
- Die Geschichte der Auktion - Thorben Wengert
Auktionen sind die Form des alten Handels und haben sich bis heute nicht verändert. Dabei ging man immer gleich vor. Eine beliebige Ware wurde vor der Bevölkerung an den Meistbietenden verkauft. Produkte oder Objekte bekommen eine eigene Nummer und können so vom Bietenden vor dem Gebot genau begutachtet werden. Der Auktionator legt einen gewissen Betrag fest, ab dem aufwärts geboten wird. Nun übertrumphen sich die Liebhaber mit zahlreichen Werten um das nötige Höchstgebot zu erreichen. Kann die Konkurrenz nicht mehr mithalten, so ist der Zuschlag für den Meistbietenden getroffen. Es werden Häuser, Grundstücke und Bekleidung versteigert. Auch Tiere, Pflanzen, Juwelen, Pfand- und Fundsachen sind bei den Bietenden beliebt. In der Geschichte der Auktionen wurden oftmals auch Sklaven auf Märkten verkauft und zahlreich erworben. Im Jahr 1993 wurde für 68.000 Dollar ein Mondfahrzeug ersteigert. Der Gewinner konnte sich allerdings nicht am materiellen Wert erfreuen, da ihm ausschließlich die Vollmachtspapiere blieben. Und es scheint nichts zu teuer: 2007 wurde in München das Gemälde "Nadja" von Emil Nolde für 2.580.000 Euro versteigert.
Die gängigsten drei Verfahren in der Geschichte der Auktionen
Von den drei traditionellen Verfahren ist die "englische Auktion" die meist angewandte: hier erhält das höchste Gebot den Zuschlag. Bei der "holländischen Auktion" beginnt der Angebotspreis am oberen Ende der Preisspanne und wird vom Auktionator (automatisch) so lange gesenkt, bis ein Kunde das Angebot annimmt. Beim Einschreibeverfahren gibt man das Gebot in einem geschlossenen Umschlag ab. Der Auktionator entscheidet somit durch Zufall wer das Gut erhält. Dieses Verfahren ist für Auktionen mit wenigen Bietern sinnvoll, aber auch geeignet, um Manipulationen unter den Bietenden zu vermeiden.
Auktionen - versteigern damals bis heute
Die ältesten Versteigerungen fanden im fünften Jahrhundert vor Christus statt. In den Dörfern Mesopotamiens wurden junge Mädchen auf dem Heiratsmarkt angeboten, genau betrachtet und zu erfreulichen Summen gekauft. Umso schöner die Frau, desto höher der Verdienst für den "Besitzer". Die Versteigerung von Kriegsbeute ist zu dieser Zeit sehr populär geworden. Die Römer versteigerten 193 nach Christus ihr gesamtes römisches Reich. In Deutschland werden mit der Hanse erste Versteigerungen bekannt. Bis heute wurden die Auktionen von Manipulationsversuchen heimgesucht. Zwischen den Händlern wurden stille Abkommen getroffen, die den Preis in die Höhe treiben sollten. Verkäufer waren teilweise so gewieft und boten auf ihre eigene Ware um ein Gewinnmaximum zu erzielen.
In England wurden im 17. Jahrhundert Versteigerungen folgendermaßen durchgeführt: Während eine Kerze herunterbrannte konnten die Gebote abgegeben werden. Erlosch die Kerze, erhielt das letzte Gebot das umworbene Gut. Im 18. Jahrhundert entwickelten sich vermehrt die Versteigerungen von Kunstobjekten. In Deutschland interessierten sich die Käufer erst im 19. Jahrhundert für Kunstobjekte. Kunstwerke wurden aus kirchlichen Einrichtungen geliefert. Ein Andrang der Objekte und der damit verbundene Gewinn, war ein riesen Erfolg für die Auktionshäuser. Bis heute wird die Versteigerung genutzt, um etwas zu erwerben. Dabei spielt das Auktionsgeschehen im Internet eine große Rolle, das weltweit größte Internetauktionshaus betreibt eBay.
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Quelle: www.monument-online.de
