Eine mögliche Betrachtung der DDR und ihrer Bürger

Damals international ausgezeichnetes Fahrzeug - auto-im-vergleich-de / Pixelio.de
Damals international ausgezeichnetes Fahrzeug - auto-im-vergleich-de / Pixelio.de
Vor über 22 Jahren wurde die DDR der Bundesrepublik angegliedert. Viele positive Errungenschaften und Gewohnheiten der Bürger blieben dabei auf der Strecke.

Kein Zustand währt ewig. Dies ist in der Natur wie in der Gesellschaft. In einhundert Jahren wird vieles anders gewertet als heute. Die Bürger der DDR waren ein fleißiges Volk mit hoher Bildung und überdurchschnittlichem Geschick.

Die DDR war ein Unrechtsstaat

Kein Land, keine Regierung hat das Recht, Menschen in ihrem Land einzusperren. Grenzzäune dürfen gezogen werden. Grenzsoldaten dürfen illegale Grenzübertritte auch unter Anwendung der Schusswaffe verhindern, aber nur dann, wenn ein uneingeschränkter legaler Grenzverkehr ermöglicht ist. Dazu gehört auch die Möglichkeit des Auswandern. Die Ursachen des Auswanderns dürfen hinterfragt werden. Werbeveranstaltungen zum Verbleib im Land dürfen sein. Trotzdem müssen alle ungehindert gehen dürfen, die nicht bleiben wollen.

Die Entstehung der DDR, der Beginn ihrer Zerstörung von außen und ihr Ende

Mit einer separaten Währungsreform im Mai 1948 wurde zunächst die wirtschaftliche und mit Gründung der Bundesrepublik Deutschland 1949, auch die politische Spaltung Deutschlands beschlossen. In der sowjetisch besetzten Zone konstituierte sich deshalb, wenige Monate später die DDR. Unter Führung der USA war 1949 der Nordatlantik Pakt (NATO) entstanden. Am 09.Mai 1955 trat die Bundesrepublik der NATO bei. 1956 wurde die allgemeine Wehrpflicht beschlossen. Auf den Beitritt der BRD zur NATO reagierte Moskau mit der Bildung eines östlichen Verteidigungsbündnisses. Am 14.Mai 1955 wurde der Warschauer Vertrag beschlossen. Am 01.März 1956 wurde die Nationale Volksarmee gegründet. Statt auch Entschädigungen zu zahlen, erhielt die Bundesrepublik von den USA eine gewaltige Finanzspritze in Form des Marshallplanes. Die BRD kaufte zu Dritte-Welt-Preisen in der DDR ein und vermarktete diese Dinge unverzollt und höchst gewinnbringend. Diese Artikel von hoher Qualität, wurden als Erzeugnisse der DDR unkenntlich gemacht. Bis zu 90 Prozent des Angebotes des Quelle Kataloges stammte aus den maroden volkseigenen Betrieben der DDR, die nach der Wende ohne Unterschied, dem Erdboden gleich gemacht werden mussten. Der DDR ging dadurch in großem Umfang Nationaleinkommen verloren. Wenn solche Geschäfte weg brechen, hat dies auch Auswirkungen auf die ehemaligen Nutznießer.

Unverkennbar ist die Absicht der heutige Ideologen, Andersdenkende zu diffamieren und den Ostdeutschen ein schlechtes Gewissen einzureden. Der Begriff „Transferleistungen“ wird oft als Argumentation genutzt. Damit soll das Leistungsvermögen des Osten geleugnet und der ungeheuerliche Betrug der Treuhand am ostdeutschen Volk im Dunkeln gelassen werden. Es gehört schon Infamie dazu, die DDR ihres Eigentums und ihrer Industrie zu berauben und Millionen Menschen in die Arbeitslosigkeit zu stürzen oder in den Westen zu treiben und die zum Ausgleich notwendigen Hilfen als „Geschenk des Westens“ zu deklarieren.

Was hat die DDR ihren Menschen während ihrer Existenz geboten?

Man sollte nicht vergessen, was die arme DDR mit ihrer „Misswirtschaft“ sich alles geleistet hat. Es gab eine soziale Sicherheit durch Vollbeschäftigung, niedrige Mieten und keine Angst vor Arbeitslosigkeit oder Obdachlosigkeit. Die Preise für Strom, Wasser und Gas waren gering. Durch Subventionen gab es niedrige Preise für Grundnahrungsmittel, Bücher und Zeitschriften aber auch für Theater- und Museumsbesuche sowie Busfahrscheine. Der Besuch aller staatlichen Bildungseinrichtungen war kostenlos und es gab Stipendien für alle Studenten. Selbstverständlich waren die unentgeltliche Kinderbetreuung, geringe Preise für Essen und Getränke in Kinderkrippen, Kindergärten und Schulen. Ideal war ein günstigen Ehe-Kredit für junge Leute, der bei der Geburt von Kindern nicht zurück gezahlt werden brauchte. Man hatte ein durchdachtes Schulsystem mit der Möglichkeit neben dem Abitur gleichzeitig einen Beruf zu erlernen. Dieses Schulsystem wird heute noch in einigen Ländern mit Erfolg praktiziert. Es gab eine regelmäßige Betreuung der Kinder und Jugendlichen von regelmäßigen Schutzimpfungen bis hin zu vorbeugenden Untersuchungen. Ohne Zuzahlungen erfolgte die Abgabe von Medikamenten und eine vorbildliche Betreuung von jungen Müttern.

