiten, die über den rein zweckbetonten Einsatz von Pflastersteinen weit hinausgehen. Leider haben sich manche Gartenfreunde diese Möglichkeiten noch längst nicht vergegenwärtigt.

Schon Fabriksteine aus Beton bieten eine Vielfalt an Formen und Farben

Soll eine kleine gepflasterte Fläche - etwa eine Terrasse, ein Sitzplatzbereich im Garten oder ein Vorplatz vor einer Eingangstür - soll einerseits nicht zu viel Geld verschlingen, aber andererseits dennoch freundlich und einladend wirken? So lassen sich heute schon mit günstigen Betonsteinen aus dem Baumarkt ansprechende Designs verwirklichen. Denn außer der herkömmlichen Quaderform in Grau gibt es längst Kreissegmente, Sechseckplatten, Würfel und Kleinstücke oder gar kurze runde Betonsäulen, deren Farbgebung neben traditionellen Alternativen zum Grau - Rot oder Beige - heute bis zu leuchtendem Grün oder Blau reicht.

Pflasterflächen aus Betonsteinen sind stets leicht zu reinigen

Eine korrekte Verlegung vorausgesetzt, bieten Betonsteine den Vorteil, dass sie wegen der nahezu nahtlosen Kante-an-Kante-Verbindung und der homogenen Oberfläche zu jeder Jahreszeit leicht zu reinigen sind. Sie lassen sich schnell abkehren, mit Wasser abspülen oder im Winter mit der Schneeschaufel von der weißen Pracht befreien. Bei Algen- oder Moosansatz in schattigen Bereichen kann sogar der Hochdruckreiniger für Sauberkeit sorgen. In diesem Fall ist aber zu bedenken: je leuchtender die Farbe von Betonsteinen, desto kürzer wird deren strahlende Intensität erhalten bleiben, wenn sie häufig mittels Hochdruckreiniger traktiert werden.

Gefärbte Betonsteine bleichen über die Jahre hinweg aus

Auch normale Witterungseinflüsse, Belastungen durch häufiges Überrollen in Einfahrten oder auf Parkplätzen lassen die Farben von Beton-Pflastersteinen leiden. Denn die Steine sind keineswegs durchgehend gefärbt - lediglich ein kleiner Teil unterhalb der Oberfläche. Die beste Widerstandsfähigkeit haben hier die matten Rot- und Beigetöne zu bieten. Hoch mechanisch belastete und ungeschützt dem Wetter ausgesetzte Flächen sollten also auf solche stabilen Farbvarianten oder Grau beschränkt bleiben.

Alternative Granit - hält er denn als Pflasterstein wirklich "ewig"?

Wesentlich teurer als Betonsteine ist Granit, der wegen seinem verbreiteten natürlichen Vorkommen in Deutschland früher fast ausschließlich als Pflasterstein zum Einsatz kam. Sein hoher Preis ist gerechtfertigt: die außerordentliche Härte dieses Gesteins erfordert trotz maschineller Hilfe auch heute noch einen enormen Aufwand beim Abbau, Brechen und Polieren. Der hierzulande "gewachsene" Granit ist tatsächlich auch von extremem Wechselspiel von Tauwetter und Frost - das Betonsteine durchaus schädigen kann - kaum zu zerstören. Er nimmt über die Oberfläche kaum Wasser auf, das ihn bei Frost und Eisentwicklung sprengen könnte. Seit jedoch findige Importeure billige ausländische Granite - etwa aus relativ wintermilden Regionen in China - entdeckt haben, leidet sein Image der "Unzerstörbarkeit". Denn billiger Granit aus Importen ist häufig viel weicher und saugfähiger als das einheimische Gestein, so dass er von strengen Frösten in kalten Gebirgs- und Mittelgebirgslagen nach und nach buchstäblich "zerbröselt" werden kann.

Granit wirkt attraktiv und naturnah, die Reinigung kann aber schwierig sein

Die schwarz-weiße Maserung der Granitsteine verleiht einer gepflasterten Fläche stets ein angenehmes Bild. Da Granitsteine - ob klein, ob groß - in ihre ungefähre Form gebrochen werden, gleicht naturgemäß kein Stein dem Anderen. Freilich verleiht dies jedem Granitpflaster einen individuellen Charme - doch bringt dies die Problematik mit sich, dass stets mit Pflastersand gefüllte Fugen entstehen und die Oberfläche nicht wirklich "eben" sein kann. Gerade im Winter wird es häufig zur Qual, ein Granitpflaster mit der Schneeschaufel zu bearbeiten - ständig bleibt die Schaufel irgendwo hängen; das "Schippen" dauert entsprechend länger, und heftige Anstöße können an frostfreien Wintertagen Steine teilweise herausheben oder verrücken. Im Sommer ist vom Angriff mit dem Hochdruckreiniger abzuraten, da ansonsten der Pflastersand aus den Fugen geblasen würde. Wird der Einsatz von Granitsteinen mit polierter Oberfläche überlegt, sei darauf hingewiesen, dass diese bei Eisbildung im Winter zu einer tödlichen Sturzfalle werden kann.

Was gibt es noch - Kiesel, Schiefer, Marmor?

Zur Gestaltung fantasievoller Pflasterbilder lassen sich Betonsteine und Granit natürlich miteinander, aber auch mit großen, farblich variierenden Kieseln oder Schieferplatten kombinieren. Damit sind jederzeit auch Naturmotive wie Palmen oder Tiere, alternativ Autos, Schiffe, Windmühlen und weitere Ensembles zu realisieren. Leider lösen sich auch starke Schieferplatten über die Jahre hinweg oft in ihre dünnen Einzelschichten auf, die dann bei Trittbelastung brechen. Und der hübsche Marmor kann in Regionen mit starken Temperatur- und Niederschlagsschwankungen ohnehin nicht ungeschützt eingesetzt werden.

Kann ein Do-it-Yourselfer solche Pflasterbilder anlegen?

Wer genügend handwerkliches Geschick, ein wenig Grundausstattung an Arbeitsmitteln (Bretter zum ebenen Abziehen des Pflastersand-Betts, Wasserwaage, Pflöcke und Maurerschnüre zum Austarieren der Ebene) und einen guten Blick für Steine und deren Kombinationsmöglichkeiten hat, mag das Pflastern selbst versuchen. Bei kleinen Dekorationsflächen im Garten, die keinen enormen Dauerbelastungen ausgesetzt sind und in geraden Flächen entstehen sollen, kann dies schon erfolgreich enden. Erschwert aber ein Gefälle des Geländes - bei der Anlage gepflasterter Wege und Einfahrten - das Vorhaben, sollte doch eher eine Fachfirma beauftragt werden. Übrigens ist es ein verbreiteter Irrtum, der Ersatz des Bettes für die Steine aus Pflastersand durch ein betoniertes Bett könne alle Probleme lösen. Während der Pflastersand stets auch bei Frostbewegungen des Bodens oder Verschiebungen der Steine gegeneinander gewisse Toleranzen ohne Schäden zulässt, zerspringt ein zu schwach dimensioniertes Betonbett nicht selten schnell und hinterlässt einen "Totalschaden". Denn während man bei einem lädierten Bett aus Pflastersand einzelne Teilpartien der Steine rasch herausnehmen, das Bett neu füllen und abgleichen und die Steine wieder einsetzen kann, muss ein zerstörtes Betonbett komplett abgetragen und neu eingefüllt werden.

Günther Frank, Günther Frank

Günther Frank - Als Journalist habe ich seit langer Zeit meine Liebe zur Natur entdeckt und mein Hobby des genauen Beobachtens, Analysierens und ...

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