Ein ungewöhnlicher Nebenjob: Komparse und Statist

Filmkamera - Abe Mossop
Filmkamera - Abe Mossop
Als Komparse und Statist kann man sich ein Zubrot verdienen und gleichzeitig in die interessante Welt der Fernseh- und Filmproduktionen hineinschnuppern.

Statisten, Komparsen und Kleindarsteller werden bei Theater-, Film- und Fernsehproduktionen benötigt. Je nach Größe und Art der Rolle wird zwischen diesen drei Bezeichnungen unterschieden.

Job als Statist, Komparse oder Kleindarsteller

Statisten nehmen im Hintergrund an der Produktion teil und sprechen weder einen Text, noch haben sie eine zur Handlung wesentlich beitragende Funktion inne – sie sind zum Beispiel die Menschen, die in einer Straßenszene im Hintergrund einen Schaufensterbummel machen oder in einer Szene in einem Restaurant die umliegenden Tische bevölkern.

Komparsen haben im Gegensatz dazu eine nähere Interaktion mit der eigentlichen Handlung; manchmal auch kurze Sprechrollen, die sich aber meist auf einen Satz beschränken. Als Beispiel kann man hier die Kellnerin im Café angeben, die in einer Szene den Tisch der Hauptdarsteller kommt und ein Getränk mit den Worten: “Bitte sehr“ abstellt und dann wieder geht.

Der Übergang zwischen Komparse und Kleindarsteller ist im Grunde fließend. Kleindarsteller haben keine tragende Rolle inne, sprechen aber dafür bei ihrem Auftritt meist mehrere Sätze.

Wie hoch ist die Gage?

Statisten und Komparsen erhalten meist eine Pauschale von (je nach Bundesland unterschiedlich) circa 50-70 Euro pro Tag. Dabei ist es unerheblich, wie lange man arbeitet. Manchmal ist ein Dreh nach fünf Stunden vorbei, manchmal wird man für zehn Stunden oder länger benötigt. Bei Nachtdrehs oder sehr langen Drehzeiten bekommt man manchmal einen Zuschlag gezahlt.

Kleindarsteller erhalten meist ein höheres Honorar, welches in der Regel frei ausgehandelt wird.

Wie werde ich Komparse?

Es existieren auf dem Markt viele Künstleragenturen, die auch Komparsen und Statisten vermitteln.

Manche Agenturen arbeiten nur in einem regional eingeschränkten Bereich. Bei vielen Agenturen kann man seine Daten, Fotos, Erfahrungen und Vorlieben online hinterlegen. Dieser Service ist normalerweise kostenlos; man sollte im Vorwege für die Aufnahme in eine Datenbank keinesfalls Geld bezahlen. Eine Alternative ist die Künstlervermittlung der Bundesagentur für Arbeit. Hier ist jedoch eine persönliche Vorstellung erforderlich. Bei Interesse an einem Komparsen kontaktiert die Künstleragentur den Darsteller, und die Details werden abgesprochen.

Wie muss ich mir einen Arbeitstag als Komparse vorstellen?

Zuerst muss man sich darauf einstellen, sehr viel Zeit mit Warten zu verbringen. Oft wird man nur für eine Stunde benötigt, muss aber den ganzen Tag am Drehort bleiben und verfügbar sein. Am Besten ist man also mit einem Buch und der richtigen mentalen Einstellung gewappnet. Auch seine Verpflegung sollte man vorsichtshalber selbst mitbringen, auch wenn meist Getränke und ein Mittagessen gestellt werden. Ansonsten kann man die Filmcrew bei der Arbeit beobachten und einmal in die Welt der Film- und Fernsehdreharbeiten hineinschnuppern, was sehr interessant sein kann.

Wenn man also genügend freie Zeit hat und die Muße, längere Zeit mit Warten zu verbringen, so ist die Arbeit als Statist, Komparse oder Kleindarsteller eine interessante und sehr abwechslungsreiche Nebenbeschäftigung, die einem Einblick in die künstlerische Arbeitswelt der Stars und Sternchen verschafft.

Abe Mossop, Abe Mossop

Abe Mossop - Warum schreibe ich Satire? Fragt lieber: Wie kann ich es vermeiden?

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