
- Eine Membran ist sehr funktional - BASF, Pressefoto einer Filtermembran
Die erste bekannte wasserdichte und atmungsaktive Membran für Jacken, Hosen und Schuhe entwickelte das amerikanische Unternehmen Gore-Tex auf der Basis von Teflon weiter. Dieser Kunststoff von DuPont war bis dahin als Bratpfannenbeschichtung beliebt. Heute wächst der Markt für das Bekleidungssegment, Hersteller der Chemie- und Textilbranche entwickeln immer neue Membranen.
Funktionsweise der Membran
So vielfältig Membranen zunächst erscheinen mögen, haben sie doch viel gemeinsam. Sie bestehen alle aus einer Kunststoffbeschichtung aus Teflon (PFTE) oder Polyurethan (PU), die als Folie mit dem Außenstoff verklebt oder im flüssigen Zustand aufgetragen wird. Sie halten alle wasserdicht, da sie Wasser in Tropfenform abweisen. Atmungsaktiv sind sie jedoch, da Schweiß in Form von Wasserdampfmolekülen passieren kann.
Für die Atmungsaktivität benötigen sie das Temperaturgefälle. Hierbei zieht der heißere Wasserdampf innerhalb der Regenbekleidung in die kühleren Luftlagen nach außen ab. Ist die Luft außen jedoch heißer als in der Bekleidung, entweicht auch der Wasserdampf nicht mehr. Ab 18 Grad Außentemperatur ist dies der Fall. Dann hält das Kleidungsstück zwar weiterhin wasserdicht, aber ist nicht mehr atmungsaktiv.
Verschiedene Membranen
Zurzeit sind drei verschiedene Membrantypen auf dem Markt. Sie unterscheiden sich in ihrer Gewebestruktur und der Art, wie sie Wasserdampf weiterleiten.
- Die mikroporöse Membran hat mikroskopischfeine Poren (Löcher), durch die Wasserdampfmoleküle entweichen, allerdings Wassertropfen nicht eindringen können, da ihre Oberfläche zu groß ist. Membranen auf Tefon Basis sind: Gore-Tex und eVent. Auf PU basieren zum Beispiel Hyvent von North Face und Texapore von Jack Wolfskin.
- Die hydrophile Membran ist ein geschlossenes Gewebe aus wasserabweisendem Material, das wasserliebende Molekülbausteine enthält. Diese nehmen den Wasserdampf auf und reichen ihn Molekül für Molekül nach außen weiter. Derartige Membranen sind Sympatex, Ceplex von Vaude und Dermizax sowie Entrant des japanischen Chemieriesens Toray. Sie basieren alle auf PU.
- Die bionische Membran funktioniert ähnlich einem Tannenzapfen, der seine Schuppen bei Wärme öffnet und bei Kälte schließt. Die Membran öffnet sich bei Wärme, so dass Wasserdampf nach außen entweicht. Bei Kälte zieht sich das Gewebe hingegen zusammen, so dass der Isolationsgrad steigt. Die C-Change Membran von Schoeller ist seit 2006 auf dem Markt und wird derzeit im Bereich von Motorradkleidung heiß umworben.
Membranen im Test
Die Stiftung Warentest ging 2004 der Fragen nach, welche Membran die wasserdichteste und atmungsaktivste sei. Hierfür schickte sie Funktionsjacken mit verschiedenen Membranen in den Test. Ihr Ergebnis ist, dass es Geschmacksache sei, welche Beschichtung man bevorzuge. Im Test lieferten sowohl Jacken mit Gore-Tex als auch Hyvent und Texapore gute Ergebnisse.
Ernüchternd ist die Erkenntnis, dass ein und dieselbe Membran je nach Jacke unterschiedlich gut funktionieren kann. Denn ob eine Regenjacke funktional ist, hängt auch von dem verwendeten Außen- und Innenmaterial der Jacke und ihrer Verarbeitung ab. So schnitt die Gore-Tex Membran einer Jacke von Berghaus mit sehr gut als Testsieger ab, lieferte in einer Patagonia Jacke jedoch nur mittelmäßige Leistung.
Ihre Atmungsaktivität war im Vergleich zur Berghaus geringer, da das Innenfutter die Feuchtigkeit nicht so gut an die Membran weiterleitete. Beim Wassertest fiel sie durch. Die Jacke verlor nach mehrfachem Waschen ihre Imprägnierung und die Membran allein hielt dem Dauerregen nicht stand.
Garantie auf Membran
Der Hersteller Gore-Tex gibt lebenslange Garantie auf seine Membran. Dies schließt allerdings den natürlichen Verschleiß ebenso wie eine unsachgemäße Behandlung aus. Bekleidungsstücke mit mikroporöser Membran wie Gore-Tex dürfen so zum Beispiel nur mit einem speziellen Waschmittel gewaschen werden und sind für Segeltörns auf dem Meer ungeeignet. Denn normales Waschpulver und Salzkristalle können sich in den Poren festsetzen und diese mechanische verschleißen.
Tipps für Garantieanspruch
- Studieren Sie die Gebrauchsanweisung oder fragen Sie den Verkäufer nach der Pflege der Jacke, um das Recht auf Garantie beizubehalten.
- Für die entgeltliche Rückgabe oder den Umtausch gilt bei Bekleidung allgemein, dass ein Sachmangel vorliegen muss. Dieser liegt vor, wenn die funktionale Jacke, die Hose oder der Schuh trotz Herstellerangaben nicht dicht oder atmungsaktiv genug ist, sich Nähte lösen oder der Reißverschluss platzt.
- Dann gilt gegen Vorlage der Verkaufsquittung ein Rückgaberecht ohne jeglichen Grund innerhalb von zwei Wochen nach dem Kauf.
- In den ersten sechs Monaten danach gilt Rückgaberecht, wenn der Verkäufer nicht beweisen kann, dass kein Sachmangel vorliegt. Nach Ablauf des halben Jahrs ist die Rechtslage umgekehrt. Nun muss der Käufer begründen, warum ein Sachmangel vorliegt.