Was haben diese Menschen heute?

Das reiche Deutschland sieht sich nicht in der Lage, dass Aufgezeigte zu finanzieren. Wir haben die grenzenlose Reisefreiheit. Es gibt Südfrüchte zu jeder Jahreszeit. Wir haben „blühende Landschaften“. Wer über genügend Geld verfügt, kann alles kaufen. Angefangen vom Adels- und Doktortitel über Waffen bis hin zu notwendigen Genehmigungen. Wir haben einen Dschungel an Gesetzen, bei denen selbst Rechtsanwälte nicht mehr durch blicken. Es ist eine fortsetzende Diskriminierung der älteren Generation zu erkennen. Ab 60 Jahre dürfen sie kein Auto mehr ausleihen. Normale Bankkredite sind für Ältere so gut wie aussichtslos. In Schweden steht bereits in der Verfassung, dass Altersdiskriminierung verboten ist. Bundestagsabgeordnete werden durch den Verfassungsschutz kontrolliert, während bekannten Terrorgruppen nichts passiert. Der Bundesbürger ist „gläserner“ als man sich vorzustellen vermag.

Wir haben auch:

  • Steigende Kinder- und Altersarmut und Obdachlose
  • Hohe Arbeitslosigkeit, die verschleiert wird
  • Eine steigende Zahl der Hartz IV- Empfänger
  • Zweierlei Maß für Ost- und Westrentner und Löhne
  • Abbau des einfachen Mittelstandes
  • Kein einheitliches Schulsystem

Stündlich erfahren wir, dass auf allen Ebenen betrogen wird, je höher desto skrupelloser. Einfache Grundwerte wie Moral und Ehrlichkeit sind verloren gegangen. Es wird schwer, einen ehrlichen Kapitalismus aufzubauen und das Vertrauen der einfachen Bürger zu gewinnen.

Welches Recht hat die Junge Union der CDU die Geschichte der DDR zu verbieten?

Solche Leute sind nicht reif für ein Urteil über eine gesamte gesellschaftliche Epoche. Weder kennen sie diese Zeit aus eigener Erfahrung noch sind die Berichte darüber objektiv. Mit einem solchen Verbot würde Millionen Bürgern, die in diesem kleinen Land ihre Heimat hatten und in sozialer Sicherheit lebten, ein weiteres Stück ihrer Vergangenheit genommen. Staatswappen, Uniformen und Blauhemd gehörten zum Alltag. Verbrechen dürfen nicht vergessen werden, aber auch nicht 40 Jahre des Lebens dieser Menschen. Wer so wie die Junge Union der CDU versucht, die Geschichte der DDR zu beseitigen, schlägt allen anständigen Bürgern der DDR ins Gesicht. Die meisten DDR-Bürger haben ehrlich für eine gerechtere Gesellschaftsordnung als es der Kapitalismus ist, schwer gearbeitet und sicher gelebt.

„Wer nur in der Vergangenheit lebt, wird trübsinnig, wer nur in der Gegenwart, oberflächlich; wer nur in der Zukunft, unbrauchbar - phantastisch; wer aber in allen Dreien lebt, kommt zu der rechten Dreieinigkeit“ Friedrich von Raumer

Quellen:

  • Zeitschrift „SUPERillu“ 2012
  • Winfried Voigt „Ohne uns“
  • K.-H. Christoph " Bestohlen bis zum jüngsten Tag"

Nachweis der Bilder: Bild 1 © auto-im vergleich-de./ Pixelio.de * Bild 2 © Andreas Preuß / Pixelio.de * Bild 3 © www.kreuzfahrt-seeurlaub.de // Pixelio.de * Bild 4 © Albrecht E. Arnold / Pixelio.de * Bild 5 © Dr.Klaus-Uwe Gerhardt / Pixelio.de

Alfred Graf, Alfred Graf

Alfred Graf - Nach dem Abitur studierte ich an der Uni in Greifswald. Von dort wechselte ich an eine Militärhochschule. Viele Jahre wohnte ich ...

rss